LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

7 März, 2026| Echo| |

Heute war ein besonderer Tag. Am Morgen durfte Echo zum ersten Mal den Kindergarten von Astraea besuchen, der etwas außerhalb der Akademie liegt. Dort werden die Hexenbabys untergebracht, weil im Internat selbst kein Platz für so kleine Kinder ist. Das Gebäude war viel ruhiger als die Akademie, mit weichen Teppichen, kleinen Betten und vielen farbenfrohen Spielsachen. Überall waren leise Stimmen, Lachen und das sanfte Rascheln von Magie.


Echo war nervös, als sie hineinging. Auch wenn ihr nach der Nacht im Rosengarten bereits klar gemacht worden war, dass sie sich um das Hexenbaby kümmern würde, fühlte sich alles plötzlich sehr real an. In der gleichen Nacht hatte sie Hope noch in die Akademie gebracht und war von Estrella abgefangen worden, und ihr war gesagt worden, dass sie Hope in den Kindergarten bringen müsse.

Heute war zum Glück Hazel mitgekommen. Sie hatte sofort angeboten, Echo zu begleiten. „Du musst das nicht alleine machen“, hatte sie gesagt, und ihre ruhige Entschlossenheit half Echo sehr.


Dann brachte eine Betreuerin das kleine Mädchen. Das Hexenbaby hatte helle Haare und große Augen mit zwei verschiedenen Farben, die neugierig in die Welt blickten. Als Echo sie vorsichtig in den Schutz ihrer Arme schloss, war sie überraschend ruhig. Das kleine Mädchen sah sie einfach nur an, als würde sie Echo schon kennen. Echo war hingegen sehr verunsichert, aber das kleine Lachen von Hope, als sie anfing, mit Echos Haaren zu spielen, löste die erste Nervosität auf.

Den ganzen Nachmittag blieb Echo im Kindergarten. Hazel half ihr dabei, Hope zu halten, sie zu beruhigen und mit ihr zu spielen. Citrin schwebte ruhig daneben, während Dawn neugierig das kleine Baby beobachtete und gelegentlich heranflog, bis Hope anfing, nach ihr zu greifen, und sie schnell wieder davonflog.


Als es Zeit war, zu gehen, hob Hazel plötzlich ihre alte Kamera. „Bleib kurz so“, sagte sie. Echo hielt Hope im Arm, und genau in diesem Moment machte Hazel ein Foto von ihnen beiden. Hope sah dabei mit großen Augen in die Kamera, während Echo vorsichtig lächelte. 

Auf dem Rückweg zur Akademie hielt Echo das Bild lange in der Hand. Heute war ihr klar geworden, dass Hope nun wirklich zu ihrem Leben gehörte. Echo beschloss, im nächsten Brief nach Hause unbedingt davon zu erzählen. Ihre Eltern mussten wissen, dass ihre kleine Familie plötzlich ein wenig größer geworden war, und sie wusste, dass ihre Eltern auch ganz aus dem Häuschen sein würden, wenn auch überrascht. Echo hoffte, ihre Eltern würden sie bald in der Akademie besuchen und alle könnten sich treffen, inklusive Dawn und nun auch Hope.