Lunastria

Hexenakademie

Zuletzt eingetragen am:
23.10.2026 um 14:35 Uhr
21 September, 2026| Phinea| |
Meine Ritualkerze

Die Dämmerung legt sich wie ein samtener, tiefblauer Schleier über die alten Türme unserer Hexenschule. Ich sitze auf den kühlen Holzdielen meines kleinen Turmzimmers, die Beine untergeschlagen, während der Nachtwind leise durch das getönte Fenster streicht.

In meinen Händen halte ich stolz mein eigenes Meisterwerk: Eine von mir gegossene Ritualkerze aus warmem Bienenwachs. Von der Kante fallen zarte, filigrane Ketten hinab, an denen feinteilige, schimmernde Smaragde und kleine Perlen wie verzauberte Tropfen hängen. Am Sockel habe ich einen Reigen aus smaragdgrünen Sichelmonden und feinen Sternen eingraviert. 

Als Erwachte, in deren Adern sowohl die bodenständige Intuition der Menschen als auch das uralte Spüren der Alben fließt, fühle ich das leise, verheißungsvolle Pulsieren, das von dem Wachs ausging.

Wofür meine Kerze brennt

Ich habe diese Kerze als meinen persönlichen Schlüssel zur Smaragdsicht und Herzensintuition erschaffen. Die grünen Edelsteine bündeln mein albonisches Erbe, um meinen Blick für das Verborgene zu schärfen. Wenn ich neugierig auf Antworten bin, die Naturgeister um Rat frage oder meine oft verträumten Ahnungen in glasklare Visionen verwandeln will, entzünde ich genau dieses Licht.

Mein Ritual im Turmzimmer
  1. Die Ausrichtung: Ich bette meine Kerze behutsam auf eine geschliffene grüne Achat-Scheibe. Um das Wachs herum verstreue ich getrockneten Salbei und kleine Bergkristalle, um die Energie im Raum zu klären.

  2. Die Erweckung: Ich beuge mich vor und streiche mit den Fingerspitzen sanft über die eingravierten Sichelmonde am Fuß der Kerze. Dabei lasse ich mein albonisches Blut leise aufglühen.

  3. Das Entzünden: Mit einem kleinen Streichholzstoß entfache ich den Docht. Die Flamme verankert sich ruhig, und sofort beginnen die Smaragde an den feinen Wachsketten das Licht zu brechen – ein warmes, grün-goldenes Schimmern tanzt über meine Steinwände.

  4. Mein Zauberspruch: Ich schloss die Augen, atme den würzigen Duft des Wachses ein und flüstere leise:

„Smaragdnes Licht und Mondesschein,

webt mir das Verborgene ein.

Mensch und Albe, Geist erwacht,

zeigt mir, was im Schatten lacht.“

Meine neugierigen Gedanken lösen sich vom Hier und Jetzt und folgen dem grünen Lichtschein direkt hinein in die Geheimnisse der Nacht…