LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Sommerzeit
    10 August, 2025||
24 August, 2025| Felo|

Wundervolles Aquaria, du hast uns wieder! Das tief untem im Meer angesiedelte Reich hatte wahrlich seinen ganz eigenen Charme – und Felo hatte es beim ersten Besuch bereits wundervoll gefunden. Diesmal hatte sie sich auch vorbereitet – den ein oder anderen Zauberspruch gelernt, den ein oder anderen Zaubertrank dabei, einfach um für alles vorbereitet zu sein. Umso leichter hatte es Marisa, die Schneiderin der Meereskönigin, als sie Felo mit ihrer Bitte ansprach. Das das Verschwinden des Perlenkranzes der Meereskönigin als ‚kleines Problem‘ abgetan wurde, war zwar ein wenig irritierend, aber Felo lächelte die Schneiderin mit aufrichtiger Freundlichkeit in den Augen an. „Keine Sorge Marisa. Weißt du, in welche Richtung der Kleine verschwunden ist?“

Die Schneiderin konnte ihr leider nur eine ungefähre Richtungsangabe machen – und wenn sie ehrlich war, waren Delfine ja so flink, der Kleine konnte inzwischen wirklich überall sein!

Felo verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust und überlegte, bis kaum später Lolo an dem Ärmel ihres wassertauglichen, dünnen Kleides zupfte, welches sie als lockeren Überwurf über ihrem Bikini trug. Sanft tätschelte die junge Hexe ihre Begleiterin. „Was gibt es, Lolo? Hast du eine Idee?“

Ein enegisches Nicken folgte von dem kleinen Funkelwesen, bevor Lolo sich Felos Ohr näherte und ihre Idee in ihr Ohr flüsterte. Kaum hatte Lolo geendet, funkelten Felos Augen begeistert auf. „Ja, das ist eine fantastische Idee. So machen wir es.“

So schwammen die beiden los, hinauf zur Spitze des Schlosses um sich einen besseren Überblick verschaffen zu können. Glücklicherweise hatte Felo den Perlenkranz bereits bei ihrem vorherigen Besuch zu sehen bekommen, wodurch dieser Zauber sich herrlich eignete. Welch ein Glück, dass sie diesen Zauber bereits zuvor so lange für ihre erste Prüfung für das Fach ‚Hexerei und Magie‘ gebüffelt hatte – und es auch nie darauf beruhen gelassen hatte, dass sie die Prüfung gemeistert hatte. Sie hatte auch später noch, immer mal wieder, den Zauber geübt, wodurch sie sich sicher war, dass sich der Radius inzwischen zur Genüge erweitert haben sollte. Also positionierte sie sich auf der Spitze des Schlosses und hob ihren Zauberstab an. Lolo schwamm – niedlich wie sie war – kurz um ihren Zauberstab, um ihm ein wenig ihrer eigenen Kraft zu borgen und somit war alle Vorbereitung getroffen. Felo atmete ruhig ein und aus, schloss ihre Augen und konzentrierte sich.

„Faru Farina Fala – zeig mir wo der Perlenkranz ist!“

Das salzige Wasser in ihrem Mund – immernoch ein ungewohntes Gefühl, doch das magische Kraut des Meeresvolkes tat seinen Job ohne dass sich Felo sorgen machen musste, dass sie plötzlich nicht mehr unter Wasser atmen konnte – wurde einen Moment lang süß wie Honig, bevor es wieder salzig wurde. Riechen war unter Wasser nicht möglich – aber schmecken umso mehr. Blinzelnd öffnete die Hexe die Augen und sah das Funkeln in Richtung Norden, welches nur für ihre und Lolos Augen bestimmt war. Also Richtung Norden. In aller Ruhe entkorkte sie einen mitgebrachten Zaubertrank, welcher die Kraft ihrer Beine verstärken sollte. Immerhin konnte sich Felo im normalen Zustand nicht vorstellen, im Wettschwimmen mit einem Delfin mithalten zu können. Die Flüssigkeit entwich direkt dem Fläschchen und Felo machte einen kleinen Salto – was hier unter Wasser wesentlich einfacher war als oben an der Luft – und zog so ihre Beine durch den Trank um die Wirkung zu aktivieren. Aus Lolo schwamm einmal kurz durch den Trank, bevor er sich vollends verflüchtigte und die beiden Partner schwammen – ungewohnt schnell, doch daran konnte sich Felo glücklicherweise ebenso schnell gewöhnen, da sie von Haus aus immer schon gerne geschwommen war – schnell in Richtung des Funkelns.

Das Funkeln nahm bald schon die Umrisse eines Delfins an, welcher sich – entgegen aller Vermutung – in den Resten eines Schiffswracks verheddert hatte. Oh nein! Kein Wunder, dass der Kleine noch nicht wieder zurück war! Er war gar nicht mutwillig mit dem Perlenkranz ferngeblieben!

Wehleidig, aber noch nicht vollkommen erschöpft – welch eine Energie das Jungtier haben musste, dass es nach all der Zeit noch nicht vollkommen erschöpft in der zerstörten Takelage des Schiffes hing – zappelte der Delfin wie ein Fisch an Land.

„Ruhig, ganz ruhig! Wir sind hier um dir zu helfen!“ Felo schwamm um die Takelage herum, um ins Sichtfeld des Delfins zu geraten – damit er sich vielleicht besser beruhigen konnte, wenn er sie nicht nur hörte, sondern auch sah. Doch das Jungtier war zu blind vor Panik. Lolo schien einen Moment lang zu zögern, bevor sie direkt auf den kleinen Delfin zuschoss und sich sanft an seine schnabelähnliche Schnauze schmiegte. Sanft streichelte sie ihm beruhigend über die Kopfseite, so weit ihre kleinen Elfenärmchen reichten und summte ein leises Schlummerlied. Da erst beruhigte sich der kleine Delphin. Wie hätte man auch weiter panisch sein können, wenn man so getröstet wurde. Felo schwamm nun auch näher, sanfte Güte in den Augen.

„Wie hast du das bloß geschafft? Marisa hat schon nach dir gesucht. Wir sollten dich hier rausholen und dann zurück, was meinst du?“ Bekümmert und ein wenig beschämt nickte das graue Jungtier und hörte nun vollends auf, sich zu bewegen. Ihm war Hilfe angeboten worden – und es war nicht dumm genug, jetzt wo es sich beruhigt hatte, darauf zu verzichten oder es der helfenden Person schwieriger zu machen.

Felo betrachtete die Seile, die sich um den jungen Delfin geschnürrt hatten. Das hätte noch viel schlimmer ausgehen können… ein Glück, dass sie sich für die Aufgabe gemeldet hatten. Nachdem sie sich ein genaues Bild von der Verworrenheit der Seile gemacht hatte, zückte sie wieder ihren Zauberstab. Sie hätte es sicherlich auch ohne einen Zauber lösen können – aber es würde nur noch mehr Zeit kosten und der arme Kleine sollte wirklich nicht länger warten müssen als notwendig. Also sprach sie mit leiser und ruhiger Stimme einen Zauber, der ihr half, das Seil an bestimmten Stellen zu durchtrennen, ohne das das Jungtier dadurch Schaden nehmen konnte. Einen kurzes Moment später realisierte der Delfin, dass er frei war. Direkt kam wieder Bewegung in ihn und er schwamm freudig um die Hexe mit den violetten Haaren herum, die kleine Lolo immernoch auf seiner Nase sitzend. Felo lachte leise, tätschelte ihn sanft und so machten sie sich auf den Weg zurück, um Marisa den Perlenkranz zurück zu bringen und Bericht zu erstatten.