LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Der Winter kommt
    15 November, 2025||
24 November, 2025| Hazel, Maron, Sakura|

Wir gingen schnell durch die Flure unserer Schule, voller Vorfreude und Ideen. Heute war der Tag, an dem die Vorbereitungen für eine außergewöhnliche Geburtstagsfeier beginnen sollten.

Professorin Estrella stand kurz vor ihrem zweihundertsten Geburtstag – ein Ereignis, das selbst in der magischen Welt nur selten gefeiert wurde. Für uns war sofort klar, dass diese Feier unvergesslich werden musste. Die Feier sollte in einem Raum im Schloss Astraea stattfinden. Wir waren für die Dekoration und das Essen zuständig, um diesen Tag zu etwas ganz Besonderem zu machen.

Der Raum, in den wir eintraten, war völlig leer, abgesehen von einem massiven Tisch in der Mitte. Diese schlichte Leere war jedoch unser größter Vorteil: Sie bot uns genügend Platz und die perfekte weiße Leinwand, um alles genau nach unseren Vorstellungen zu gestalten.

Selbstverständlich hatten wir drei uns nicht unvorbereitet in dieses Abenteuer gestürzt. Vorangegangen waren intensive Treffen in der Schulküche und im Übungsraum, wo wir unsere kühnsten Ideen besprochen und penibel ausgetestet hatten. Dabei war klar: Nicht alles gelang sofort.

Maron, unsere Perfektionistin, zauberte in der Küche köstliche Cupcakes. Sie experimentierte leidenschaftlich mit verschiedenen Zutaten, bis die Balance perfekt war und sie mit dem verführerischen Ergebnis zufrieden war. Hazel und Sakura mussten sie dabei sanft bremsen, denn bei Cupcakes kannte Marons Perfektionismus keine Grenzen – sie verehrte dieses Gebäck einfach!

Auch Sakura schwang den Kochlöffel und kreierte leckere Cake Pops. Ihre ersten Versuche waren leider etwas zu dunkel geraten – ein kleiner, aber wichtiger Backofen-Fauxpas. Doch schon der zweite Anlauf geriet makellos. Gemeinsam verwandelten die drei das Gebäck in kleine Kunstwerke, verziert mit leuchtenden Farben, funkelndem Glitzer und filigranen Fondant-Blumen.

Hazel, obwohl sie schon etwas Backerfahrung hatte, gestand sich ein, nicht das größte Talent darin zu besitzen. Sie versuchte sich im königlichen Fach der Pralinenherstellung. Das Ergebnis war leider nicht gerade eine Augenweide. Nach einer mutigen Geschmacksprobe von Maron verzog diese genüsslich das Gesicht und musste laut auflachen. „Das ist leider meilenweit von einer Praline entfernt, Hazel“, sprach Maron sanftmütig und tröstete die leicht schmollende Hazel. „Komm, das kriegen wir zusammen hin.“

Mit vereinten Kräften und einem Schuss Magie – Maron und Sakura fügten noch eine kleine, extra Zauberzutat hinzu – stellten die drei bezaubernde Pralinen her. Als krönender Abschluss musste eine Torte her. Auch hier arbeiteten sie Hand in Hand und erschufen ein prunkvolles, vierstöckiges Meisterwerk, das alle Mühen vergessen ließ.

Nun, im großen Saal angekommen, hob Maron als Erste ihren Zauberstab und ließ ihn in sanften Kreisen über den Raum schweben. Aus dem Nichts erschienen goldene Bänder (Minerva Minerva Farum Menu – goldene Bänder erscheine), die sich sorgsam unter der Decke und an den Wänden befestigten. Hazel nickte begeistert und ergänzte die Deko mit schimmernden Luftballons (Lunae Lucens – Luftballons erscheine), die sich zu einer schwebenden „Zweihundert“ zusammensetzten und leicht glitzerten.

Sakura beugte sich über den großen Tisch in der Mitte. Unter ihren Händen begann sich die vierstöckige Torte zu formen (Melek Meru Miru Mari Ma – Geburtstagstorte erscheine). Die unterste Schicht bestand aus leckerer Schokolade, die zweite aus Himbeeren, die dritte aus köstlicher Vanille und die oberste Schicht war mit Honig gesüßt. Die Schichten wurden nach oben hin kleiner und jede hatte kleine Dekorationen aus Frosting, passenden Perlen und Fondant-Blumen. Ganz oben war eine passende goldene „200“ zu sehen.

Zwischen den Tischen erschienen lange Reihen von schwebenden Kerzen, die funkelnde Sterne um sich trugen. Große Banner entrollten sich entlang der Wände und zeigten Szenen aus Estrellas abenteuerreichem Leben. Frische Blumen in goldenen und rosigen Farbtönen sprossen aus magischen Funken und erfüllten die Halle mit einem sanften Duft.

Auf einem hergezauberten Tisch richteten Hazel und Sakura die kleinen Köstlichkeiten an: Cupcakes mit glitzerndem Topping und bunte Cake Pops. Maron stellte eine Schale voller magischer Pralinen dazu. Jeder, der eine Praline vernaschte, würde für einige Minuten ein neues, zufälliges Aussehen verliehen bekommen. Manche würden vielleicht Katzenohren erhalten, andere leuchtende Haarfarben oder kleine Flügelchen aus Licht. Schon der Gedanke daran brachte die drei zum Kichern.

Als die Vorbereitungen vollendet waren, betrachteten die drei ihr Werk. Die Kerzen schwebten in ruhigen Kreisen, die Banner flatterten leise und die Luft roch nach den leckeren Köstlichkeiten, die sie großzügig gebacken hatten. Jetzt konnte die Geburtstagsfeier beginnen – und hoffentlich würde es der Ehrengastin gefallen. :)

Kurz darauf öffneten sich die großen Flügeltüren und die Gäste strömten nach und nach in den Saal. Schülerinnen und Professorinnen blieben zunächst wie verzaubert stehen. Die goldene Dekoration, die schwebenden Kerzen, die „200“ aus Luftballons und die imposante, vierstöckige Torte sorgten für staunende Blicke. Ein leises, erstauntes Raunen ging durch die Menge.

Nachdem die ersten Plätze gefunden waren und die Gespräche leiser wurden, öffneten sich die Türen erneut. Nun betrat Professorin Estrella den Saal. In ihrem dunkelblauen Kleid mit goldenen Sternmustern wirkte sie, als würde sie direkt einem Sternenbild entsteigen. Ihr Blick glitt langsam über die Tische, Banner, die Torte und die sorgfältige Dekoration. Ein warmes, gerührtes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus.

Erst nachdem Estrella begrüßt worden war und sich die Stimmung gelockert hatte, wandten sich die Gäste den Leckereien zu. Besonders viele neugierige Blicke wanderten zur Schale mit den magischen Pralinen. Amber griff schließlich als eine der Ersten zu, betrachtete die glänzende Süßigkeit und steckte sie sich in den Mund. Einige Sekunden passierte nichts – bis plötzlich ein Kranz aus goldenen Funken um ihren Kopf tanzte. Im nächsten Moment wuchsen ihr flauschige Hasenohren, die bei jeder Bewegung wippten. Die Umstehenden brachen in Gelächter aus, und auch Amber konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Ermutigt durch diese erste Verwandlung griffen nun immer mehr Schülerinnen zu den Pralinen. Minni bekam regenbogenfarbene Haare, Coco plötzlich weiche Katzenohren und einen eleganten Schweif. Sogar eine Professorin erwischte eine Praline – kurz darauf schmückten elegante, silberne Schnurrhaare ihr Gesicht.

Zwischen der glitzernden Dekoration, der prächtigen Torte und den magischen Verwandlungen entstand eine warme, festliche Atmosphäre, die perfekt zu Professorin Estrellas goldenem Jubiläum passte und diesen zweihundertsten Geburtstag zu einem unvergesslichen Abend machte.