Lunastria
Hexenakademie
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Prompt Juli 2026
25.07.2026 um 21:50 Uhr
Tag Eins: Überlebt! (Und die Tiere mögen mich)
Mit feuchten Händen stehe ich vor den großen, schweren Holztoren der Magischen Menagerie. Ein kühler, frischer Wind weht mir ins Gesicht und trägt den Duft von feuchter Erde und Tannennadeln herüber.
Mein Herz klopft mir bis zum Hals, während ich meine Tasche fester umklamme. Heute ist mein allererster Tag als Tierpflegerin! Dass ich mich so gut mit der Blütenmagie und magischen Wesen auskenne, hilft mir hier hoffentlich, denn ich möchte meine Sache unbedingt gut machen.
„Hey! Du musst Élodie sein“, sagt eine freundliche Stimme. Vor mir steht ein junger Mann mit wuscheligen braunen Haaren, grünen Augen und Sommersprossen im Gesicht. Er trägt eine wettergegerbte Lederweste und Arbeitsschuhe. „Ich bin Milo, einer der Tierpfleger hier. Schön, dass du da bist. Komm, wir gehen direkt zusammen los.“
Milo läuft voraus, öffnet das Tor und reicht mir einen kleinen Eimer. „Wir fangen am besten gleich mit der Fütterung an. So lernen die Tiere dich und deinen Geruch in aller Ruhe kennen. Hab keine Angst und zeig ihnen einfach, was du mit deiner Magie Schönes machen kannst.“
Gemeinsam gehen wir den geschlungenen Pfad entlang. Erst jetzt sehe ich, wie gemütlich alles angelegt ist. Die Gehege sind aus alten, knorrigen Baumstämmen und dichten Hecken gebaut. Überall plätschern kleine Bachläufe, und über den Zäunen liegt ein ganz feiner, glitzernder Nebel im kühlen Morgenlicht.
Ich bin furchtbar aufgeregt, aber Milo erklärt mir bei jedem Zwischenstopp alles ganz ruhig. Zuerst besuchen wir die scheuen Mondlicht-Einhörner. Ich konzentriere mich, lasse meine Magie wirken und direkt vor ihren weichen Nüstern wachsen ein paar glitzernde Sternenblüten. Sie knuspern sie dankbar weg. Weiter geht es zu den winzigen Blütenfeen, für die ich süßen Sonnenblumentau in kleinen Holzkelchen sammle.
Während wir weiterlaufen, wischt sich Milo ein paar Haare aus der Stirn. „Normalerweise sind wir zu viert oder fünft hier und teilen uns die Reviere auf“, erzählt er kurz, während wir auf dem Weg zu den Greifen sind. „Wir wechseln uns immer schichtweise ab, damit rund um die Uhr jemand für die Tiere da ist. Aber heute ist die Hälfte krankgeworden und der Rest hat Freischicht. Da fügt es sich echt perfekt, dass du heute zufälligerweise deinen ersten Tag hast und mir direkt unter die Arme greifen kannst.“
Er grinst kurz und deutet dann auf das nächste Gehege. Bei den großen, majestätischen Greifen brauche ich schon etwas mehr Kraft, um fleischige Zauberlilien wachsen zu lassen, die ihnen neue Energie schenken. Den schläfrigen Moosschildkröten lege ich saftigen Elfenklee direkt vor die Schnauze.
Doch bei den feurigen Phönixen passiert mir vor lauter Nervosität ein Missgeschick. Meine Gedanken driften ab, als ich versuche, ihr Futter wachsen zu lassen. Statt einer milden Futterknospe lasse ich versehentlich eine kitzlige Pusteblume entstehen. Der kleinste Phönix muss sofort heftig niesen und schießt dabei eine kleine, harmlose Rauchwolke direkt in mein Gesicht. Ich huste, wische mir den Ruß von den Wangen und schaue beschämt zu Milo. Doch der lacht nur belustigt und reicht mir ein Taschentuch. „Alles gut, Élodie. Das passiert jedem mal am Anfang. Schau, er hat dir verziehen“, meint er, als der kleine Vogel neugierig an meiner warmen Hand knabbert. Gemeinsam fütteren wir ihn dann richtig.
Am Nachmittag lässt Milo mich eine kleine Weile allein, weil er neues Werkzeug aus dem Schuppen holen muss. Genau in diesem Moment fegt ein plötzlicher, lauter Windstoß durch die alten Bäume und wirbelt ein paar Blätter auf. Ein junger Wolkenhirsch erschreckt sich fürchterlich. Das arme Tier zittert am ganzen Körper und mag sich vor lauter Angst keinen Zentimeter mehr bewegen.
Mein Puls schießt hoch, aber ich weiß, dass hastiges Handeln den Hirsch nur noch mehr ängstigen würde. Ich hole tief Luft, gehe ganz langsam vor ihm in die Hocke und strecke meine Hände aus. Ich schließe die Augen und konzentriere mich mit ganzem Herzen auf das verängstigte Tier. Ganz leise lasse ich den beruhigend wirkenden Duft von frischem Lavendel um seinen zitternden Körper entstehen. Er legt sich wie eine schützende Decke über sein Fell. Nach und nach spüre ich, wie der Hirsch ruhiger wird. Sein schneller Atem verlangsamt sich und auch der ganze Körper entspannt sich bald, sodass er sich endlich wieder bewegen kann.
Als Milo mit einer Schaufel in der Hand zurückkehrt und ich ihm vom Zwischenfall erzähle, schaut er mich staunend an. „Das ist ja ein kleines Wunder. Ein verängstigter Wolkenhirsch am ersten Tag, und du hast ihn ganz allein getröstet. Unser Elarion ist Fremden gegenüber normalerweise sehr misstrauisch und scheu. Das schafft hier sonst kaum jemand, der neu anfängt, Élodie.“
Als es langsam dämmert, sich der Himmel rosa-violett färbt und der Mond zu sehen ist, spüre ich die Müdigkeit tief in meinen Knochen. Ich verabschiede mich von Milo und den Tieren, ziehe die schweren Tore hinter mir zu und atme die kühle Abendluft ein.
Mein allererster Tag ist geschafft – und ich bin total gespannt auf meinen nächsten Tag hier in der Magischen Menagerie.













