Lunastria
Hexenakademie
14.06 – 12.07.2026
- Astrolabium Zodiac
Prompt Juni 2026
29.06.2026 um 15:45 Uhr
✨ Die Mittsommernacht 🌙
Das funkelnde Helvik lag direkt vor mir.
Ich blieb stehen und atmete erst mal tief durch. Der Duft von süßen Nachtblumen vermischte sich mit dem herben, warmen Rauch des Traditions-Feuers auf der Wiese. Die violette Dämmerung legte sich sanft über uns. Überall hingen leuchtende Lampions zwischen den alten Eichen und tauchten den Festplatz in goldenes Licht. Die Luft war so dick mit Magie aufgeladen, dass es auf der Haut prickelte. Mittsommer war endlich da.
„Vivi, stopp! Aufpassen!“, rief ich meiner Elfe zu. Vor Ungeschick wollte sie gerade eine riesige Kelle voller funkelndem Blütenstaub über der Wiege von Alizée auskippen. Mein Hexenbaby gluckste nur vergnügt in ihrem weichen Moosbettchen und patschte mit den Händchen nach den glitzernden Partikeln.
Für diesen Abend hatte ich mich mit zwei engen Freundinnen zusammengetan: Luna und Tabea. Unser windschiefer Holzstand sah im Vergleich zu den anderen Ständen sehr unauffällig aus. Wir verkauften magisches Gebäck: goldene Mittsommer-Muffins, die mit einer hauchzarten Zuckerschicht überzogen waren, und kleine Honigküchlein, auf denen bunter Glitzer wie Sternenstaub funkelte.
„Leute, der Teig hört einfach nicht auf mich!“, rief Luna gestresst aus dem Hintergrund. Sie versuchte verzweifelt, den Teig mit ihrer Melodiemagie gleichmäßig in die Förmchen zu dirigieren, aber durch das laute Trommeln von der Hauptbühne geriet ihr Rhythmus völlig durcheinander. Ein Schwall Teig ging prompt daneben und landete auf Tabeas frisch gebügelter Hexenschürze.
Tabea fluchte leise, wischte sich den Fleck weg und verlor für einen Moment die Konzentration. Sie trat einen Schritt zurück, um die Schürze zu betrachten, und stieß dabei unglücklich mit dem Ellbogen gegen das große, hölzerne Tablett, auf dem wir die frisch verzierten Muffins gestapelt hatten.
Das Tablett geriet ins Wanken, rutschte über die Kante der Theke und kippte gefährlich nach vorne. Ein lauter Aufschrei entfuhr uns dreien. Wenn die Muffins jetzt auf dem dreckigen Wiesenboden landeten, wäre die Arbeit von Stunden im Eimer gewesen.
„Ich hab’s!“, rief ich, konzentrierte mich schnell auf meine Blütenmagie und streckte panisch die Hände aus. Aus dem weichen Waldboden vor unserem Stand schossen in Sekundenschnelle dicke, dichte Ranken empor. Sie verflochten sich blitzschnell zu einem elastischen, grünen Netz. Das Tablett kippte vornüber – und landete mit einem weichen Plopp genau in dem Pflanzennetz. Die Muffins wackelten wild, der Glitzer stob in kleinen Wolken davon, aber kein einziger fiel herunter.
Tabea hielt sich die Hand vor den Mund, während Luna laut durchatmete. „Das war knapp“, murmelte sie und half mir vorsichtig, das schwere Tablett wieder auf die stabile Holzkante zu hieven.
Ich wischte mir erleichtert ein paar Schweißperlen von der Stirn und ließ die Ranken mit einem kurzen Zauberspruch wieder im Boden versinken.
Gerade als wir das kleine Chaos beseitigt hatten, trat die erste Kundin an den Tresen – eine sichtlich erschöpfte Mutter mit zwei quengelnden Kleinkindern an den Händen, die vom langen Stehen beim Festgottesdienst völlig überfordert waren. Ich reichte ihr lächelnd eines der glitzernden Honigküchlein. Als die Kinder das Funkeln sahen, waren die Tränen sofort vergessen. „Danke“, seufzte die Mutter erleichtert, drückte mir ein paar Münzen in die Hand und zog mit den nun friedlich mampfenden Kindern weiter.
Binnen weniger Zeit bildete sich zu unserer Überraschung eine lange Schlange vor unserem windschiefen Stand. Nach zwei Stunden Dauereinsatz waren unsere Bleche bis auf den letzten Krümel leergefegt.
Tabea klopfte sich den restlichen Teig von der Schürze, Luna streckte sich ausgiebig, und ich hob die schläfrige Alizée vorsichtig auf den Arm, während Vivi sich erschöpft auf meine Schulter fallen ließ.
„So, der Stand ist leer, jetzt wird gefeiert!“, rief ich Luna und Tabea mit einem fetten Grinsen zu. Ich war einfach nur glücklich. Wir hatten eine super Zeit zusammen und dieses Fest hätte nicht schöner sein können.













