Lunastria

Hexenakademie

Zuletzt eingetragen am:
15.06.2026 um 15:40 Uhr
27 Mai, 2026| élodie| |
Quest Aufgabe – Rødholt „Die goldene Laterne“

Es war einmal, tief im verschneiten Norden, ein kleines Dorf namens Rødholt. Hier waren die Winterabende so klirrend kalt und dunkel, dass die Menschen ohne die Straßenlaternen den Weg zu ihren Holzhäusern gar nicht finden würden. Für diese Laternen war die uralte, pflichtbewusste Dorfelfe namens Fridolina zuständig. 

Doch an diesem Abend stürmte es so gewaltig, dass eine der Laternen spurlos unter einer Schneewehe verschwand. Fridolina war ganz verzweifelt. Wie sollten die Dorfbewohner nur im Dunkeln nach Hause finden?

Zum Glück stapfte genau in diesem Moment die junge Hexe Élodie durch den tiefen Schnee. Élodie hatte ein Herz so warm wie ein Sommergarten und an ihrer Seite war wie immer Vivi, ihre treue, allerbeste Elfenfreundin.

Plötzlich durchbrach ein aufgeregtes Flattern die winterliche Stille. Es war Fridolina. Ihre Flügel zitterten im Wind, und sie sah furchtbar besorgt aus, als sie atemlos auf einem schneebedeckten Zaunpfahl landete. 

„Junge Hexe, wärst du so gut und könntest mir aushelfen?“, rief Fridolina mit ganz zittriger Stimme. „Ich bin für die Straßenbeleuchtung zuständig und kann eine der Laternen einfach nicht finden! Sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Könntest du sie bitte suchen?“ 

Vivi spitzte neugierig die Ohren, stupste Élodies Wange an und flüsterte ihr aufgeweckt ins Ohr: „Komm schon, Élodie, das schaffen wir! Wir können die gute Fridolina jetzt nicht einfach im Dunkeln stehen lassen!“ 

Élodie musste lächeln und nickte der alten Dorfelfe mutig zu. „Keine Sorge, Fridolina, wir helfen dir“, antwortete sie mit fester Stimme. 

Die junge Hexe schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete die eisige Luft ein. Ihre Spezialisierung war die Blütenmagie, und obwohl Rødholt tief im Winterschlaf lag, wusste sie genau, dass das Leben unter dem Eis nur auf ihren Ruf wartete. 

Élodie konzentrierte sich auf das wohlige Gefühl eines warmen Frühlingsmorgens und schickte eine feine Welle dieser sanften Magie hinab in den gefrorenen Boden. Und tatsächlich! Die schlafenden Wurzeln der alten Bäume am Waldrand erwachten für einen winzigen Moment. 

Sie reckten sich im Geist nach Élodie aus, kitzelten sie sachte und flüsterten ihr genau den Weg zu einer riesigen Schneewehe am Waldrand zu. 

„Da drüben ist sie!“, rief Élodie aus. 

Die beiden Elfen flogen aufgeregt vorneweg, während Élodie hinter ihnen durch den tiefen Schnee zum Waldrand stapfte. 

Dort angekommen, entdeckten sie dornige Ranken, die starr vor Frost um etwas Großes geschlungen waren. Élodie hob ihre Hände, bewegte die Finger wie beim Spielen einer unsichtbaren Harfe und ließ ihre Blütenmagie fließen. 

Sofort wurden die starren Dornen weich und geschmeidig. Sie streckten sich gemütlich, lockerten ihren Griff und weichten ganz sanft zur Seite, als würden sie die Hexe und die Elfen freundlich begrüßen. 

Da stand sie nun: die vermisste, pechschwarze Eisenlaterne. Ihr Glas war ganz blind vor Frost, und der Docht im Inneren sah furchtbar kalt aus. 

Jetzt brauchte Élodie ihr Wissen aus der Runenkunde. Sie zog ihre kuscheligen Handschuhe aus und presste ihre nackten Finger direkt auf das eiskalte Metall. Der Frost schmerzte an den bloßen Händen, aber sie blieb ganz konzentriert. 

Mit der Fingerspitze ritze sie zuerst das Wort LICHT in Form der alten Runen Kenaz und Sowilo in das Eisen. Sofort begann das Metall magisch zu glimmen. Gleich dahinter setzte sie die Runen Dagaz und Tiwaz für das FEUER. Die Runen flammten in einem gemütlichen, feurigen Orange auf. 

Das Eis auf dem Glas schmolz in Sekundenschnelle zischend weg, und mit einem leisen Puff erwachte der Docht zum Leben. 

Es wurde so hell und warm, dass der finstere Waldrand plötzlich ganz friedlich und geborgen aussah. Fridolina quiekte vor Freude laut auf und bedankte sich tausendmal bei den beiden. Vivi kehrte stolz auf Élodies Schulter zurück und flüsterte: „Das hast du toll gemacht, Élodie!“