Fliegen war nie etwas gewesen, wovon ich geträumt habe.
Wenn ich es mir früher vorgestellt habe, habe ich mir nie den Adrenalinkick und den Spaß vorgestellt…sondern eher, wie gefährlich es eigentlich ist. Sich auf einen dünnen Besen zu setzen, der nicht unbedingt stabil aussieht…was, wenn ich runterfalle? Man könnte sich ernsthaft verletzen oder im schlimmsten Fall sogar sterben!
Professorin Jane schien die Sorge und Angst in meinem Gesicht gelesen zu haben.
„Keine Sorge“, meinte sie mit einem warmen Lächeln. „Falls ihr vom Besen runterrutscht, fängt dieser euch immer auf. Immer! Jeder Schulbesen wurde genauestens geprüft, ob er wirklich die Sicherheit des Fliegers garantiert.“
Das beruhigte mich ungemein…allerdings musste ich dennoch heftig schlucken, als ich an der Reihe war. Skeptisch betrachtete ich meinen Besen. Schmucklos und schlicht schwebte er vor mir, bereit, dass ich mich auf ihn setzte.
Links und rechts von mir schwangen sich meine Mitschüler in die Lüfte – einige jubelnd und grinsend, andere mit sichtbarer Angst in ihren Augen.
Professorin Jane bemerkte mein Zögern und kam zu mir.
„Nicht zögern. Einfach drauf setzen! Der Besen hat seine eigene magische Kraft, die deine Gefühlsstimmung erkennt und sich daran anpasst. Wenn man Angst hat, merkt er ist und fliegt dementsprechend langsamer. Gefährliche Kurven schneiden und so dürfen Besen in den ersten Flugstunden sowieso nicht.“
Ich sah sie skeptisch an. War es wahr, was sie mir da erzählte?
Doch als ich mich umblickte und nur noch wenige Mitschüler um mich herum auf dem Boden erblickte, fasste ich überraschenderweise einen schnellen Entschluss. Mit klopfenden Herzen schwang ich mein Bein über den Stiel und setzte mich auf den Boden. Instinktiv krallten sich meine Hände fest um den dünnen hölzernen Stiel.
Nach einigen Sekunden hob der Besen elegant und sanft ab. Ich war positiv überrascht. So schlimm war das gar nicht!
Langsam und leicht trug mich mein Besen in die Lüfte. Ich sah Professorin Jane lächelnd am Boden stehen und immer kleiner werden. Der strahlend blaue Himmel füllte sich mit immer mehr Menschen auf Besen – bis wir alle in der Lüfte waren.
Nach einem entspannten „Spaziergang“ in der Luft setzte mich mein Besen wieder genauso sanft und elegant auf den Boden ab, wie er gestartet war.















