LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

27 April, 2026| Echo| , |

Schon am Stadttor von Helvik sah Echo die ersten Häschen. Kleine, silbrig schimmernde Fellknäuel, die überall herumwuselten und alles anknabberten, was ihnen in den Weg kam. Girlanden hingen nur noch halb, und irgendwo fiel gerade ein ganzer Tisch mit einer Blumenvase um.

„Okay… das ist mehr als ein paar Häschen“, murmelte Echo und schaute sich hektisch um. Jemand hatte in der Akademie um Hilfe gefragt, weil eine nicht enden-wollende Kiste mit Leckerlis ausgekippt sei.

In der Mitte des Marktplatzes entdeckte sie die Übeltäter: Eine offene Kiste, aus der immer noch Leckerlis herauspurzelten. Immer mehr. Kein Wunder, dass die Häschen völlig außer Kontrolle waren.

Echo ging näher heran und kniete sich zur Kiste hin. Statt sofort einen großen Zauber zu wirken, begann sie ruhig mit einem kleinen Runenkreis direkt um die Kiste. Begrenzung und Stillstand, sauber gesetzt. Dawn tippte einmal gegen die Linie, als sie fast verrutscht wäre. Das Leuchten der Kiste flackerte. Zuletzt holte Echo ihre goldene Sanduhr heraus. Das würde helfen. Die Sanduhr platzierte sie neben der Kiste und sie tippte sie mit ihrem Zauberstab an. Dann hörten die Leckerlis auf, sich zu vermehren, und die letzten Leckerlis verschwanden wieder in der Kiste.


„Gut, erster Schritt“, sagte Echo leise und stand langsam auf, um sich das Chaos um sich herum anzuschauen. Mehr Häschen würden es jetzt nicht werden, aber die, die in der Stadt waren, sollten auch wieder heraus.

Die Häschen waren noch überall verteilt und viel zu aufgeregt, um einfach wegzulaufen. Also machte Echo etwas anderes. Sie sammelte ein paar der Leckerlis ein, legte sie vor sich auf den Boden und konzentrierte sich.

✨ Forma mutare, herba lenis ✨

Die Leckerlis verwandelten sich langsam in weiches Gras und kleine Kräuter. Der Duft breitete sich sofort aus und die Häschen beäugten sie neugierig. Nach und nach bewegten sie sich alle in dieselbe Richtung, angelockt vom frischen Grün in der Mitte des Marktplatzes.

Echo blieb ruhig sitzen und vergrößerte die Fläche Stück für Stück, verwandelte immer mehr Leckerlis, sodass eine Spur entstand, die aus der Stadt hinausführte mit frischem Gras und duftenden Kräutern. Dawn hopste vor ihr und ließ Leckerli für Leckerli fallen und bereitete die Spur vor, die Echo dann verwandeln konnte.


Es dauerte eine Weile, aber schließlich waren die meisten Häschen der Spur gefolgt und sammelten sich außerhalb der Stadt auf einer freien Wiese. Es war mittlerweile Nacht geworden. Echo stand auf und sah sich um. Die Straßen waren wieder sichtbar, die Dekoration zwar angeknabbert, aber noch zu retten. Als letzte Aufgabe sammelte Echo die verbleibenden Grasbüschel ein und fing noch das letzte Häschen ein, das sich unter einer Kiste versteckt hatte, und brachte es vor die Stadt. Dawn blickte sie müde an und Echo nickte zufrieden: Das Mondhäschen-Chaos war für das Erste gebannt.