LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Der Winter kommt
    15 November, 2025||
23 November, 2025| Maron|

Die Aufgabe von Professorin Mandragora und den Aufsichtshexen war ein tolles Abenteuer. Die Abschlussprüfung wurde als Gruppenaufgabe verteilt und ich bin mit Amber und Rikku in einem Team. 

Bevor wir unsere vollständige Aufgabe erhalten, hält unsere Professorin ein kristallklar funkelndes Fläschchen in die Höhe. „Ihr alle kennt den Hexenaufschluckschnupf“, begann sie und guckte alle Schülerinnen intensiv an. „Das Heilmittel kann nur mit einem einzigen, äußerst seltenen Kraut gebraut werden: dem Peprit Kraut. Ihr werdet heute die schwerste Gartenpraxisprüfung ablegen. Eure Aufgabe lautet: findet das Peprit Kraut und bringt es unbeschädigt zurück. Jede Gruppe aus 3 Schülerinnen erhält ein Kartenfragment, wo sich genau ein Kraut befindet.“ fuhr sie fort und die Aufsichtshexen verteilten danach direkt die Kartenfragmente an die einzelnen Gruppen.

Wir gucken auf unser Kartenfragment und erkennen die Insel Bresea. Sie befindet sich südlich vom Schloss und ist ein beliebter Ort, um Muscheln zu sammeln oder im Meer zu schwimmen. Die Insel hat jedoch auch schwer erreichbare Bereiche, das Wetter ist dort öfters sehr stürmisch und vor allem soll es da ungewöhnliche Tiere geben. 

Wir hatten keine Zeit zu verlieren! Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Startpunkt am südlichen Dock des Schlosses, wo kleine Boote zum Transport festgebunden lagen (sie sind magisch und bringen einen zur Insel und wieder zurück, ohne dass einer das Boot lenken muss). Der Himmel war klar, doch über dem Meer zogen bereits dunkle Wolkenstreifen in die Richtung der Insel.

Auf der Insel angekommen, sehen wir viele Hexen, die das (noch) schöne Wetter genießen. Muscheln, Sand und frische Luft – für eine kleine Auszeit wäre es jetzt perfekt, aber wir haben andere Ziele. Wir gingen weiter und ließen den Strand schnell hinter und je weiter wir gingen, umso unebener wurde der Boden. Zwischendurch hörten wir ein kurzes Rascheln und als wir uns umdrehten, sprang ein kleines Tier davon, es sah aus wie ein weißes Kaninchen mit 4 langen Schwänzen, die majestätisch aufgebauscht waren.

Nach einigen weiteren Kilometern über die Insel und einigen weiteren Tieren, die auf den ersten Blick normal aussahen, aber immer etwas Besonderes an sich hatten, standen wir vor einer Klippe. Der Wind war stark, die ersten Regentropfen fielen bereits und das Meer rauschte. Allen in allen könnte das Wetter besser sein.

Wir spürten zwar, dass wir richtig waren, konnten das Kraut aber nicht sehen. Wir teilten uns auf und nach einigen Minuten rief Rikku uns an das westliche Ende der Klippe und zeigte etwas nach unten. Und tatsächlich, dass leuchtende blaue Kraut wuchs an der Klippe. Nicht Oben wo man es pflücken könnte, sondern an der Seite, wo man hinklettern muss.

Amber versuchte es als erste und zauberte ihren Hexenbesen hervor, aber der Wind war so stark, dass sie nicht mal in die Nähe des Krauts kam. Wir überlegten kurz und entschieden uns, dass eine runterklettern würde, während die anderen beiden ein magisches Seil zaubern und halten würden.

Rikku und Amber zauberten beide ein festes, magisches Seil hervor, was sich kurz verwebte und dadurch eine Leiter bildete. Sie hielten es am oberen Ende der Klippe, sodass ich vorsichtig zum Kraut runterklettern konnte.

Etwas zögernd (ich hab ein Selbsterhaltungstrieb!) kletterte ich langsam runter. Die Seilleiter bewegte sich im Wind und ich schwor mir, dass nie wieder zu machen. Dennoch konnte ich genug runterklettern, dass ich genau vor dem Kraut stand. Schnell nahm ich eine Hand und zupfte es von der Klippe und kletterte schnell hoch. Bisschen Adrenalin gabs auch dazu. Das Kraut war etwas zerquetscht in meiner Hand, aber immerhin hatten wir gefunden. Die Freude von uns hielt nicht lange, da das Wetter immer schlimmer wurde (heftiger Regen mittlerweile) und vor uns mittlerweile eine kleine Herde von Hirschen mit je leuchtenden Geweih und Mustern im Fell vor uns standen.

Zum Glück erinnerte sich Amber daran, dass diese friedlich waren und wir gingen schnell an ihnen (mit Abstand) vorbei, um zurück zum Strand zu den Booten zu kommen. Der Weg dauert nochmal länger, da es durch die Nässe rutschig war. Dennoch hatten wir es geschafft, obwohl wir mittlerweile den ganzen Tag gebraucht hatten.

Am Strand angekommen, sammelte ich fix noch ein paar Muscheln (höhöhö), die ich noch nicht habe und ging mit den anderen beiden zum Boot. Das Boot schaffte es langsam rüber zum Schloss und das Wetter war hier deutlich besser und wir konnten direkt zur Schule fliegen, um das Kraut abzugeben. Was für ein nasses Abenteur!