Hazel machte sich bereit für die vierte Stunde Musikunterricht.
Der Duft von feuchter Erde und Lavendel lag in der Luft, als Professorin Rosella die Klasse in den weitläufigen Schulgarten führte und die aktuelle Aufgabe erklärte.
Nach kurzer Zeit schwirrten die ersten Lichtblitze durch die Luft – eine Mitschülerin übte binhektisch kurze Teleportationssprünge, gefolgt von lautem Plopp und verbranntem Gras. Hazel suchte sich abseits des Trubels ein ruhiges Plätzchen auf einem Steinkreis. Während die anderen Hexen ihre Zauberstäbe schwangen, kniete Hazel sich hin. Ihre Spezialisierung, die Runenmagie, forderte keine eleganten Gesten, sondern Präzision.
Aus ihrer Tasche zog sie selbst geschnitzte Runensteine und ein Stück magische Kreide. Mit schnellen, geübten Bewegungen zeichnete sie die Symbole für Energie und Schutz auf den Boden und platzierte drei Kiesel-Runen im Dreieck um sich herum. Sie schloss die Augen und flüsterte die Aktivierungsworte. Die eingeritzten Zeichen begannen augenblicklich golden zu leuchten.
Genau in diesem Moment schoss ein verpatzter, funkensprühender Irrläufer-Zauber einer Mitschülerin direkt auf sie zu. Keine Zeit zum Weglaufen! Hazel stampfte entschlossen mit dem Fuß auf das Zentrum ihrer Runen-Matrix. Mit einem surrenden Geräusch schoss eine schimmernde Barriere empor. Der fremde Zauber prallte mit einem lauten Zisch ab und verpuffte als harmloser Funkenregen am Himmel.
Hazel atmete tief durch. Als sie aufblickte, nickte Professorin Rosella ihr anerkennend zu. „Ausgezeichnete Reaktion, Hazel! Aber denk daran: In der Prüfung bewegen sich die Ziele. Übe, deine Runen im Lauf anzuwenden“
Hazel lächelte und sammelte ihre noch warmen Steine auf. Die Stunde war ein voller Erfolg, doch sie wusste jetzt genau, worauf es bei der Prüfung ankommen würde: Sekundenschnelle Magie in voller Bewegung.













