Lunastria

Hexenakademie

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15.06.2026 um 15:40 Uhr
12 Juni, 2026| Hazel| |
Citrins erwachen – Teil 2

Hazel stand am Rand des gleißenden Zauberkreises. Die Gesänge der Elfenältesten hallten von den feuchten Höhlenwänden wider, während der silberne Kreis auf dem Boden immer wilder pulsierte. Inmitten dieses magischen Sturms schwebte Citrin, die Augen geschlossen, vollkommen ruhig, als würde sie auf den entscheidenden Funken warten.

„Jetzt, Hazel!“, rief die Älteste durch das kristalline Summen hindurch. Hazel zögerte keinen Moment. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf die tiefe Verbindung zu ihrer kleinen Begleiterin. 

An ihrem Gürtel begann die Kristallträne augenblicklich zu reagieren. Der Hexenkristall wurde glühend heiß. Als Hazel sie berührte, strahlte das dunkelgrüne Artefakt hell auf, so dass das das Licht aus seinem Inneren die gesamte Grotte flutete. Hazel hob den Kristall und lenkte den reinen Energiestrom direkt in den Zauberkreis. 

„Citrin!“, rief sie.

Das Leuchten der Kristallträne verband sich mit den silbernen Linien der Elfenmagie. Ein gigantischer, warmer Lichtstrahl schoss empor und hüllte die kleine Elfe vollständig ein. Es war eine Wand aus purem, gleißendem Licht, die Citrin wie ein schützender Kokon umschloss.

Hazel starrte gebannt in den Lichtschimmer. Durch das blendende Strahlen hindurch war die Silhouette ihrer treuen Begleiterin deutlich zu erkennen. Und im Schein der Magie begann sich diese Silhouette auf faszinierende Weise zu verändern.

Die bisher winzige, faustgroße Gestalt begann sich sichtlich zu dehnen. Im weichen Lichtschimmer war erkennbar, wie ihre Beine und Arme anmutig länger wurden und die kindlichen, rundlichen Proportionen einer eleganten, erwachseneren Optik wichen. Das Licht schmiegte sich um ihre neuen Konturen, goss die gewachsene Energie in ihren Körper und festigte die neue Form.

Citrin war nun fast doppelt so groß wie zuvor. Mit einem leisen, melodischen Klingeln – wie das sanfte Aneinanderschlagen von feinstem Kristall – ebbte das Licht ab.

Die „neue“ Citrin schwebte schwerelos in der Luft. Sie war gewachsen, wirkte reifer und strahlte eine erhabene, ruhige Würde aus. Ihre Haare waren frech und kurz, so wie sie Hazel selbst zu Beginn getragen hatte. Ihre zwei Buns waren unverkennbar und die kleine, wiederspänstige wilde Strähne auf dem Kopf war ebenfalls geblieben, was Hazel ein Schmunzeln entlockte.

Citrin öffnete langsam die Augen und sah in Hazels, deren Augen sich schlagartig mit Tränen füllten. Sie flog langsam auf sie zu und schwebte auf Augenhöhe vor ihr. „Danke Hazel“, sagte Sie. Ihr zartes, helles Stimmchen von früher war verschwunden. Stattdessen klang ihre Stimme nun sanfter, voller und merklich erwachsener, behielt aber genau die liebevolle Ruhe, die Hazel an ihr so sehr schätzte. „Ich spüre die Kraft deines Studiums. Jetzt sind wir bereit für alles, was noch kommt.“

Hazel spürte, wie ihr vor Erleichterung und Stolz Tränen die Wange herunterliefen. Ihr fehlten die Worte. Sie drückte Citrin mit beiden Händen liebevoll an sich.

Die Elfe war nun größer, kräftiger und die magische Aura, die sie umgab, war fast greifbar. Welche neuen Fähigkeiten durch diese Verwandlung in Citrin erwacht waren, wussten beide noch nicht – das würde die Zukunft zeigen. Doch eines war sicher: Hazel hatte nun eine mächtige, erwachsene Partnerin an ihrer Seite, um jede Hürde zu meistern.

Die Elfenältesten neigten tief das Haupt vor der Hexe und ihrer gewachsenen Elfe. Der Zauberkreis erlosch langsam, und eine tiefe, friedliche Stille kehrte in die Grotte zurück.