Lunastria
Hexenakademie
14.06 – 12.07.2026
- Astrolabium Zodiac
Prompt Juni 2026
29.06.2026 um 15:45 Uhr
Detektivarbeit im Schwimmclub
„Das gibt es doch nicht! Schon wieder weg!“, schimpfte eine von Hazels Mitschwimmerinnen und wühlte verzweifelt in ihrer Tasche. „Meine silberne Haarklammer war eben noch da!“
In der Umkleidekabine des Schwimmclubs herrschte helle Aufregung. In den letzten Tagen verschwand dauernd Kleinkram: Spangen, Ketten, sogar glänzende Kabinenschlüssel. Hazel, die gerade mit nassen Haaren und einem Handtuch um den Schultern auf der Bank saß, tauschte einen vielsagenden Blick mit Citrin. Die große Elfe saß elegant auf einem Spind und schmunzelte. „Ein magischer Dieb?“, fragte Hazel leise. „Kein gewöhnlicher“, antwortete Citrin mit ihrer klaren, sanften Stimme. „Schau mal dort drüben beim Abflussgitter. Da schimmert eine Restmagie.”
Die glitzernde Falle
Hazel grinste. Ihr sportlicher Ehrgeiz war mal wieder geweckt, auch wenn es diesmal keine Zensuren gab. Sie wartete, bis die anderen Mädchen die Umkleide verlassen hatten. Dann kramte sie aus ihrer eigenen Tasche eine besonders hell funkelnde, goldene Haarnadel heraus und legte sie mitten auf den feuchten Fliesenboden.
Gemeinsam mit Citrin versteckte sie sich hinter einer Reihe von Handtuchhaltern. Sie mussten nicht lange warten.
Plop!
Mit einem leisen, nassen Geräusch hob sich das metallische Abflussgitter in der Ecke der Umkleide ein kleines Stück an. Zwei winzige, pechschwarze Knopfaugen lugten hervor. Kurz darauf schlüpfte ein kleines, geschmeidiges Wesen heraus, das aussah wie eine Mischung aus einem Frettchen und einem Otter, dessen nasses Fell im Licht der Kerzen silbern glitzerte. Citrin flüsterte: „Ein Glimmerotter!”
Das Tierchen fiepte leise vor Begeisterung, als es Hazels goldene Haarnadel entdeckte. Es flitzte auf allen vieren los, schnappte sich die Nadel mit den kleinen Pfoten und wollte gerade wieder im Abfluss verschwinden.
„Halt Bürschchen!“, rief Hazel und sprang aus ihrem Versteck.
Erschrocken quiekte der Otter auf, verlor den Halt auf den nassen Fliesen und schlitterte wie eine Seife direkt in Hazels ausgestreckte, behandschuhte Hand. Das Tierchen zappelte kurz, sah Hazel dann aus riesigen, unschuldigen Augen an und ließ die Haarnadel mit einem beleidigten „Chrrr“ fallen.
„Er ist noch jung“, bemerkte Citrin, kam näher und tippte dem Otter sanft auf die Nase. „Sie bauen ihre Nester am liebsten im Fundament von Gebäuden. Und je mehr es glänzt, desto gemütlicher haben sie es.“
Neues Zuhause für den kleinen Dieb
Citrin nutzte ihr Magie und ließ die gesamte Beute aus dem Abflussrohr schweben und in ein kleines Körbchen fallen, um sie später den rechtmäßigen Besitzerinnen im Schwimmclub zurückzugeben.
Den kleinen Glimmerotter setzte sie behutsam in eine gemütliche, mit einem weichen Handtuch ausgekleidete Tasche. Er fiepte ein wenig protestierend, gab sich aber schnell geschlagen, als Hazel ihm als Trostpflaster eine besonders glänzende, bunte Glasmurmel herbeizauberte und ihm zum Festhalten überließ.
„Hier im Club kann er nicht bleiben“, sagte Hazel, während sie sich ihre Jacke überzog. „Die Rohre sind viel zu eng und voller Chlor.“ Citrin nickte zustimmend und strich dem Otterchen sanft über den Kopf. „Ich glaube ich kenne den perfekten Ort für ihn, Hazel. Draußen in der Stadt, wo das Leben pulsiert, aber die Natur ihren Platz hat.“
Der Ausflug zur Brücke
Später am Abend, als die Sterne über der Akademie funkelten, machten sich die beiden auf den Weg in die Stadt. Citrin führte Hazel zu einer idyllischen, alten Steinbrücke, unter der ein kleiner, kristallklarer Bach plätscherte. Das Wasser spiegelte das Licht der Straßenlaternen wider – es sah aus wie ein Fluss aus flüssigem Silber.
Hazel kniete sich an das feuchte Ufer direkt neben den steinernen Brückenbogen. Sie öffnete die Tasche und setzte den kleinen Kerl behutsam ins Gras.
Der Glimmerotter schnupperte aufgeregt an der frischen Luft, blickte auf das glitzernde Wasser und stieß ein begeistertes Fiepen aus. Zwischen den alten Steinen der Brücke gab es perfekte, trockene Höhlen, die nur darauf warteten, bezogen zu werden. „Hier wird es ihm an nichts fehlen“, sagte Citrin und lächelte. „Und die Stadtbewohner werfen ab und zu bestimmt mal eine glänzende Münze in den Bach, um sich etwas zu wünschen.“
„Das ist sein persönliches Paradies“, schmunzelte Hazel. Zum Abschied zauberte Sie noch eine Handvoll bunter Murmeln direkt vor seine neue Höhle. Das Otterchen schnappte sich glücklich die erste Kugel und flitzte in den Schutz des Brückenbogens.
Neues Wesen entdeckt
Glimmerotter
Diese flinken, geheimnisvollen Wesen leben im Verborgenen – bevorzugt in den Entwässerungsschächten von Thermen, an klaren Quellufern oder in städtischen Kanälen. Sie sind wahre Elstern der Gewässer und bauen ihre kunstvollen Nester am liebsten aus glitzerndem Diebesgut.
Aussehen: Optisch erinnern sie an eine verspielte Mischung aus Frettchen und Otter, deren dichtes Fell im Wasser silbern schimmert. Ihr auffälligstes Merkmal sind die tiefblauen, kristallinen Kugeln, die sich wie eine funkelnde Krone über ihren Kopf und den gesamten Rücken ziehen.














