LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Das neue Jahr
    14 Januar, 2026||
15 Januar, 2026| Echo| , |

Nachdem Echo sich in anderen Unterrichtsfächern bewiesen hatte. Ging ihre Ausbildung in den Grundlagen weiter: Hexerei und Magie. 

Vor ihr lag ein leeres Pergament, daneben Kreide und ihr Zauberstab. Die Utensilien, die sie sich rausgesucht hatte, um einen besonderen Gegenstand herbeizuzaubern und zu verzaubern. Professorin Estrella hatte ihnen freie Wahl gelassen, aber Echo wusste, was sie beschwören wollte: eine Sanduhr, mit der man die Zeit für einen kurzen Moment zurückdrehen konnte. Ihr war bewusst, dass das eine anspruchsvolle Aufgabe war, aber sie drückte die Taschenuhr ihres Vaters noch einmal fest in ihrer Hand. Immerhin stammt sie aus einer Familie, die schon seit einer langen Zeit Uhren herstellt, und ihr Vater war stolz auf sein Handwerk, das er mit so viel Liebe ausführte. Zeit. Genauso wie die Zeit, die ihre Mutter aufgegeben hatte, um mit ihrem Mann und Kind auf dieser Welt zu sein. Er hatte ihr immer mehr zugetraut als sie sich selbst. Und mit dieser Energie würde sie es schaffen, die Sanduhr herbeizuzaubern.


Sie begann mit dem Beschwörungskreis. Ruhig zog sie die Linien, setzte die Zeichen sorgfältig mit der Kreide. Sie hatte ein gutes Gefühl und schob das Pergament weg und zeichnete direkt auf den alten Holztisch im Klassenzimmer. In den äußeren Kreis schrieb sie eine Rune für Zeit, klar und gleichmäßig. Daneben platzierte sie die Rune für Umkehr, vorsichtig, damit sie nicht zu dominant wurde. Dawn schwebte neben ihr und tippte hin und wieder auf den Tisch, als würde sie Echo auf kleine Ungenauigkeiten aufmerksam machen. Als Echo den Kreis aktivierte, füllte warmes, goldenes Licht den Raum. Im Zentrum entstand langsam eine kleine Sanduhr. Feiner Sand rieselte darin ruhig von oben nach unten. Die Runen für Zeit und Umkehr begannen, um die Sanduhr zu fliegen.

Dann löste sich die Magie auf und zurück auf dem Tisch blieb die kleine Sanduhr stehen und leuchtete golden. Professorin Estrella war in ihre Richtung gegangen und hatte die Gegenstände der Schülerinnen sorgfältig begutachtet. „Eine schöne Sanduhr. Was ist die Verzauberung?“, fragte Professorin Estrella freundlich, aber auch streng.

Echo musste nun also beweisen, dass ihre Verzauberung auch funktionierte. Sie nickte Dawn zu. Diese ließ auf Kommando eine Glasflasche vom Tisch fallen und diese zersplitterte in tausend Teile. Professorin Estrella schaute skeptisch, aber beobachtete alles weiter aufmerksam. Als sie die Sanduhr drehte, stockte der Sand kurz. Die Luft flackerte. Dann lief alles weiter, als wäre nichts geschehen. Die Glasflasche stand unversehrt neben Dawn, die fröhlich um die Flasche herumflog.


Echo lächelte erleichtert. Es war kein starkes Werkzeug. Aber es funktionierte. Professorin Estrella nickte zufrieden und lächelte: „Ein schönes Objekt. Bestanden! Du darfst die Sanduhr gerne auch mitnehmen. Ich habe das Gefühl, dir passieren öfter mal kleine Missgeschicke.“ Echo wurde rot und nickte. Dawn klatschte lautlos in die Hände und schmiegte sich an Echos Schulter.


Die Sanduhr stellte sie auf ihren Nachttisch. In ihrem nächsten Brief für ihre Eltern würde sie stolz ihrem Vater von der Uhr berichten.