Ich ging am Hexenkessel vorbei und sah den Aushang. Hier wurde gerade eine Aushilfskraft gesucht. ‚Mh, ich könnte mich ein bisschen nützlich machen und etwas zusätzliche Erfahrung sammeln.‘, überlegte ich. Ich betrat den Hexenkessel und stellte mich bei Majovita vor. Sie war reichlich gestresst und man sah ihr an, dass sie dringend eine helfende Hand brauchte. Sie wies mich an, die traditionelle Kleidung, die hier im Spa getragen wird, anzulegen und ihr dann zu folgen. Natürlich musste ich zunächst die unangenehmen Sachen erledigen: Toiletten schrubben, Böden wischen…

Ich gab mir alle Mühe in Majovitas Gegenwart nicht zu laut zu jammern. Schließlich wollte ich nicht gleich wieder rausfliegen, nachdem ich gerade erst mit der Arbeit begonnen hatte. Ich stützte mich auf meinen Mop. Schweißperlen liefen mir den Nacken hinunter und meine Kleidung klebte an meiner feuchten Haut. Hier im Spa war es wirklich heiß. Normalerweise würde ich das lieben, – wenn ich in der Thermalquelle sitzen oder die Ruheräume benutzen würde. Aber das Arbeiten war eine echt schweißtreibende Angelegenheit. Im wahrsten Sinne des Wortes!

„Hey! Was stehst du hier so faul herum?!“, fauchte mich Majovita an. Ich richtete mich auf und taumelte dabei ein bisschen. „Ist mit dir alles in Ordnung?!“ Ich blinzelte. Ein bisschen schwummrig war mir schon vor Augen. „Komm mal mit!“, wies sie mich an. Ohne Widerrede folgte ich Majovita. Den Mop und den Eimer ließ ich zunächst stehen, wo sie waren. Sicherlich würde ich gleich wieder kommen und meine Arbeit weiter fortführen. „Hier! Trink das erstmal.“ Majovita reichte mich einen Becher mit Zitronenwasser. Am liebsten wäre es mir gewesen, wenn es eiskalt gewesen wäre. Doch es war stattdessen
lauwarm. Majovita sah mein zu einer Grimasse verzogenes Gesicht. „Es ist besser so. Wäre es kalt, würde es dir sofort auf den Magen schlagen.“

Nachdem ich mich ein bisschen erholt hatte, schickte sie mich in den Bar-Bereich. Nachdem ich auch hier alles blitzblank geputzt hatte, nahm mich Majovita zur Seite. Statt einer weiteren Aufgabe, zeigte sie mir stattdessen, wie man ein paar wirklich leckere Vita-Drinks mischte. Aufmerksam sah ich ihr zu, bevor ich es dann selber einmal probieren durfte. Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu. Ich war ganz froh darüber und nun wirklich kaputt. So anstrengend hatte ich mir den Job nicht vorgestellt. Aber ich freute mich über die kleine Belohnung, die ich schließlich von Majovita erhielt und über die neu gelernten Rezepte.

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