LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

Das geschäftige Treiben in der Schulküche fühlte sich an wie ein Bienenschwarm vor dem Ausschwärmen. 

Überall klapperten Töpfe, und der Duft von Vanille lag in der Luft. 

Professorin Kathleen hatte uns gerade erklärt, dass sie wegen einer Vertretung kaum Zeit für uns haben würde. Wir sollten uns in kleinen Gruppen organisieren. Die Zeit drängte unbarmherzig, und wir mussten eine Nachspeise zaubern, die für die gesamte Schülerschaft reichte – leicht, schnell und einfach für eine riesige Gruppe umzusetzen.

Ich blickte auf die Zutaten und hoffte inständig, dass meine Blütenmagie uns heute eine Hilfe sein könnte. Ein schwerer Kuchen schied aus, da das Backen viel zu lange gedauert hätte. Ich tat mich mit zwei Mitschülerinnen zusammen, und gemeinsam hatten wir eine Idee: Ein leichtes Rosenwasser-Panna-Cotta, aufgeteilt auf viele kleine Gläser.

Während die anderen beiden im Eiltempo die cremige Basis aus Sahne, Zucker und einem feinen Hauch von Rosenwasser auf dem Herd anrührten, stellte ich die Gläser bereit. Als die heiße Flüssigkeit abgefüllt war, standen wir vor dem größten Problem: Panna Cotta braucht Stunden, um im Kühlschrank fest zu werden. Diese Zeit hatten wir einfach nicht, und Panik machte sich in unserer Gruppe breit.

Ich wollte meine Freundinnen nicht hängenlassen. Ich schloss die Augen, atmete tief den Duft des Rosenwassers ein und konzentrierte mich ganz fest auf meine Blütenmagie. 

Ich streckte die Hände über den Tisch aus und versuchte, die kühlende Energie der Natur herbeizurufen. 

Hibernis Flora!

Ein leiser, silberner Schimmer legte sich über die Gläser. Ich atmete erleichtert auf, als ich sah, dass die Masse tatsächlich in Sekundenschnelle stockte und wunderbar cremig wurde.

Um dem Ganzen noch eine besondere Note zu geben, ließ ich vorsichtig meine Magie spielen. Über den Gläsern öffneten sich kleine Knospen, und zarte, essbare Veilchen und Rosenblüten entfalteten sich auf der Oberfläche. Sie sahen richtig hübsch aus und gaben dem einfachen Dessert das gewisse Etwas.