Lunastria
Hexenakademie
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Prompt September 2026
15.09.2026 um 15:00 Uhr
Verfluchte Artefakte – Teil 1
Die Anspannung im Klassenzimmer für magische Artefakte war mit Händen zu greifen. Die Prüfung hatte begonnen, und Professorin Celia hatte der Klasse eine Karte mit verdächtigen Orten ausgehändigt. Während viele Schülerinnen sich auf den Weg in die umliegenden Wälder machten, wählte Hazel einen Ort, den sie gut kannte: die Schulküche.
Dort wurde täglich mit starker Hitze und Magie gearbeitet. Mit ihrem Amulett um den Hals und ihrem Kompass in der Hand schlich sich Hazel in die warme, duftende Küche. In der hintersten Ecke, hinter den großen Mehlregalen, schlug der Kompass plötzlich wild aus und ihr Amulett begann zu pulsieren.
Hazel trat näher heran und kniete sich nieder. Dort, achtlos fallengelassen im Schatten, lag eine Kette mit einem schwarzen, herzförmigen Edelstein.
Ihr stockte der Atem. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie einem echten, leibhaftig verfluchten Artefakt gegenüberstand. Die dunkle Aura, die von dem schwarzen Stein ausging, schien förmlich nach ihr zu greifen, und ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Ihr Herz klopfte bis zum Hals.
Zitternd, aber entschlossen nutzte sie ihren Siegelstein, um schnell ein Pentagramm um das Artefakt zu erstellen. Sie musste den Ursprung entschlüsseln. Mit zittrigen Fingern analysierte sie die Schwingungen, murmelte einen Zauber. „Ostende mihi!“ und vor ihren Augen, wie in einem Traum, liefen Bilder ab. Vor Jahren hatte hier ein verunglückter Backzauber die emotionalen Rückstände einer tiefen Eifersucht in den Edelstein gebrannt. Jeder, der ihn berührte, sollte mit unstillbarem Misstraen und kühler Kälte infiziert werden.
Es gab keinen Raum für Fehler. Das war kein Lehrbuchbeispiel mehr – das war pure, ungezähmte Dunkelheit.
Hazel schluckte die Angst hinunter, schloss die Augen und erinnerte sich an die Ruhe, die ihr Amulett ausstrahlte. Sie atmete tief aus, nutzte ihre Hände und zog mit zitternden, aber präzisen Fingern einige Schutzrunen um das Pentagramm, welches das Artefakt umschloss.
„Lunae Lucens, Doma et signa!“, sprach Hazel entschlossen und mit fester Stimme.
In dem Moment, in dem ihre Runenkreis golden zu leuchten begann, bäumte sich der Fluch auf. Der schwarze Herz-Edelstein begann zu glühen, und eine finstere Welle schoss aus ihm hervor. Plötzlich formierte sich die Dunkelheit mitten im Raum zu einer hässlichen, böse grinsenden Fratze, die sie höhnisch anzustarren schien. Hazel stockte der Atem, der Schrecken schnürte ihr die Kehle zu. Noch immer hockte sie auf dem Boden und war wie versteinert.
Doch genau in diesem Moment spürte sie eine sanfte, vertraute Wärme. Ihr Hirsch, ihr treuer Vertrauter, manifestierte sich kurz an ihrer Seite, legte beruhigend seinen Kopf auf ihre Schulter und gab ihr die innere Sicherheit zurück, die sie brauchte. Mit neuem Mut presste Hazel die Zähne aufeinander und ließ ihre Energie in die Schutzlinien fließen.
Langsam, Zentimeter für Zentimeter, fingen die Runen die dunkle Energie auf. Die Fratze verzerrte sich, zersplitterte in unschädliche, matte Funken uand erlosch schließlich ganz. Die Kette lag nun völlig reglos qauf dem Stein. Der Fluch war gebannt.
Hazel lehnte sich erschöpft gegen das Mehlregal und atmete tief durch. Sie sah ihrem Hirsch dankbar in die Augen. Doch bevor der schützende Geist ihres Hirsch-Vertrauten im warmen Licht vqerblasste, geschah etwas Unerwartetes.
Für einen Herzschlag lang huschte ein kleiner, flinker Schatten an ihnen vorbei – ein weißer Hase, der sie mit klugen, wachen Augen anblickte. Er gehörte nicht hierher. Er war Marus Vertrauter.
Hazel hielt den Atem an, und ein Stoß von Hoffnung und Panik durchfuhr sie, noch bevor der Hase lautlos im Korridor verschwand und auch der Hirsch sich im Nichts auflöste. Der weiße Hase… das konnte kein Zufall sein. Maru hatte ihre Spuren in genau dieser Magie hinterlassen. Dieses Artefakt war ein direkter Hinweis auf ihre vermisste Schwester. Das Bild des Hasen brannte sich in Hazels Gedächtnis ein und ließ in ihr einen unumstößlichen Entschluss reifen.
Nachdem Hazel den gebannten schwarzen Anhänger bei Professorin Celia abgegeben hatte, ließ sie das Gefühl nicht los, dass dies erst der Anfang war. Der Gedanke, dass Maru in ihrer Vergangenheit mit genau solcher dunklen Magie gearbeitet hatte, brannte sich in ihr fest.
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Später am Abend suchte Hazel ihre Tante Cybil auf, um ihre Gedanken und Sorgen mit ihr zu teilen. Cybil hörte ihr geduldig zu, zeigte sich dann jedoch ernüchtert und schüttelte bedächtig den Kopf. Sie öffnete kurz eine große Schublade ihres Schreibtisches, in der sich zahlreiche Talismane, Ketten, Uhren und andere gesammelte Gegenstände drängten.
„Hazel, ich verstehe deinen Impuls“, sagte Cybil leise und musterte sie voller Mitgefühl. „Aber glaub mir: Ich habe in den letzten Jahren so viele Artefakte gesucht, geprüft, gebannt oder sogar zerstört. Ich habe jede erdenkliche Spur verfolgt – und Maru dadurch nicht gefunden. Die Suche in dieser Richtung führt uns nicht weiter.“
Cybils Worte dämpften Hazels Hoffnung, über verfluchte Gegenstände eine direkte Fährte zu ihrer Schwester zu finden. Zwar war ihr durch den Artefakt-Unterricht in der Akademie klar, wie gefährlich diese Welt war, doch die konkrete Suche schien hier in einer Sackgasse zu enden. Zumindest meinte das Tante Cybil….
Etwas niedergeschlagen verließ Hazel das Arbeitszimmer. Doch der weiße Hase und die Erkenntnis, dass sie selbst stark genug war, ließen sie nicht los. Hazel wollte keine Zeit mehr verlieren. Wenn Tante Cybil ihr nicht helfen konnte oder wollte, dann musste sie sich das Wissen eben selbst beschaffen. Cybil war nicht dabei gewesen – sie hatte es nicht gesehen und nicht gespürt. Hazel wollte so schnell wie möglich den Kurs für magische Artefakte bei Professorin Celia beenden, aber dafür war es mitten am Abend natürlich zu spät. Die Hörsäle waren längst verriegelt.
Aber die Bibliothek hatte noch geöffnet….
Fortsetzung folgt
*Ostende mihi! Ist lateinisch für: Erkläre/Offenbare es mir. // Doma et signa! Ist Lateinisch und heißt Bändige und versiegel!













