LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Sommerzeit
    10 August, 2025||
27 August, 2025| Rikku|

Heute bin ich angekommen. Ich war richtig nervös. Mir wurde mein Zimmer gezeigt und ich habe meine Sachen erstmal abgelegt. Ich saß auf dem Bett und schaute mich in dem Zimmer um. „Das wird nun mein zweites zu Hause…“ denke ich mir während meine Blicke über die Einrichtung und schließlich über meine Koffer schweifen. „Oh mist… mir fehlen ja noch Schulsachen!“ Panik breitete sich in mir aus. Morgen beginnt der Unterricht also habe ich noch Zeit einkaufen zu gehen, aber ich kenne mich hier doch gar nicht aus?! Ich kenne Helvik zwar, war aber nie oft hier. Mama hat mir 40 Goldmünzen mitgegeben. Mit meinem Portemonnaie mache ich mich also auf durch die Flure des Internats. Die anderen Schüler beachteten mich gar nicht und trotzdem fühlte ich mich unwohl.

Ich suchte nach dem Sekretäriat. „Ah… da vorne…“ ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und klopfe an. Fremde Menschen anzusprechen ist üblicherweise nicht so mein Ding. Es passierte nichts. Hab ich zu leise geklopft? Ich klopfe erneut aber dieses mal etwas fester und lauter. „Herein.“ ertönt es von innen. Ich gehe rein. Eine hübsche Hexe mit kurzen blonden Haaren, blass-lila Augen und einer Brille empfängt mich. „Ach… Hallo! Du bist eine von den neuen, richtig? Wie kann ich dir denn helfen?“ fragte sie mich. „Hi“ erwiderte ich „ja genau. Ich muss noch was einkaufen und kenne mich in Helvik kaum aus. Können Sie mir sagen wo ich Schulsachen kaufen kann… und vielleicht noch das nächste Restaurant…“ „Schulsachen? Die findest du in der flotten Feder. Warte…“ die Sekretärin kramte einen Stadtplan aus. „Du kannst mich übrigens duzen. Ich bin Miranda.“ lächelte sie mich an. Miranda markierte die flotte Feder auf der Karte. „Also wir sind hier und dann musst du hier lang dort rum und dann bist du schon da. Und ich kann den verhexten Eintopf empfehlen. Die haben dort ein super leckeres Curry. Außerdem ist es nicht so weit vom Internat weg.“ Während dessen zeichnete sie auch das Restaurant ein. „Super vielen lieben Dank!“ ich nahm den Stadtplan und machte mich auf den Weg.

Eine wirklich schöne Stadt. Es war ungefähr 13 Uhr als ich bei der flotten Feder ankam. „Hallo, willkommen.“ begrüßte mich die Mitarbeiterin. Auch ein schüchternes „Hallo“ kam aus meinem Mund raus. „Ok… ich brauche… eine Tasche, ein Schulheft und einen Stift.“ murmelte ich vor mir hin. Ich fing an mir eine Tasche auszusuchen. „Die ist niedlich… aber die auch… hm…“ dachte ich mir bis ich mich letztendlich für einen Rucksack entschied. Anschließend suchte ich mir noch ein Schulheft und einen Stift aus. „Oh mann… das darf doch nicht wahr sein.“ erneute Panik überkam mich. Ich hatte nicht genug Geld für alles. „Was mach‘ ich denn jetzt…?“ Ich  nahm vorerst den Rucksack und das Schulheft. Nach dem Bezahlen steckte ich alles in die neue Tasche, warf sie über meine Schultern und ging nachdenklich zurück. Auf dem Rückweg über den Stadtplatz fiel mir ein großes Anfragenbrett auf. „Da kann ich mir vielleicht was dazu verdienen!“ Rettung in letzter Sekunde. Ich las mir alle Aufgaben durch. „Eine Kirsche suchen, Elfen helfen, ein Wollknäuel-Chaos bereinigen? Ulkige Sachen.“
Aber ich nahm eine nach der anderen an. Ich suchte eine verzauberte Kirsche, die von einem Kobold geklaut wurde; ich half Elfen bei deren Kreativunterricht; ich habe in einer Schneiderei Wolle sortiert; ich half einer Frau dabei einen simplen Ergrauungszauber rückgängig zu machen und schließlich machte ich von zwei Freundinnen noch ein Foto im Teich. Ich hatte mir ordentlich was dazu verdient aber ich war auch super fertig. Ich ging also noch meinen Stift kaufen, plötzlich nahm ich nun auch das Läuten der Stadtglocke wahr. Es war bereits 18 Uhr. „So spät schon?!“ mein Magen knurrte. Miranda empfahl mir den verhexten Eintopf zu besuchen und das tat ich auch, da es sowieso auf dem Weg zurück zum Internat lag. Draußen
las ich mir die Speisekarte durch bevor ich reinging. „Hallo, ich würde gerne zum Mitnehmen bestellen.“ „Aber sehr gerne, einen kleinen Moment bitte.“ Eine kleine Hexe mit langen blonden Haaren und einer großen schwarzen Schleife im Haar hüpfte von Küche zu Tisch während sie lächelnt die neuen Gäste bediente. „So… was darf’s denn sein?“ „Ich hätte gerne den Hamburger zum Mitnehmen.“ „Kein Problem, es dauert einen kleinen Moment.“ „Vielen Dank!“ Es roch himmlisch
und mein Appetit wurde immer größer. Ich sah, dass ich hier auch Lebensmittel für später mitnehmen konnte. Ich schnappte mir eine Tüte und packte ein paar Sachen ein. Nach nur ein paar Minuten kam die hübsche Hexe auch schon wieder. „Schon fertig, und du nimmst noch ein bisschen was mit?“ sie schaute meine Tüte durch und gab alles in ihre Kasse ein. „Ok, das macht dann 103 Goldmünzen, bitte.“ Ich kramte mein hart erarbeitetes Geld aus meinem Portemonnaie. Vollgepackt verließ ich das Restaurant. Gegen 19 Uhr kam ich in meinem Zimmer an. Ich setzte mich an den Tisch und genoß meinen Burger.
Nur wenige Minuten später schlief ich auf meinem neuen Bett ein.

Der nächste Tag brach an. Die Sonnenstrahlen und meine innere Aufregung auf die erste Unterrichtsstunde weckten mich. Ich zog mir meine Schuluniform an und packte meinen Rucksack. Aufgeregt setzte ich mich ins Klassenzimmer. Das Getuschel der Mitschüler verstummte als die Professorin Estrella den Raum betrat. Neu- und wissberiegig lauschte ich ihren Worten. „Am heutigen Tag werden wir direkt die Manaquelle besuchen, um eure magischen Kräfte aufzuladen.“ teilte Estrella mit.
Als Gruppe ging es nun auf zu den Manaquellen, die ich bei meinem Besuch in Helvik bisher noch nicht gesehen hatte. Als wir die Quelle erreichten fühlte man, dass die Aufregung, die wir alle noch verspürten, abließ und uns entspannen ließ. Wir nahmen auf den Parkbänken Platz. Während wir die Magie auf uns wirken ließen und darauf warteten wie es weiter geht, unterhielten sich einige Schülerinnen und lernten sich kennen. Professorin Estrella kam zu mir heran und bat mich meine Hand auszustrecken. Sie gab mir eine leuchtende Kugel und sagte: „Stell dir einen Begleiter vor, der dich stets unterstützt und an deiner Seite ist. Gleichzeitig trägst du die Verantwortung, für ihn zu sorgen und ihm eine Heimat zu geben.“ Ich schloss meine Augen, wusste jedoch nicht direkt was ich mir vorstellen sollte. Meine Gedanken schweiften hin und her, doch plötzlich vibrierte die Kugel in meinen Händen. Erschrocken öffnete ich die Augen und auf meiner Hand erschien eine kleine Elfe. Ich lächelte sie an. Auch Professorin Estrella lächelte und ging zur nächsten Schülerin.

„Ich nenne dich Quartz…“ flüsterte ich ihr zu.