LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

20 Februar, 2026| Echo| , |

Der Klassenraum für Hexerei und Magie war für die 8. Stunde abgedunkelt, nur die Lichter der Fackeln tanzten an den Wänden. In der Mitte lag ein freier Platz, glatt wie eine Bühne, und Professorin Estrella erklärte mit ernster Stimme, dass heute nichts mehr allein funktionieren würde: „Ein Zauberkreis, der Energie bündelt und verstärkt, verlangt Harmonie zwischen zwei oder mehr Hexen. Zwei Herzschläge. Zwei Flüsse des Manas, die ineinander greifen.“

Echo stand neben Hazel und spürte sofort, wie ihre Nervosität zurückkehrte. Hazel dagegen wirkte wach und fokussiert. Ihre Augen funkelten, denn sie hatte die Aufgabe bereits zuvor schon gemeistert. Trotzdem hatte sie sofort ihrer Freundin Echo zugesagt, als diese gefragt hatte, ihre Partnerin bei dieser Aufgabe zu sein.  „Du übernimmst die Führung und ich unterstütze dich so gut ich kann“, sagte Hazel entschlossen und nickte Echo aufmunternd zu. Echo ballte die Hand zu einer Faust und nickte ihr mutig zurück: „So machen wir das!“ Hazel lachte aufmunternd. „Zusammen!“, rief Hazel direkt, wie sie immer war, und streckte auch ihre Faust in die Luft.


Professorin Estrella bat sie, sich gegenüberzustellen und den Kreis gemeinsam zu zeichnen, mit Runen, auf die sich beide spezialisiert hatten. Echo kniete sich hin und setzte die Kreide an. Hazel tat es gleichzeitig, spiegelbildlich. Der Kreis wuchs aus zwei Händen, zwei Richtungen, und traf sich in der Mitte, ohne einen Bruch. Dann kamen die Runenzeichen. Wie in Trance und aber ohne zu reden waren die Beiden im absoluten Gleichklang und ließen die Runenzeichen durch sich hindurchfließen.

Echo setzte ihre Zeichen für Zeit. Eine ruhige, geschlossene Form, die den Fluss ordnet. Daneben Sternenrunen, kleine Spitzen und Bögen, die wie Himmelszeichen wirkten. Ein bisschen verträumt. Hazel ergänzte Runen für Führung und Stabilität, ihre Linien klar und entschlossen.

Als der Kreis vollständig war, legten beide die Hände aneinander. Zwischen ihnen begann das Licht aufzusteigen, erst wie Atem, dann wie ein sanfter Strom. Die Runen antworteten. Zeit und Sterne. Ordnung und Leuchten. Plötzlich gab es keinen Klassenraum mehr, keine Akademie. Sie waren losgelöst von Raum und Zeit.


„Wähle jetzt deinen Zauberkreisel-Spruch, Echo“, sagte Professorin Estrella, aber es klang wie ein Hallen aus einer weit entfernten Galaxie. Echo schluckte, sah kurz zu Hazel. Hazel nickte, fest und mutig.

Echo sprach leise, aber klar.
✨ Orbis stellarum – Zeit der Träume ✨

Der Kreis griff den Spruch auf. Das Licht verdichtete sich, drehte sich langsam wie ein Kreisel aus goldenen Sternfäden. Für einen Moment fühlte es sich an, als würde die Zeit im Raum weicher werden, ruhiger, als hätte jemand die Hektik aus der Luft genommen. Die Sterne in den Runen funkelten auf, nicht grell, sondern beruhigend.

Hazel hielt die Verbindung stabil, ihre Energie wie ein sicherer Rahmen. Echo spürte, wie ihre eigene Magie nicht mehr chaotisch war. Sie floss. Gehalten. Geteilt. Als der Kreisel sich schließlich langsam auflöste, blieb nur ein sanftes Leuchten auf dem Boden zurück.


Professorin Estrella lächelte. „Sehr gut. Das war Zusammenarbeit. Und das war Kontrolle.“ Echo atmete aus. Hazel stupste sie leicht mit der Schulter an. „Siehst du. Zeit und Sterne passen zu dir. Und du hier an die Akademie!“