Im Unterricht für Nähpraxis sollten wir für unterschiedliche Stoffe eigene Muster kreieren. Im Schlossgarten wird aktuell auf der immer blühenden Tulpenwiese ein Rondell zum entspannen und lernen gebaut, weil sich die Schülerinnen einen Workspace im Außenbereich gewünscht haben.
Ich persönlich sitze gerne auf Fensterbänken und schaue dabei hinaus oder genehmige mir ein Sonnenbad. Was auf Fensterbänken jedoch nicht fehlen darf sind Kissen, denn auf Stein und Holz fangen die Knochen schnell an zu schmerzen.
Da das Rondell aus Holz mit weißem Anstrich bestehen soll, dachte ich mir, dass Kissenbezüge mit Floralen Mustern genau das richtige für die Sitzflächen im Rondell wären. Ich mag zwar eher Baumwolle und Seide, entschied mich jedoch diesmal für einen samtigen Stoff, welcher einige kleine Kortkerben aufwies und den Eindruck vermittelte ein flauschiges Kissen zu werden. Der Stoff ging von seiner Farbe her von hell bis altrosa, was zu meinem eher dunkleren Muster gut passte. Um es nicht ganz finster erscheinen zu lassen, färbte ich den Untergrund des Musters weiß, damit sich auch die Tulpen darauf etwas besser abzeichnen konnten.
Ich betrachtete meinen ersten Entwurf und runzelte die Stirn. Irgendetwas fehlte noch. LeLe war während meines Arbeitens am Kissen langweilig geworden, weshalb sie anfing an der erst sporadisch genähten Stelle rum zu zupfen. Sie schaffte es den Stoff an einer Stelle total zu zerfleddern und bevor ich meinem Ärger Einhalt gebot, stockte ich verdutzt. Das sieht ja richtig gut aus, fast wie ein Bommel. Und das war es was noch fehlte! Eine Bommelumrandung ums Kissen herum. Ich befahl LeLe, den Stoff weiter auszufransen und in regelmäßigen Abständen zusammenzubinden. So fertigten wir gemeinsam nicht nur ein Kissen sondern gleich 12 Stück.