Lunastria

Hexenakademie

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25.08.2026 um 14:50 Uhr
22 August, 2026| Hazel| , |
Das Herz der See: Das Echo vergangener Liebe

Die Wellen vor Bresea schlugen sanft gegen die Klippen, während unter der Oberfläche das große Fest des Mervolks tobte. Tausende Farben tanzten wie Sterne durch das Wasser und ließen die nächtlichen Tiefen wie einen funkelnden Sternenhimmel erstrahlen. Doch Hazel hatte keinen Blick für das Feiern – sie stand im ALabor des Marine-Instituts, direkt vor dem geheimnisvollen Fund.

Die Muschel war riesig, von einem tiefen Perlmuttblau, und in ihrer Mitte pulsierte ein sanftes, warmes Licht. Auf ihrer Oberfläche spiegelten sich uralte, sehr verwaechenea Gravuren.

Hazel trat näher heran. Sie nahm ihr neu geschmiedetes Hirschgeweih-Amulett in die Hand und konzentrierte sich – woraufhin das Amulett sofort auf die Schwingung der Muschel reagierte. Mit einem Hauch von Magie aktivierte Hazel unwissend die Runen, die sich auf der Muschel befanden.

Plötzlich entfaltete sich vor ihr eine leuchtende, holografische Erinnerung aus einer längst vergangenen Zeit – eine Projektion aus reinem Licht. Sie sah eine junge Meereskönigin und einen Magierqq, die sich in den stürmischen Gewässern von Bresea begegnet waren. Ihre Liebe war damals verboten gewesen, ein Bund zwischen zwei Welten, die sich feindlich gegenüberstanden. Als Zeichen ihrer unendlichen Verbundenheit und als magischer Anker hatten sie diese Muschel erschaffen: ein jahrhundertealter Liebesbeweis, aufgeladen mit der Magie zweier Herzen, die nur während der magischen Korallenblüte erwachte.

Das „Herz der See“ schlug für die Verbindung.

Als die Projektion langsam in einem glitzernden Funkenregen verblasste, blieb Hazel für einen Moment wie angewurzelt stehen. Das musste Sie sofort dem Institut melden! Das warme, beruhigende Licht des Artefakts hüllte den Raum ein… in Hazels Kopf drehten sich die Gedanken plötzlich um etwas ganz anderes.

Ihr Blick glitt hinab auf ihr eigenes Amulett, während plötzlich Worte in ihrem Verstand widerhallten, die damals in der alten Universitätsbibliothek an sie gerichtet waren:

„Sobald ich in deiner Nähe bin, fühle ich mich seltsam aus dem Takt gebracht. Als wäre die Luft um dich herum magnetisch.“

Jede Silbe schien sich tief in ihr Gedächtnis eingegraben zu haben. Damals in den Schatten zwischen den Regalen hatte auch sie diese seltsame, fast magische Anziehungskraft gespürt. Es fühlte sich genau so an, wie Sejanus es beschrieben hatte – wie eine magnetische Kraft, die sie immer wieder zueinanderzog.

Hazel atmete tief durch. Die Geschichte dieses uralten Liebesbeweises erzählte von tiefen Gefühlen, die alle Hürden überstanden hatten – und während draußen das Mervolk sein Fest feierte, fragte sich Hazel mit einem leisen Prickeln im Bauch, wohin ihr eigener Weg wohl führen würden.

Später am Abend, als die Aufregung des Tages sich legte und Hazel dem Marine Institut alles geschildert und auch erneut gezeigt hatte, machte sich Hazel gemeinsam mit Citrin auf den Weg zu Merle, um die kleine im Kindergarten bettfertig zu machen. Während Merle müde, aber mit großen, staunenden Augen in ihrem Bettchen lag und den Geschichten über das leuchtende Meer lauschte, musste Hazel ihre Gedanken einfach teilen. Sie erzählte den beiden von der geheimnisvollen Begegnung in der Bibliothek und von Sejanus‘ Worten.

Die kleine Merle hörte natürlich begeistert und mit kindlicher Neugier zu – auch wenn sie von den komplizierten Gefühlen zwischen den Zeilen noch nicht viel verstand. Citrin hingegen blieb gewohnt skeptisch und vorsichtig, verschränkte die Arme und musterte Hazel mit einem Blick, der wohlüberlegte Vorsicht riet. Doch trotz Citrins Bedenken wärmte das Bild von Sejanus Hazels Herz, während sie Merle sanft zudeckte und der Tag langsam ausklang.