Der Teppich war leer, nur ein Blatt Papier lag darauf. Vorsichtig setzte ich die Spitze meines Stifts in die Mitte und zog einen Kreis… langsam, damit die Linie nicht zitterte.
„Ein Siegel braucht zuerst eine Absicht“, murmelte ich.
In das Zentrum zeichnete ich einen winzigen, runden Macaron, mit einer feinen Fülllinie dazwischen. Kaum war er fertig, fühlte sich die Luft schon ein wenig süßer an.
Ich zog einen zweiten Kreis darum, dann kleine Sterne, einen Halbmond und viele winzige Punkte, als würden Zuckerkristalle über das Papier tanzen. An die vier Seiten setzte ich Zeichen: einen Funken, eine kleine Flamme, eine Spirale und ein festes Quadrat.
Das Siegel war bereit.
Für einen Moment geschah nichts. Dann hob ich die Hand, fuhr mit dem Finger langsam im Uhrzeigersinn über die Linien und sprach leise:
Piru piru pam pam piii
Die gezeichneten Sterne begannen schwach zu schimmern. Ein leises Knistern lag in der Luft, als würde Papier flüstern. Genau über der Mitte erschien ein glitzernder Punkt, erst kaum sichtbar, dann heller, bis er mit einem sanften plopp zerplatzte.
Auf dem Siegel lag nun kein gezeichneter Macaron mehr.
Stattdessen war dort ein echter, kleiner Macaron.
Ich lächelte.
Das Siegel war gelungen und Magie, stellte ich fest, schmeckt am besten, wenn sie klein anfängt.
Ich wollte natürlich meinen Erfolg probieren, denn es roch himmlisch. Der Macarons war schon fast in meinem Mund als er plötzlich einfach… Verschwand?! Was, wie, wo?!














