Lunastria
Hexenakademie
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Prompt August 2026
25.08.2026 um 14:50 Uhr
Seele der Artefakte
Das Klassenzimmer für magische Artefakte war von einem feinen, metallischen Duft erfüllt. Für Hazel war es die dritte Stunde bei Professorin Celia, und die heutige Lektion drehte sich ganz um die Seele eines jeden magischen Gegenstands: die Materialien.
Hazel hielt das hauchdünne Blatt der Mond-Linusa-Blüte vorsichtig mit einer kleinen Pinzette unter die Lupe. Im schimmernden Licht erkannte sie die winzigen, fast unsichtbaren Runen auf der Oberfläche. Ein faszinierender Anblick, der ihre Gedanken sofort zu ihrer Schwester Maru wandern ließ. Seit sie die schwarzen Karten besaß, suchte Hazel fieberhaft nach Wegen, Spuren aufzuspüren, die anderen verborgen blieben.
Was für ein Artefakt würde ihr bei diesem Ziel am besten helfen?
Plötzlich stand Professorin Celia an ihrem Tisch. Hazel zuckte leicht zusammen. Celia hatte etwas an sich, das in Hazel stets ein seltsam unbehagliches, aber auch fasziniertes Gefühl auslöste. Die Professorin war es schließlich gewesen, die Maru einst angelernt, gefördert und in die Geheimnisse der Magie eingeweiht hatte. Celia kannte Maru – und sie wusste genau, wer Hazel war.
Celia warf einen prüfenden Blick auf die sorgsam zusammengestellten Materialien im Beutel – das glänzende Runengold, den schimmernden Feenstaub, die schützende Leotan-Fischschuppe, den zähen Klebstoff und das feine Gravurset. Ihr Blick, der kurz auf Hazels Augen ruhte, schien tief zu blicken, fast so, als würde sie in Hazels Gedanken lesen.
„Schon eine Idee, was daraus werden soll, Hazel?“, fragte Celia mit jener sanften, aber durchdringenden Stimme, die Hazel nur allzu gut kannte.
Hazel schluckte das leichte Kribbeln hinunter, blickte auf und nickte entschlossen. Ihre Gedanken rasten. Sie musste an ihren Vertrauten denken – diesen stolzen, majestätischen Hirsch, der ihr in stürmischen Zeiten als Beschützer und unfehlbarer Wegweiser zur Seite stehen würde. Wenn sie diesen Anhänger schuf, musste er genau diese Magie in sich tragen.
„Ich möchte einen magischen Such- und Schutzanhänger herstellen“, antwortete Hazel und klang dabei fest entschlossen. „Die Gestalt soll einem feinen Hirschgeweih nachempfunden sein. Eingeschlossen von einem Runenkreis, denn im Kreis vereint symbolisieren sie die Gesamtheit des Kosmos, den Kreislauf des Lebens sowie die geballte magische Kraft aller Ursymbole, die dem Träger Schutz, Weisheit und universelle Energie spendet.“
Die Basis sollte ein flaches Amulett aus dem formbaren Runengold bilden, das magische Energie speichert. Eingearbeitet in das Metall würde das zarte Blatt der Mond-Linusa-Blüte als feine Antenne für Illusionen und verborgene Pfade dienen, verstärkt durch den magischen Feenstaub. Die Leotan-Schuppe würde das Amulett vor Beschädigungen und negativen Einflüssen schützen, während sie das Werkstück mit dem Gravurset und ihren geliebten Runen vollendete. Es würde nicht nur ein schöner Schmuckgegenstand sein, sondern ihr im Ernstfall helfen, verborgene magische Spuren zu wittern und den Weg zu weisen. Passend zu ihrem wunderschönen Kompass.
Celia schwieg einen Moment lang. Ihre Augen musterten Hazel mit einer Mischung aus Stolz und einer tiefen, unausgesprochenen Wehmut, ehe ein schwaches, zartew Lächeln ihre Züge umspielte. „Eine ambitionierte Wahl… und ein sehr bedachter Entwurf“, murmelte Celia leise, fast zu leise, als würde sie dabei an Maru denken. Dann wandte sie sich ab und ging zum nächsten Tisch.
„Perfekt“, dachte Hazel, während sie die Komponenten sicher in ihrer Tasche verstaute. Die Materialien waren komplett. Jetzt musste sie nur noch die kommende vierte Stunde abwarten, um endlich zur Tat zu schreiten.












