Vor mir liegt ein schlichter, fast stumpfer Ring aus dunklem Eisen.
Er strahlt keinerlei Energie aus, was mir nicht gefällt.
An meiner Seite schwebt Vivi, meine Elfe. Sie ist heute besonders aufgeregt und flattert bereits ungeduldig hin und her, ihre kleinen Hände voller unsichtbarem Gestaltungsdrang.
„Konzentriert euch auf den Kern des Objekts“, mahnt Professorin Celia im Hintergrund.
Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie meine Magie wie warmer Frühlingsregen in das Metall einsickert. Dann flüstere ich die Worte aus dem Zauberbuch: „Floris Expergisci!“
Sofort spüre ich ein kräftiges Pulsieren. Unter meinen Fingerspitzen verwandelt sich das kalte Eisen: Es wird weich wie junge Triebe und färbt sich in ein tiefes, schimmerndes Smaragdgrün. Die dunkle Oberfläche bricht auf und goldene Ranken winden sich wie lebendiges Efeu um die Ringschiene. Der Ring ist erwacht.
Doch jetzt kommt der wichtigste Teil: die Stärkung. „Vivi, hilf mir!“, rufe ich meiner kleinen Begleiterin zu.
Während ich meine Blütenmagie ausübe und die Worte „Vernalis Potentia“ spreche, stürzt sich Vivi mit Begeisterung in die Arbeit. Mit ihren flinken Fingern fängt sie das grüne Leuchten meiner Magie ein und beginnt, es wie feine Seidenfäden zu verweben.
Durch Vivis kreatives Geschick verwandelt sich der Ring in ein Meisterstück: Auf der Oberseite lässt sie aus reinem Licht eine winzige, kristalline Rose wachsen, deren Blätter zart pulsieren.
„Super gemacht!“, rufe ich voller Begeisterung aus. „Aus dem einfachen Eisenring ist nun der ‚Ring des Ewigen Frühlings‘ geworden.“
















