Lunastria

Hexenakademie

Zuletzt eingetragen am:
01.08.2026 um 11:40 Uhr
Wärmende Runen und große Ohren

Die Klasse stand staunend mitten im weitläufigen Freigehege der magischen Menagerie in Helvik. Während ihre Mitschülerinnen sich begeistert um die Kristallkatzen und Zwergdrachen drängten, fiel Hazels Blick auf ein kleines, sandfarbenes Geschöpf, das mit seinen riesigen, fledermausartigen Ohren neugierig hinter einem warmen Sandsteinblock hervorlugte. Es war ein Solari-Fuchs.

Hazel spürte sofort eine tiefe Faszination für das zierliche Wesen, dessen Fell im Sonnenlicht ganz leicht golden glühte. Citrin flog begeistert eine kleine Runde um den Fuchs, der daraufhin leise und melodisch zu schnurren begann. Hazel zückte ihre Pergamentrolle und Feder, um nach gründlicher Beobachtung und Analyse den perfekten Pflegeplan für Professorin Elspeth zu erstellen.

Pflegeprotokoll

Untersuchtes Tierwesen: Solari-Fuchs

1. Umgebung und Lebensraum: Der Solari-Fuchs benötigt ein trockenes, extrem warmes Gehege mit tiefem, feinkörnigem Wüstensand zum Buddeln. Magische Besonderheit: Da Helvik nicht das Klima einer Wüste besitzt, hat Hazel in einer Ecke des Geheges einen permanenten Zauberkreis mit der Rune für „Feuer und konstante Wärme“ in den Boden gezeichnet. Dieser Kreis wärmt die Sandsteine von unten auf, sodass der Fuchs eine künstliche Heizzone hat, die die heiße Wüstensonne simuliert.

2. Fütterung Futterart: Der Fuchs ernährt sich von magischen Insekten und den süßen, wasserreichen Früchten von Wüstenkakteen. Zeitpunkt: Solari-Füchse sind dämmerungsaktiv. Die Fütterung erfolgt ausschließlich in der Abenddämmerung, wenn die Hitze des Tages nachlässt. Das Futter sollte im Sand vergraben werden, damit das Tier seinen natürlichen Jagd- und Buddelinstinkt nutzen kann.

3. Besondere Vorlieben: Das Wesen liebt es, tagsüber regungslos auf von Runen aufgeheizten Steinen zu liegen und die thermische Energie in seinem Fell zu speichern. Je mehr Wärme es tankt, desto heller leuchten seine Augen in der Nacht.

4. Schutzmaßnahmen: Gefahrenquellen: Nässe, Zugluft und plötzliche Kälteeinbrüche. Wenn das Fell des Solari-Fuchses nass wird, verliert er seine magische Speicherfähigkeit und unterkühlt. Das Gehege muss daher mit einem Schutzzauber gegen Regen versehen sein. Akustischer Schutz: Durch die riesigen Ohren hört der Fuchs Schwingungen, die für Menschen unsichtbar sind. Er muss vor lauten Geräuschen geschützt werden, da dies zu Reizüberflutung führt.

5. Beschäftigung im Gehege: Das Gehege benötigt verschlungene Tunnelstrukturen aus hohlen Tonröhren und tiefen Sandwällen. Um den Fuchs geistig zu fordern, kann man kleine, schwache Licht-Illusionen über den Sand huschen lassen, denen er spielerisch hinterherjagt, um seine Reflexe zu trainieren.

6. Zuneigung und Vertrauensaufbau: Man darf sich dem Solari-Fuchs niemals hektisch von oben nähern, da er sonst Raubvogel-Angriffe befürchtet. Zuneigung zeigt man, indem man sich flach in den Sand setzt und die Handflächen nach oben streckt. Wenn man leise, gleichmäßige Töne summt, harmonieren die Schwingungen mit den Ohren des Tieres. Hat es Vertrauen gefasst, rollt es sich auf den Füßen des Pflegers zusammen und gibt eine wohlige, vibrierende Wärme ab.

Professorin Elspeth las sich Hazels ausgearbeitetes Pergament am Ende des Ausflugs aufmerksam durch und blickte dann zu dem kleinen Fuchs, der sich inzwischen selig schlummernd mitten in Hazels wärmendem Runenkreis zusammengerollt hatte. „Eine exzellente Ausarbeitung, Hazel“, lobte die Professorin stolz. „Die Nutzung deiner Runenmagie, um den natürlichen Lebensraum so präzise nachzubilden, zeigt echtes Einfühlungsvermögen. Volle Punktzahl für diesen Pflegeplan.“

Hazel lächelte zufrieden, packte ihre Feder ein und strich dem schlafenden Solari-Fuchs ein letztes Mal über das samtweiche, warme Fell. Sie spürte eine tiefe, leise Dankbarkeit für diesen Tag. Die unbeschwerte Arbeit mit dem kleinen Wesen hatte den Sturm in ihren Gedanken zur richtigen Zeit beruhigt.

Citrin, die vor ihr von dem Gelände geflogen war, verharrte an einem Zettel, der am Gebäude befestigt war. Darauf las Hazel, das bald eine Lehrstelle in der Magischen Menagerie als Tierpfleger frei war. „Interessant.“ murmelte Hazel. „Lass uns das im Hinterkopf behalten Citrin.“ lächelte sie.