Ich stehe in der kühlen Schlossküche und betrachte die cremige Vanille-Grundmasse, die Professorin Kathleen uns vorbereitet hat. Vanille ist eine tolle Basis, aber ich möchte meine Blütenmagie nutzen, um daraus etwas ganz Eigenes zu machen.
„Ein Hauch von Morgentau und Lavendel“, flüstere ich und rühre vorsichtig einen selbstgemachten Lavendelsirup unter, bis das Eis einen zarten, violetten Schimmer annimmt.
Während die Masse im Gefrierschrank fest wird, schließe ich die Augen und konzentriere mich auf die Pflanzensamen, die ich extra aus meinem Inventar mitgenommen habe. Mit einer sanften Handbewegung lasse ich winzige, essbare Stiefmütterchen und hübsche Rosenknospen direkt vor meinen Augen in voller Pracht erblühen.
Ich richte das Eis in einer Schale an, die ich aus einem großen, gefrorenen Blatt geformt habe, verziere die Kugeln mit meinen frisch gezauberten Blüten und streue zum Abschluss ein wenig glitzernden Hibiskusstaub darüber.
Vorsichtig balanciere ich die frostigen Schalen durch die Gänge des Schlosses, bis ich die schwere Tür zum Rosengarten erreiche. Die Hitze schlägt mir wie eine Welle entgegen, doch meine Magie hält das Eis gefroren.
Dort, direkt neben dem großen Brunnen, entdecke ich die Wache. Es ist Sir Alaric. Er steht kerzengerade da, doch ich sehe, dass sein Gesicht vor Anstrengung und Hitze gerötet ist. Er sieht wirklich so aus, als könnte er eine Abkühlung gebrauchen.
„Sir Alaric?“, spreche ich ihn leise an. Er zuckt kurz zusammen und greift fester nach seiner Hellebarde, doch als er mich erkennt, entspannt er sich. Sein Blick fällt auf die Schale in meiner Hand, und seine Augen weiten sich vor Staunen.
„Fräulein Élodie? Was macht Ihr bei dieser Hitze hier draußen?“
„Ich dachte, Sie könnten bei diesem Wetter sicher eine Abkühlung gebrauchen“, sage ich und reiche ihm die Schale.
Sobald er den ersten Löffel probiert, entspannt er sich sichtlich. „Das schmeckt wirklich gut, Élodie… genau das, was ich jetzt gebraucht habe“, murmelt er mit einem dankbaren Lächeln.














