Event Aufgabe – Häschenmond „Die Beschwörung“
Ich trete vor in die Mitte des Stadtplatzes von Helvik. Die kühlen Steine unter meinen Füßen vibrieren bereits von der Energie der Runen, die wir in der Schule so intensiv studiert haben. Es ist ein mächtiges, fast einschüchterndes Summen, das durch meine Stiefelsohlen dringt.
Ich atme tief ein und konzentriere mich auf meine Blütenmagie. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie meine Kraft wie ein goldener Saft in die Erde fließt, um die starre Runenmagie mit dem Leben der Natur zu verbinden. Unter meinen Fingerspitzen spüre ich, wie das Leben erwacht: Zarte, silberne Ranken brechen aus den Fugen des Pflastersteins hervor und schlingen sich sanft um den gezeichneten Kreis.
„Erscheine unter dem Licht des Mondes“, flüstere ich, und ich merke, wie der Schweiß auf meine Stirn tritt.
Plötzlich entfalten sich hunderte kleiner, nachtleuchtender Blüten an meinen Ranken. Ihr Duft ist süß und schwer, er verdrängt den Geruch von kaltem Stein und Staub. Das Licht meiner Blumen verbindet sich mit dem bläulichen Schein der Runen zu einer strahlenden, wirbelnden Säule, die bis in den Nachthimmel reicht.
Die Luft knistert. Inmitten dieses Blütenregens sehe ich es endlich: Das Mondhäschen materialisiert sich. Erst nur als Schatten, dann flauschig und weiß, die Nase zuckend, direkt vor mir. Es scheint sich in meinem Blütenmeer sichtlich wohlzufühlen. Es schlägt einen freudigen Haken, wirbelt die leuchtenden Blütenblätter auf und hoppelt dann ganz ohne Scheu auf mich zu.
Mit einem sanften Stupser gegen mein Knie lässt es etwas Kleines, Funkelndes direkt in einer meiner silbernen Blüten zurück, bevor es leise schnatternd im Schatten der Rathausarkaden verschwindet. Ich knie mich nieder und finde mit klopfendem Herzen mein Geschenk: Einen Anhänger aus tiefblauem Mondstein, geschliffen wie eine schmale Mondsichel. Wenn das Licht in einem bestimmten Winkel darauf fällt, schimmert im Inneren des Kristalls die zarte Silhouette eines springenden Hasen auf.
















