Lunastria
Hexenakademie
14.06 – 12.07.2026
- Astrolabium Zodiac
Prompt Juni 2026
15.06.2026 um 15:40 Uhr
Die Spur der Wilderer 🦌
Die Sonnenstrahlen brachen kaum durch das dichte Blätterdach, als wir das Schutzreservat am Sternensee erreichten. Das sonst so friedliche Summen des Waldes war einem beunruhigenden, elektrischen Knistern gewichen. Ich hielt mein schimmerndes Schutzamulett fest umklammert, während meine Elfe Vivi nervös um meinen Kopf schwirrte. Als Blütenmagierin spürte ich den Schmerz des Waldes sofort. Die feindliche Magie der Wilderer hatten die umliegenden Pflanzen welken lassen, die Blüten hingen kraftlos herab.
Vivi stieß plötzlich einen leisen Warnruf aus und deutete mit ihrer winzigen Hand auf eine dichte Brombeerhecke. Als wir näher traten, stockte mir der Atem. Ein junger Mähnenhirsch hatte sich in einer fiesen, dornenbesetzten Magiefalle verfangen. Die Falle entzog ihm langsam seine Lebensenergie, und er war viel zu schwach, um sich selbst zu befreien. Seine großen, dunklen Augen blickten mich voller Panik an.
„Ganz ruhig“, flüsterte ich und kniete mich vorsichtig in das feuchte Moos.
Jetzt musste alles schnell gehen. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf die verbliebene Naturkraft in meiner Umgebung. Ich rief meine Blütenmagie an und ließ rankende, sanfte Mondviolen direkt aus dem Boden sprießen. Diese magischen Blüten besitzen die Fähigkeit, rohe, feindliche Magie zu absorbieren. Mit Vivis Hilfe – sie nutzte ihr elfisches Gespür, um die Schwachstellen im magischen Geflecht der Falle aufzuspüren – ließ ich die Violen um die Falle herumtanzen. Die Blüten begannen hellblau zu leuchten, saugten die dunkle Energie auf und ließen die Fesseln der Falle mit einem leisen Knacken zerspringen.
Der Hirsch war frei, aber seine Beine zitterten heftig. Vivi flog mutig direkt vor seine Nase, verstreute beruhigenden Elfenstaub und flüsterte ihm besänftigende Worte in der alten Sprache der Naturwesen zu, um seinen Herzschlag zu senken. In der Zwischenzeit ließ ich in meinen Handflächen eine seltene Heil-Anemone erblühen. Ich zerrieb die Blütenblätter vorsichtig und strich den heilenden, süßlich duftenden Saft auf die Schrammen an seinen Flanken. Die Wunden schlossen sich fast augenblicklich, und ein gesundes Glänzen kehrte langsam in sein Fell zurück. Mit einem dankbaren Schnauben stupste er meine Schulter an, bevor er lautlos im sicheren Dickicht verschwand.
Bevor wir die Spuren der Wilderer für die Waldwächter dokumentieren konnten, hörten wir aus der Richtung des Sees ein klagendes Weinen. Wir eilten zum Ufer, wo das Wasser des Sternensees durch die magische Destabilisierung unnatürlich lila schimmerte. Dort, im seichten Wasser, saß eine kleine Gruppe von aquatischen Kristallkröten. Ihre schützenden Panzerschichten waren durch die saure, verunreinigte Magie im Wasser ganz rissig geworden.
Gemeinsam mit Vivi startete ich wieder eine Rettungsaktion. Während meine Elfe mit ihren magischen Kräften die Kröten vorsichtig aus dem Wasser auf ein trockenes Seerosenblatt trieb, konzentrierte ich meine gesamte magische Energie auf die Flora am Ufer. Ich ließ einen dichten Teppich aus Wasserreinigenden Lilien wachsen. Ihre langen Wurzeln gruben sich in den Seeboden und begannen sofort, das lila schimmernde Gift aus dem Wasser zu filtern. Innerhalb weniger Minuten wurde das Wasser um uns herum wieder kristallklar. Für die beschädigten Panzer der Kröten nutzte ich das Harz einer nahegelegenen Zauberweide, welches die Risse einigermaßen versiegelte.
Als der Abend hereinbrach und die erfahrenen Hexen signalisierten, dass die Wilderer erfolgreich vertrieben worden waren, kehrten wir erschöpft, aber glücklich zur Akademie zurück. Als ich Professorin Elspeth stolz von der Rettung des Mähnenhirschs und der Reinigung des Sees berichtete, lächelte sie zufrieden. Diese Probe hatte uns gezeigt, dass wir bereit für unseren Abschluss waren.













