Frustriert irre ich durch die endlosen Korridore der Schule. Seit einer halben Stunde suche ich schon nach einem dieser verflixten Siegelfänger!
Die Korridore der Schule sind still, nur das ferne Echo von Schritten ist zu hören. Ich entscheide mich nach ergebnislosem Suchen, es beim Nordturm zu probieren.
Plötzlich sehe ich es: Ein goldenes Aufblitzen direkt neben einer Ritterrüstung. Ein Siegelfänger! Das Ding vibriert vor Energie und schlägt schnell mit seinen Flügeln.
Bevor ich blinzeln kann, schießt er los, fegt die Treppe hinunter und schlägt scharfe Haken in der Luft.
Ich darf keine Hilfe annehmen, also verlasse ich mich auf meine Instinkte. Anstatt ihm direkt hinterherzurennen – was bei seiner Geschwindigkeit zwecklos wäre – nutze ich den engen Wendelgang der Treppe aus. Ich werfe meinen Umhang wie ein Netz voraus, mit der Hoffnung, ihn damit einfangen zu können. Er weicht geschickt aus!
Da fällt mir ein blitzschnell eine Idee ein.
Schnell konzentriere ich mich auf meine Blütenmagie.
Ich schlage meine Hände auf den Steinboden und lasse augenblicklich fette, dornenlose Ranken aus den Ritzen hervorbrechen. Anstatt ihn direkt zu greifen, lasse ich die Ranken ein dichtes Netz weben, das den halben Korridor ausfüllt. Der Siegelfänger schießt mitten hinein und verheddert sich in den weichen, aber extrem zähen Blütenblättern. Seine goldenen Flügel flattern wild, doch die Ranken ziehen sich sanft, aber bestimmt um ihn zusammen, bis er sich nicht mehr rühren kann.
Mit einer gezielten, schnellen Handbewegung umschließe ich das kleine, zappelnde Ding. Es fühlt sich warm an und zappelt protestierend gegen meine Handflächen.
Ich atme tief durch. Geschafft!















