Lunastria

Hexenakademie

Zuletzt eingetragen am:
12.07.2026 um 09:25 Uhr
7 Juli, 2026| Hazel| |
Cybil, Jane und Glitzerfunken

Kaum war die Gartenprüfung geschafft, hielt Hazel einen ganz besonderen Brief in den Händen. Ihre Eltern, Ceres und Hektor, hatten schnell auf ihre Hexenpost geantwortet! Als Hazel die Zeilen las, spürte sie, wie ihr ganz warm ums Herz wurde. Die beiden waren absolut begeistert und fasziniert von Hazels unglaublichem Fortschritt. Ihre Mutter konnte es kaum fassen, wie weit ihre Tochter schon war, und beide betonten, wie unfassbar stolz sie auf sie waren. Am Ende des Briefes gab es sogar die beste Neuigkeit überhaupt: Sie wollten versuchen, schon kommenden Woche nach Astrea zu reisen, um Hazel zu besuchen und die kleine Merle persönlich kennenzulernen.

Voller Vorfreude und mit Citrin auf der Schulter eilte Hazel direkt weiter durch die Gänge der Akademie zum Arbeitszimmer ihrer Tante Cybil. Sie musste ihr einfach von der bestandenen Gartenprüfung, der Post von ihren Eltern und vor allem von Merle erzählen.

Als sie die schwere Tür öffnete, war Cybil nicht allein. Am Fenster lehnte Professorin Jane. Jane, die schon seit Hazels Kindheit eine enge Familienfreundin war, drehte sich mit einem breiten Grinsen um. Ihre Augen blitzten voller Energie. Die beiden Frauen standen nah beieinander, und die Vertrautheit im Raum war fast greifbar.

„Hazel!“, rief Jane schwungvoll aus. „Deine Tante hat mir schon das Ohr abgekaut, weil du gestern wohl ein echtes Rosen-Wunder vollbracht hast!“

Cybil räusperte sich kurz und versuchte, ihre strenge Miene aufzusetzen, auch wenn ein seltenes, sanftes Lächeln ihre Lippen umspielte. „Setz dich Hazel. Erzähl uns alles. Jane wollte ohnehin nicht gehen, bis sie jedes Detail gehört hat.“

Hazel sprudelte sofort los. Sie berichtete von der letzten Gartenprüfung, von der Rose und von Merle! Von ihren Eltern die bald kommen wollten und wie sehr sie sich danach sehnte, jetzt gleich nach Melre zu sehen.

Während Cybil konzentriert lauschte und hier und da wissend nickte, war Jane kaum zu halten.

„Wie aufregend! Merle! Was für ein wunderschöner Name.“, platze es aus Jane heraus und sie warf Cybil einen vielsagenden Blick zu. „Wir müssen die kleine sofort kennenlernen. Du kannst unmöglich hier sitzen und weiter Akten wälzen.“ Cybil seufzte theatralisch, doch der Blick, den sie Jane schenkte, war liebevoll. „Natürlich.“ zwinkerte sie Hazel zu, was diese zum schmunzeln brachte.

Wenig später erreichten die drei Frauen das magische Kinderviertel im Königreich Astraea. Der Sternchenweg war um diese Uhrzeit wunderbar belebt, und Sie steuerten zielsicher in Richtung des magischen Spielplatzes, wo der Kindergarten gerade eine Pause im Freien machte.

Hazel sah Echo mit ihrer kleinen Hope bei einer Zauberschaukel spielen. Auch Elodie war mit ihrem Hexenkind Alizée hier. Verlegen winkte sie den beiden zu. Bald wollte sie sich mit ihnen treffen um Erfahrungen austauschen.

Hazel landete mit Cybil und Jane auf der Wiese und da saß sie: die kleine Merle. Sie klatschte gerade neugierig mit ihren winzigen Händen nach ein paar schwebenden, bunten Seifenblasen die durch die Luft flogen.

„Oh, schaut sie euch an!“, flüsterte Jane ganz hingerissen und ging sofort vor dem Baby in die Hocke. Sie schnalzte mit der Zunge und ließ ein paar kleine, harmlose Glitzerfunken um Merles Füßchen tanzen. Merle quietschte vor Vergnügen und strampelte wild.

Auch Cybil trat einen Schritt näher. Ihre strengere Aura schmolz komplett dahin, als sie auf ihre neue Großnichte hinabblickte. Sie beugte sich vor, strich Merle sanft über die Wange und murmelte leise: „Sie hat in der Tat etwas ganz Besonderes an sich. Spürt ihr diese Magie? Faszinierend.“

Hazel stand daneben. Sogleich nahm sie ihr kleines Hexenkind hoch und drückte Sie liebevoll an sich. Citrin schwebte fröhlich um sie herum. Hazel sah in Merles große, neugierige Augen. Natürliche spürte sie ihre Magie. Sie konnte es kaum erwarten herauszufinden, was für Kräfte in diesem kleinen Mädchen schlummerten. Doch wichtiger war es jetzt ihr Geborgenheit und Liebe zu schenken und ihrer Magie den Platz zum wachsen zu lassen, den es brauchte.