LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Der Winter kommt
    15 November, 2025||
26 November, 2025| LegY|

Ich watschelte mit meinem Hexenbaby Sumire auf der Hüfte über den Stadtplatz von Helvik. Heute stand die aller letzte Prüfung an, und Margareth hatte mir am Morgen wieder einmal bestätigt, wie gesund und fröhlich mein Pflegekind war.
Allein das ließ mein Hexenherz schon Purzelbäume schlagen.

Doch Margareth wäre nicht Margareth, wenn sie es damit gut sein ließe.
„LegY“, sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen, „ich habe drei Plüschhäschen mit rosa Schleifchen versteckt. Um eure Teamfähigkeit zu prüfen, findet sie gemeinsam!“

Sumire quiekte vor Begeisterung und patschte mir zart ins Gesicht. Ich nahm das als: –> Challenge accepted! <–

——————————————————————————- 🐰1 ——————————————————————————-

Der Stadtplatz war wie immer lebendig, laut und leicht chaotisch. Zwischen den Ständen, den magisch verstärkten Marktschreiern und den Kräuterdüften tummelte sich alles, was Beine hatte – und ein paar Dinge, die Beine hatten, obwohl sie keine haben sollten.

Ich suchte unter Bänken, hinter Fässern, in Blumenkästen – nichts.
Sumire dagegen starrte ununterbrochen auf den Brunnen.

„Oh oh …“ murmelte ich.
Aber doch, tatsächlich: Auf dem Brunnenrand thronte ein graues Plüschhäschen mit rosa Schleife, hübsch drapiert wie ein kleines Brunnenmodel.

Ich beugte mich vor, vorsichtig… seeeehr vorsichtig…
Sumire klatschte plötzlich begeistert in die Hände und eine Magiewelle erfüllte die Luft – ich verlor das Gleichgewicht.

Platsch!
Ich, triefend vor Nässe, im Brunnen. Sumire oben, lachend. Das Häschen trocken.
Eins zu null für den Stadtplatz.

——————————————————————————- 🐰2 ——————————————————————————

Nach meinem unfreiwilligen Bad stapften wir tröpfelnd in die „Flotte Feder“, die beste (und chaotischste) Schreibstube weit und breit. Überall lagen Pergamente, Federn, Tintengläser und halbfertige Zauberformeln herum. Der Laden wirkte, als hätte ein Sturm durch eine Bibliothek geweht – und vergessen wieder aufzuräumen.

„Sumire, schon eine Idee?“, flüsterte ich.
Sumire zeigte sofort auf einen wackelnden Stapel Papier.

„Da drin? Wirklich?“

Ich näherte mich. Knack. Raschel. Wackel-wackel.
Dann rutschte der ganze Stapel in sich zusammen – und heraus kullerte ein graues Plüschhäschen mit rosa Schleife wie ein flauschiger Schneeball.

Ich hob es hoch, sah Sumire an und sagte stolz: „Zweites Häschen!“
Sumire jubelte – und warf dabei aus Versehen ein Tintenglas um, das eine elegante schwarze Fontäne produzierte.

Bevor die Eigentümerin bemerkte, wie sich einige Pergamentrollen schwarz verfärbten, entschieden wir uns zu gehen. Mit einem schwenk meines Zauberstabes befahl ich der Tinte ins Fässchen zurückzufließen.

——————————————————————————- 🐰3 ——————————————————————————

Das letzte Häschen – natürlich das schwierigste – sollte in Dela’s Magieladen versteckt sein. Ein Ort, der gleichzeitig faszinierend, chaotisch und leicht unheimlich war. Überall gluckerten Tränke, blinkten Kristalle und schwebten Notizzettel in der Luft, die sehr beleidigt reagierten, wenn man sie ignorierte.

Dela begrüßte uns mit einem Grinsen.
„Herzlich Willkommen, möget ihr das finden, was euch hier her getrieben hat!

Wir suchten zwischen Zauberkräutern, unter Kesseln, hinter Stapeln von Zauberbüchern. Nichts.

Sumire schielte jedoch wiederholt zu einem Regal voller glitzernder Trankfläschchen.
„Nein, da ist sicher kein…“

Klong!

Eine Flasche kippte, rollte… und blieb direkt vor einem grauen Plüschhäschen mit rosa Schleife liegen, das zwischen zwei Kesselrezepten gequetscht war, als hätte es dort Urlaub gemacht.

„Da ist es!“ rief ich.

Doch genau in dem Moment hob Dela das Häschen hoch – und drückte es Sumire auf die Nase.

Quiek! machte das Häschen (dank eines eingebauten Geräuschzaubers).
Und Sumire…
…starrte Dela an…
…mit dem beleidigtsten Hexenbaby-Gesicht, das je im Universum existiert hat.

Lippezittern. Stirnrunzeln. Augen halb geschlossen.
Der Ausdruck sagte eindeutig: WIE kannst du es wagen, MIR die Nase vollzuquieken?!

Dela und ich brachen in Gelächter aus.
Sumire drehte demonstrativ den Kopf weg – aber ich sah das heimliche Grinsen an ihrem Mundwinkel.

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Mit drei grauen Plüschhäschen, einem nassen Kleid und einem leicht eingeschnappten, aber glücklichen Hexenbaby kehrten wir zu Margareth zurück.

„Ihr seid wundervoll zusammen“, sagte sie. „Ihr habt bestanden!“

Sumire machte sofort wieder ein beleidigtes Gesicht – diesmal wegen der Umarmung, die Margareth ihr geben wollte.

Ich seufzte liebevoll.
„Ah, mein kleines Drama-Hexchen.“

Und so bestanden wir die letzte Untersuchung – mit drei Häschen, einem kleinen Diva-Baby und einer ordentlichen Portion Chaos.

🧙‍♀️🐰✨