Einen Ring aktivieren…das ist bestimmt einfacher, als es klingt.
Ich atmete tief durch und spürte, wie die kühle Ruhe in mir aufstieg. Während um mich herum das Gemurmel der anderen Schüler anschwoll, zog ich mich in mein Inneres zurück.
Meine Elfe Maricia spürte meine Absicht sofort und ließ sich schweigend auf meiner Schulter nieder.
Vor mir lag der Ring – stumpf, leblos, fast schon abweisend. Ich legte meine Handflächen flach auf den Tisch, die Finger gespreizt, und schloss die Augen, bis ich nur noch das rhythmische Schlagen von Maricias Flügeln hörte.
„Nereï“, flüsterte ich. Ich stellte mir vor, wie ein einzelner, kristallklarer Wassertropfen aus meinen Fingerspitzen in das kalte Metall sickerte.
Ein winziger Funke Magie sprang über. Der Ring reagierte sofort; ein hauchdünner, bläulicher Film legte sich über die Oberfläche. Ich öffnete die Augen einen Spaltbreit und sah, wie Maricia ihre Hände über den Ring hielt. Ein feiner, silbriger Nebel floss von ihren Händen in den Ring herab.
„Sthenos“, sprach ich nun fester.
Jetzt stellte ich mir vor, dass die ganze Schwere und Kraft der Gezeiten in den Ring floss. Das Metall schien sich unter der magischen Last zu weiten und zu festigen, bis das Leuchten so tief und kräftig war wie das Wasser eines Riffs bei Sonnenuntergang.
„Rheo.“
Mit dem letzten Wort ließ ich die Energie los, aber ich ließ sie nicht verpuffen. Im Inneren des Rings verstärkte sich das Licht, blau und leuchtend. Das Artefakt pulsierte nun ruhig und beständig im Einklang mit meinem eigenen Puls.
Ich nahm den Ring vorsichtig in die Hand. Er fühlte sich kühl an, und das sanfte Leuchten spiegelte sich in Maricias Augen wider. Wir beide blieben noch einen Moment ganz still und bewunderten unser Werk, während Professorin Celia mit einem anerkennenden Lächeln auf uns zukam.















