Ich saß an meinem Platz in der Schulküche, die Finger schon leicht kribbelnd vor Vorfreude. Professorin Kathleen schwebte wie immer mit würdevoller Ruhe vor der Tafel, auf der sich Rezepte aus allen Regionen langsam von selbst aufzeichneten. Neben mir baumelte Lyna, meine Elfe, auf der Lehne meines Stuhls und schnupperte neugierig in die Luft.
Das Glänzen in ihren Augen übersetzte ich in „Heute wird es süß“. Ich grinste. Regionale Desserts. Endlich.
Unsere Aufgabe war klar: Sternenpudding. Klassisch, beliebt – und tückischer, als er aussah. Bevor ich auch nur den Kessel anrühren durfte, musste das Rezept vollständig sein.
Ich zog mein Zauberbuch hervor und ergänzte sorgfältig:
Rezept: Sternenpudding ✨🍮✨
- 2× Milch
- 1× Vanille
- 1× Pudding-Pulver
- 1× Sternenwasser
- 2× Orange
Da Lyna noch nicht viel Sprach tappte sie drei Mal auf das Rezept und dann gegen ihren Kopf, was so viel bedeuten sollte, wie: „Hast du alles?“. Ich überprüfte es gewissenhaft: Milchflaschen klirrten leise, die Vanilleschote duftete warm, das Sternenwasser schimmerte wie flüssiger Nachthimmel, und die Orangen leuchteten sonnig. Alles da.
Nun begann der praktische Teil. Ich erhitzte die Milch im Kessel, rührte das Pudding-Pulver langsam ein und ließ die Vanille mit einem kleinen Wärmezauber ihr Aroma entfalten. Lyna presste die Orangen aus und ließ den Saft spiralförmig in den Kessel fließen. Ein wenig stellte sie in einer Glasschüssel beiseite. Ich fragte mich stutzig wofür?
Völlig in Gedanken griff ich schon zum Sternenwasser, wobei Lyna berechtigt protestierte. Richtig! Das Sternenwasser zuletzt!
Als der Pudding dick wurde, senkte ich die Hitze und gab das Sternenwasser hinzu. Für die Verzauberung legte ich meine Hand über den Kessel und flüsterte den alten Hexenvers, den Professorin Kathleen uns beigebracht hatte, nur mit einem kleinen Zusatz meiner Magie:
„Milch so weich und Vanille fein, rühr dich lieblich, werde mein. Orangenschein und Sternenglück, tanzen leis im Zauberstück.
✨Lumina Lumora Lunara – Zeit des Leuchtens! ✨
Sternenwasser, hell und klar, mach den Pudding süß und wahr. Funkle mild und glitzer sacht, Sternenpudding – süße Macht!“
Kleine Lichtpunkte erschienen, tanzten im Pudding und formten kurz ein Sternenbild. Aber nicht nur der Pudding glühte Lyna tat es auch. Sie hatte eine Kugel in der Hand die stark dem Rest des Orangensaftes ähnelte. Ach, iwo es war der Orangensaft! Völlig in Trance formte Lyna aus der Kugel einen Stern und lies ihn sanft auf dem Pudding sinken.
Als der gallert artige Stern den Pussing berührte, nahm er die Form eines Sternes an und das ganz von selbst. Ich staunte und Lyna quietschte vor Freude.
Professorin Kathleen nickte anerkennend. Lyna klatschte begeistert.
Ich atmete auf. Inventar vollständig, Rezept gemeistert, Dessert gelungen. Und ich wusste: Diese Stunde würde mir noch lange in Erinnerung bleiben.















