Lunastria

Hexenakademie

Zuletzt eingetragen am:
15.09.2026 um 15:00 Uhr
15 September, 2026| Hazel| , |
Klaren Kopf bewahren

Nach den Herausforderungen der Verwandlung und der Aufregung um Rhiann in Verteidigungsmagie führte Hazels Weg sie in die Werkstatt für Magische Artefakte.

Magische Artefakte, so lehrte Professorin Celia, waren weit mehr als nur mächtige Objekte – sie konnten zu einem echten Teil ihres Besitzers werden. Celia trat an die Tafel und zeichnete eine geschwungene Rune, die sanft in einem warmen, goldenen Ton aufglühte.

„Jede von euch hat bereits Erfahrung mit Runen und ihr wisst, wie viel sie bewirken können“, erklärte sie mit ruhiger Stimme, während sie durch die Werkbänke ging. „Heute werdet ihr lernen, wie ihr magische Gegenstände mithilfe von Runen und eurer eigenen Aura anpassen und für immer an euch binden könnt.“

Auf den Holztischen lagen verschiedene Rohformen bereit: schlichte Ringe, filigrane Anhänger und kleine Medaillons. Hazel ließ ihren Blick über die Materialien schweifen. Ein Amulett trug sie bereits, und auch andere Stücke begleiteten sie – doch ein Ring schien ideal. Er war unauffällig, lag direkt an der Haut und bot den perfekten, geschlossenen Kreis für gebündelte Magie.

Sie wählte einen zarten und filigranen Rohling aus Runengold. In die Fassung wollte Hazel gern einen Kristall setzen und schlug ihr Buch auf. Sie hatte die Steine Roubins, Ophil, Emerala und Ilumnas bei sich. Besonders der hellgrüne Ilimnua Kristall hatte es ihr angetan. Laut Lehrbuch hatte er die Bedeutung bei strukturiertem Denken zu helfen und vor mentaler Überlastung zu schützen. PERFEKT, dachte Hazel.

So setzte sie den kleinen, hellgrüne Ilumnas Kristall, mithilfe ihres Werkzeugs, in die Fassung des Rings ein.

Nun folgte der kreative und schweißtreibende Teil: die persönliche Gravur und Gestaltung. Hazel nahm ihr Pergament mit dem Entwurf, zog ihre Lupe heran und setzte das feine Gravierwerkzeug an. Doch das Arbeiten an einem solch winzigen Ding verlangte ihr alles ab. Ihre Hand zitterte leicht, die Linien gerieten anfangs ein paar Mal zu wackelig, und sie musste tief durchatmen, um ihre Frustration zu bändigen. Hazel war gut, aber sie war eben auch nicht perfekt – sie konnte nicht alles sofort im ersten Anlauf zu hundert Prozent fehlerfrei umsetzen. Mit viel Geduld, zusammengebissenen Zähnen und Korrekturen gelang es ihr schließlich, die filigranen Linien, die an Blattadern erinnerten, sauber in das Runengold zu gravieren. Außerdem gravierte Hazel in die Innenseite des Rings die Runen Isa und Anzus, welche für Inspiration, Bewusstsein und Konzentration standen und als ideale Ergänzung zu dem Kristall fungierten.

Als die äußere Form vollendet war, ging es an die eigentliche Magie. Celia hatte den Schülerinnen den entscheidenden Bindungszauber gezeigt. Hazel legte den zarten Ring auf ihre linke Handfläche, schloss die Augen, atmete tief ein und lenkte den Fokus nach innen. Sie dachte an ihre Entschlossenheit, an ihre Stärke Elfe Citrin, ihr talentierte und wunderbare Merle, an die Verbundenheit zu ihrer Schwester Maru und an all die Stärke, die sie sich im Laufe des Schuljahres erarbeitet hatte.

Sie hielt ihre rechte Hand knapp über den Ring, ballte die Finger leicht an und sprach mit klarer, ruhiger Stimme den Formelvers:

„Lunae Lucens, Vinculum Aureum – binde meine Essenz, nimm meinen Puls und werde mein.“

Im selben Augenblick begann eine warme, goldene Aura aus ihren Fingerspitzen zu strömen und floss wie flüssiges Licht direkt in das kühle Runengold. Ein feines, helles Leuchten breitete sich um den filigranen Ring aus. Er sog das Licht ein, pulsierte kurz und lag dann ruhig in ihrer Hand.

Professorin Celia trat an Hazels Tisch, beugte sich vor und betrachtete das kunstvolle Schmuckstück. Ein anerkennendes Lächeln huschte über das Gesicht der Professorin.

„Eine sehr feine Arbeit Hazel“, lobte Celia leise. „Zarte Artefakte verlangen einem die meiste Geduld ab, und die direkte Handzauberei verleiht der Bindung eine wunderbare Tiefe. Ein exzellenter Fokus. Und der Ilumnas Kristall hilft dir einen klaren Kopf zu bewahren. Gute Wahl.“

Hazel atmete erleichtert aus, schob den Ring auf ihren rechten Zeigefinger, wo er perfekt saß und sofort eine wohlige, vertraute Wärme verströmte. Sie wusste: Trotz der Mühe war dies ein Werkzeug, das sie auf all ihren kommenden Wegen begleiten würde.