LUNASTRIA HEXENAKADEMIE

  • Das neue Jahr
    14 Januar, 2026||
14 Januar, 2026| LegY| , |

Wintermüdigkeit – und ehrlich gesagt liege ich halb über meinem Tisch, als die Stunde beginnt. Meine Hefte sind da. Irgendwo. Die Feder auch. Bestimmt. Zwischen Sternenkarten, losen Zetteln und einem Keks von gestern. Aber ich höre zu. Wirklich.

Heute geht es um die Vorbereitung auf die Prüfung: Astronomie und Astrologie. Mein Herz macht sofort einen kleinen Hüpfer. Sterne. Planeten. Himmel. Ich liebe dieses Thema, auch wenn meine Notizen aussehen, als hätte ein Kobold darin getanzt.

Die Lehrmeisterin spricht von den Bewegungen der Planeten, davon, wie alles miteinander verbunden ist. Ich nicke eifrig, kritzle Pfeile, Kreise, kleine Monde an den Rand meines Buches. Dann fällt der Name Relinas – und ich halte kurz inne.

Relinas. Der große Stern, der sogar tagsüber leuchtet, direkt neben dem Mond. Viele sagen, dass die Magie selbst von ihm auf die Welt regnet, seit Äonen. Ich glaube das gern. Jedes Mal, wenn ich zu ihm hochsehe, fühlt es sich an, als würde mich jemand sanft anlächeln. Warm. Ermutigend. In der Welt der Menschen sieht man ihn auch, nur dort nennen sie in Sirius.

Der Aufgabenbogen landet vor mir, schief natürlich, weil ich ihn nicht richtig auffange. Sternbilder, Planetenbewegungen, astrologische Zusammenhänge. Ich beiße mir auf die Lippe und grinse. Das ist viel. Aber gutes Viel. So ein Viel, bei dem man abends mit leuchtenden Augen ins Bett fällt.

Während ich schreibe – mal ordentlich, mal völlig durcheinander – weiß ich: Der Himmel ist kein kaltes, fernes Meer. Er passt auf uns auf. Er flüstert, lenkt, tröstet.

Und ich, LegY, höre zu.