Ich atme tief durch und streiche ein letztes Mal über das weiche, grüne Fell meines Stoff-Frosches. Er ist süß, aber für den Unterricht brauche ich etwas Praktischeres.
Ich möchte ein Notizbuch daraus machen, um meine Entdeckungen über magische Pflanzen darin festzuhalten. Ich greife nach dem Fläschchen mit der Prismafarbe. Die zähflüssige Substanz leuchtet in allen Regenbogenfarben.
Vorsichtig träufle ich drei Tropfen auf den Rücken des Frosches. Die Farbe saugt sich in den Stoff und beginnt, die einzelnen Fasern zum Leuchten zu bringen. Es sieht aus, als würden winzige Lichtadern durch das Stofftier fließen.
Dann lege ich meine Hände flach auf den Frosch. Jetzt kommt der wichtigste Teil: die Vorstellung. Ich schließe die Augen, um mich besser konzentrieren zu können. Jetzt muss ich meine Blütenmagie benutzen!
Ich stelle mir nicht nur Papier vor, sondern getrocknete, flach gepresste Pflanzenfasern. Ich visualisiere, wie sich die Füllwatte im Inneren des Frosches zu festen, glatten Seiten verdichtet.
„Papyrus Floris“, flüstere ich.
Unter meinen Fingern geschieht die Verwandlung. Es ist ein seltsames Gefühl: Das weiche, nachgiebige Plüsch wird plötzlich flach und fest. Ich spüre, wie die Beine des Frosches in den Körper gezogen werden und die Kanten sich begradigen. Das grüne Fell verwandelt sich in einen festen Einband, der sich anfühlt wie handgeschöpftes Papier, das mit getrockneten Blütenblättern verstärkt wurde.
Als ich die Hände wegnehme und die Augen öffne, liegt vor mir ein handliches Notizbuch. Der Einband hat immer noch das sanfte Grün des Frosches, ist aber jetzt fest und glatt. Kleine, goldene Einschlüsse der Prismafarbe schimmern zwischen den eingearbeiteten Blütenresten im Cover. Ich schlage es vorsichtig auf – die Seiten sind cremeweiß und riechen ganz leicht nach getrocknetem Lavendel.
Professorin Elinor nickt mir anerkennend zu. „Sinnvoll und ästhetisch, Élodie. Gut gemacht!“
















