Ein Raunen geht bereits durch den Raum als die ersten drei Zutaten auf der Tafel aufgeschrieben werden. Ich notiere mir Majohanas Schriften sorgfältig, merke aber auch wie mir zunehmend mulmig wird.

Sternenwasser, Suloki Fisch in blau, Marsikenpilz, vier Funkelhütchen Pilze, zwei rote Äpfel und einmal rosa Pulver.

Von einigen dieser Zutaten habe ich noch nie gehört und bin daher wirklich verunsichert, was deren Besorgung angeht.

Majohana klopft ihre Hände von der Kreide wieder frei und schaut fordernd in die Runde der Prüflinge. „Eure Prüfung ist in drei Tagen zu erledigen!“, jagt sie uns einen zusätzlichen Schauer über den Rücken, „Das ist wirklich ausreichend Zeit um alle Zutaten zu besorgen. Es werden zwar keine schriftlichen Vermerke angefertigt wer früher und wer erst im letzten Moment seinen Trank abgibt aber …“, ihr Zeigefinger wandert mahnend in die Höhe, „… ich merk mir wen ich faul rumlümmeln sehe und wer wirklich auf der Suche ist. Lasst euch das schonmal gesagt sein. Die Prüfung wird einige eurer bereits erworbenen magischen Fähigkeiten von euch abverlangen … Allein bei der Besorgung, aber auch beim brauen des Trankes.“

Sie erklärt wie wir die verschiedenen Zutaten schließlich zusammenfügen, verreiben und kleinschneiden sollen; ziemlich genau 24 Stunden muss der Trank dann vor sich hin köcheln. Schließlich werden wir mittels Melodienzauber die Intensität seiner Grundessenz verstärken und damit zu einem perfekten „Melodis Vantris“ brauen.

Auffordernd schaut sie uns schließlich an. „Worauf wartet ihr denn noch? Los jetzt! In spätestens drei Tagen drückt ihr mir euer fertiges Fläschchen in die Hand!“
Augenblicklich springen die ersten auf und rennen aus dem Raum. Ich schaue ihnen erst noch nach, widme mich dann aber erneut meinen Notizen. Sobald der Trank köchelt habe ich einen Tag Zeit um alles andere zu erledigen. Ich sollte also mich wirklich die nächsten Stunden nur darauf konzentrieren meine Zutaten zu besorgen.

Sternenwasser kriege ich in der Stadt, genauso wie rosa Pulver. Den Suloki Fisch werde ich im Schlossgarten beim Fischteich angeln können. Dort werde ich auch nach Äpfeln Ausschau halten müssen. Den Marsiken Pilz habe ich so noch nie gehört. Und Funkelhütchen Pilze … ?

Ein leises summen dringt an ein mein Ohr und als ich mich zu dem Geräusch umdrehe, sehe ich in Flöflös blaue Augen.
„Flööööööö“, fiept die kleine und posiert Selbstbewusst.
Sie muss aus ihrer Elfenkugel das geschehen beobachtet haben. Bestimmt hat sie mitbekommen was ich gerade plane.
„Meinst du, du kannst mir dabei helfen?“, frage ich sie vorsichtig. Schließlich war unsere letzte Gegenstandsuche etwas … spannend für sie?
Doch Flöflö wirkt komplett unbeeindruckt. Selbstsicher nickt sie mir langsam zu.
Aufgrund ihrer Erfahrung aus der Elfenschule in Naturkunde wird sie mir mit Sicherheit bei der Suche nach den Funkelhütchen helfen können. Ich wiederhole ihr meine Gedankengänge noch einmal laut und betone schließlich noch einmal, „bei den Funkelhütchen, weißt du wo man diese finden könnte?“
Flöflö überlegt kurz demonstrativ, schaut mir dann aber gleich mit so einer Entschlossenheit in die Augen, dass ich sicher sein kann, dass ihr von vornherein klar war, wo sie diesbezüglich suchen müsste. Erleichtert tätschle ich ihr ihr kleines Köpfchen.
„Danke, Flöflö! Das nimmt mir eine unheimliche Last ab. Meinst du wir können uns dann am Fischteich treffen?“
Flöflö stimmt quietschend zu und fliegt sogleich motiviert aus einem der geöffneten Fenster. Ich vertraue ihr, dass sie sich nicht erneut in Gefahr begibt.

Motiviert mache auch ich mich auf den Weg. Ein leeres Fläschchen habe ich bereits bei mir, also schwing ich mich außerhalb der Akademie sofort auf meinen Besen und düse Richtung Manaquelle, denn ich muss zum Hexenkessel. Dieser liegt etwas abseits des Hexenschlosses, weswegen mein Flug recht schnell erledigt ist. Doch anders als bei meinem letzten Besuch im Rahmen einer Prüfung ist heute hier ziemlich viel los. Viele Hexen versammeln sich an diesem Ort um gemeinschaftlich die entspannende Atmosphäre nutzen zu können. Doch das ist kein Problem für mich. Ich warte einen kleinen Moment, bis die junge Hexendame im Eingangsbereich mich freudig begrüßt und fragt, wie sie mir weiterhelfen kann.
„Ich brauche etwas Sternenwasser.“, erläutere ich mein Begehr und ziehe eine leere Phiole aus meiner Tasche, „Das kann ich mir doch hier bei euch abfüllen lassen, oder?“
Die junge Hexendame nickt eifrig und nimmt meine Phiole entgegen.
„Aber sicher.“, lächelt sie höflich, „Ich füll dir dein Fläschchen eben auf. Du bist heute auch nicht die erste die etwas davon haben möchte.“
Ich lächle verlegen, auch wenn sie mir in dem Moment bereits den Rücken zuwendet und sich in ein Hinterzimmer begibt. … Natürlich bin ich nicht die Einzige die ihr Sternenwasser hier abholt. Soweit ich weiß ist der Hexenkessel die einzige Quelle in der man dieses spezielle, funkelnde Wasser erhalten kann. Vielleicht kennt auch manch einer meiner Mitschüler einen anderen Zugang, aber die meisten werden diese Zutat wohl hier abholen.
Nach nur wenigen Augenblicken kommt die junge Hexe wieder und hält mir mein Fläschchen mit einer leicht glitzrig glänzenden Flüssigkeit entgegen.
„Dieser Service ist für jede Hexe kostenlos.“, lächelt sie erneut professionell, „Passen sie nur auf das, dass Wasser nicht verschüttet wird und schützen sie es vor direkter Sonneneinstrahlung.“
Ich nicke und bedanke mich, nehme die Flasche wieder an mich und verschließe sie sofort wieder. Behutsam lege ich das Fläschchen in das innere meiner Tasche, gut und weich eingebettet.
Dann verabschiede ich mich und fliege sofort weiter nach Helvik. Mein nächstes Ziel ist Delas Geschäft.

In Delas Ladens ist es gerade relativ still. Die Hexe sitzt recht gelangweilt am Tresen und ihr Gesicht hellt sich sofort auf, als sie mich – als potentiellen Kunden – den Laden betreten sieht.
„WILLKOMMEN!“, begrüßt sie mich lautstark und wie ein aufgeregter Hund scheint sie im nächsten Moment mir entgegenspringen zu wollen; mental zumindest. Professionell wie sie nun einmal ist, bleibt sie natürlich hinter dem Tresen und nur durch ihre leuchtenden Augen wird mir offenbart, wie extravertiert ihr Wesen eigentlich sein muss. Doch dann schließen sich die Augen und lächelt freundlich zu mir, „Kann ich dir irgendwie helfen?“
Ich nicke eifrig und verrate ihr, dass ich rosanes Pulver brauche.
„Aaaaha! Von der Akademie? Wusste ich es doch!“, sie wirbelt augenblicklich herum und schnappt sich ein Glas mit rosanem Pulver, dass sie sofort auf dem Tresen vor mir platziert. „Kann ich dir sonst noch was Gutes tun? Eine Angel? Wie wäre es damit?“
Ich schüttle den Kopf, und lehne dankend ab. Doch es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich bereits eine Angel genau in diesem Geschäft gekauft. Doch Dela scheint mir genau der richtige Ansprechpartner zu sein, um mich wegen des Marsikenpilzes schlau zu machen.
„Ich brauche sonst nichts direkt aus dem Laden, aber danke. Eine andere Frage … Ehm, ja, ich bin von der Hexenakademie. Und aktuell habe ich meine Zaubertrankprüfung.“
Aufmerksam hört mir Dela zu, und strahlt breit, als ich von meiner aktuellen Situation erkläre. „Ja, das dachte ich mir. Läuft es denn gut?“
„Ich … denke schon? Die Prüfung hat erst vor einer Stunde angefangen. Ich muss noch alle Zutaten besorgen und da gehörten bestimmte Pilze auch dazu. Vier Funkelhütchen und ein Marsiken oder so …“, während ich die Zutaten aufzähle greife ich verwirrt in meine Tasche. Ich möchte die Namen jetzt nicht durcheinanderbringen, in Anbetracht der angespannten Situation wäre es mir aber durchaus zuzutrauen.
Dela nickt eifrig. „Funkelhütchen Pilze sind schwer zu entdecken, wenn man sie nicht kennt. Aber da sollte deine Elfe dir gut helfen können. Elfen und Funkelhütchen verbindet irgendetwas weißt du. Die finden einander immer.“
„Achso?“
Jetzt wundert mich Flöflös reaktion vorhin überhaupt nicht mehr.
„Ja, die verströmen einen Duft den Elfen wohl sehr gut wahrnehmen. Trag deiner Elfe auf welche zu suchen und sie wird mit Sicherheit welche finden.“
„Das habe ich bereits gemacht. Aber gut, dann kann ich mich da definitiv auf die kleine verlassen. Danke! Und dieser Marsikenpilz? Kannst du mir da auch einen kleinen Tipp geben?“
Dela legt nachdenklich die Stirn in Kraus.
„Mmh, ja, Moment. Ich meine wie wuchsen beim Wald. Aber nicht im inneren. Sie mögen Licht, sammeln dieses und in der Nacht leuchten sie dann. Nicht komplett! Nur die punkte! Die leuchten richtig schön. Gemeinsam mit den Irrlichtern. Doch der Marsikenpilz der warnt, anders als das Irrlicht – ja genau! So war das!“
Eine interessante Brücke. Ich nicke dankbar und schlussfolgere ihr gesagtes: „Oh, danke! Das heißt … Am besten heute Abend oder nachts zum Wald fliegen und schauen wo es auf dem Boden dann … leuchtet?“
„Das kannst du so machen. Alternativ kannst du auch tagsüber schon nach kleinen, Fliegenpilzähnlichen Pilzen Ausschau halten. Wenn mehrere zusammen stehen nimm ruhig das ganze Bündel mit, die teilen sich eine Wurzel und verteilen auch ihre Substanz über diese; du wirst den gesamten Pilz für deinen Trank bestimmt brauchen. Mit einem Zauber wirst du Prüfen können ob er leuchtet oder nicht. Schau am besten am Waldrand. Bestimmt findest du auch am Tage schon was.“
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dela, bezahle mein Pulver und mache mich dann auf den Weg zum Hexenschloss.

Als ich so über die Landschaft hinweg fliege entdecke ich schließlich einen recht hoch gewachsenen Apfelbaum. Ich fliege näher heran und entdecke auch tatsächlich ein paar reif wirkende rote Äpfel. Zwei besonders schöne pflücke ich mir und packe sie in meine Tasche.

Motiviert geht es weiter zum Hexenschloss. Ich gehe an den Fischteich und werfe meine Angel aus, in der Hoffnung einen schönen blauen Saluki Fisch fangen zu können. Nebenbei bereite ich meinen Fischeimer mit etwas Wasser vor.
Und mit einem Mal wurde mir wieder bewusst warum ich so selten angeln gehe. Bestimmt könnte ich den Prozess über Magie beschleunigen, da es sich hier aber um das Leben eines Fischs geht (ich brauch zwar nur ein paar seiner Schuppen, ich weiß aber letztendlich nicht wie stressig das für den kleinen Fisch sein könnte) möchte ich dafür lieber keine Hexerei anwenden.
Irgendwann dringt ein leises quietschen an mein Ohr. Flöflö hat den Fischteich aufgesucht und mit sich trägt sie vier wirklich sehr kleine, aber hellstrahlende gelbe Pilzchen. Wie und wo sie diese auch immer gefunden hat, ich bin ihr unheimlich dankbar. Und natürlich bin ich erleichtert zu sehen, dass es ihr gut geht!
Während ich die Pilze in meiner Tasche verstaue betrachtet die kleine Elfe die Situation am Teich genau. Anscheinend gefällt ihr gar nicht wie langsam hier alles von statten geht. Kurzerhand springt sie im hohen Bogen, verwandelt sich dabei in einen Fisch, und verschwindet im Wasser. Ich reagiere zu langsam um irgendwie zu realisieren was sie da genau gerade getan hat. Ein paar Minuten passiert nichts – und dann ganz viel. Die Schnur meiner Angel beginnt zu spannen und ich beginne sofort an ihr zu ziehen und die Kordel zu drehen um zu schauen, was mir da an den Haken gesprungen ist. Direkt neben mir springt Flöflö wieder aus dem Wasser und feuert mich mit kleinen piepsigen Geräuschen an. Und es hilft wirklich! Mit einem Mal ziehe ich einen wunderschön blau schimmernden Fisch aus dem Wasser. Was auch immer Flöflö im Wasser getan hat, es scheint den Fisch in die Nähe des Hakens getrieben zu haben. Ich setze ihn bedächtig in den Wassereimer und befreie ihn wieder von dem Haken.
Glücklich wirkt der Fisch leider nicht. Daher beschließe ich mir gleich ein paar seiner Schuppen zu besorgen um ihn gleich wieder in den Teich entlassen zu können. Dafür zücke ich meinen Zauberstab, stelle eine Verbindung zu dem Wasser im Eimer her und verwandle einzelne kleine Wasserströme in eine Art Raspel. Diese schabt vorsichtig an dem Fisch. Ich brauche etwas einen Teelöffel voll seiner Schuppen, das sollte doch zu machen sein.
Dem Fisch gefällt das überhaupt nicht. Es wirbelt wild in dem Eimer umher – was den Prozess wunderbar beschleunigt. Flöflö lugt neugierig über den Rand des Eimers und beobachtet wie viele von den glitzernden blauen Schuppen bereits im Wasser treiben. Natürlich möchte ich den Fisch weiterleben lassen, von daher sollte es nicht zu viel werden. Nach einigen Augenblicke fiept Flöflö laut auf und ich löse den Zauber sofort. Ein paar Mal höre ich den Fisch noch aufgebracht durch das Wasser sausen, doch dann scheint auch er zu bemerken, dass das Wasser ihn nicht weiter bedrängt, und ruht für einen Augenblick. Erneut nutze ich meinen Zauberstab, versuche mit ihm die feinen abgeriebenen Schuppen in eine Luftblase zu sammeln und an die Oberfläche des Eimers zu transportieren. Wie eine riesige Seifenblase schweben die gewünschten Schuppen aus dem Eimer, mir entgegen.
Mit einem harten „Bleib“-Befehl verharrt die Seifenblase schließlich. Nun beschwöre ich zusätzlich eine kleine Dose in der ich die Schuppen unbeschadet transportieren kann. Ich halte die Dose unter meine Seifenblase, richte meinen Zauberstab wieder auf diese und durch einfaches antippen löst sich der Seifenblasenzauber sofort und die blauen Schuppen landen sicher in der kleinen Dose. Ich verschließe diese, packe sie sofort zusätzlich in meine Tasche und kann auch gleich darauf den Fisch wieder in den Teich entlassen. Dieser springt sofort in das angebotene größere Wasser und verschwindet in dem tiefen blau.

„Jetzt fehlt nur noch eine Zutat!“, berichte ich Flöflö. „Von Dela habe ich erfahren das wir die Marsikenpilze am Hexenwald finden können. Dort sollen die am Rande des Waldes wachsen. Magst du mir auch da beim Suchen helfen?“
Natürlich ist Flöflö motiviert und wie machen uns gemeinsam auf den Weg Richtung Hexenwald.

Inzwischen ist es schon wesentlich später, und die Dämmerung erweist sich bei der Suche nach den leuchtenden Pilzen durchaus als praktisch. Ich nutze die Erdmagie um eine ungefähre Ortung von Pilzstrukturen auszumachen, und dann heißt es nur noch mit zusammengekniffenen Augen den Waldrand abfliegen. Wir finden sehr schnell eine kleine Ansammlung blass leuchtender, Fliegenpilzähnlicher Pilze. Ich frage Flöflö ob auch sie diese Pilze als Marsiken Pilze bezeichnen würde. Bei Pilzen sollte man immer vorsichtig sein! Da sie mir ohne zu zögern zustimmt pflücken wir das kleine Bündel welches anscheinend zusammengehört und verstauen es zusätzlich in der Tasche. Mit all den Zutaten im Gepäck machen wir uns auf den Rückweg zum Schloss. Die Prüfung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wieder im Schloss angekommen bereite ich alles auf meinem kleinen Arbeitstischchen im Zaubertranklehrzimmer vor. Mit mir sind bereits zwei weitere Mitschülerinnen beim Brauen.

In meinen Kessel schütte ich das Sternenwasser und befestige den Kessel an seiner Halterung über der kleinen Feuerstelle. Diese entzünde ich darauf.

Die gesammelten Pilze und Äpfel werden gemeinsam klein geschnitten und schon einmal beiseitegelegt. Sobald ich aus dem Kessel leichten Dampf aufsteigen sehe werden zunächst diese Fischschuppen (etwa ein Teelöffel voll) in das Sternenwasser gekippt, welches sogleich eine strahlendblaue Farbe übernimmt (zumindest so gut wie ich das bei der spärlichen Belichtung gerade erspähen kann). Ich rühre immer mal wieder in dem Wasser, damit es sich wirklich gleichmäßig erhitzt und nicht zu viel Sternenwasser verdampft. Als die ersten blasen beginnen aufzusteigen schütte ich die kleingeschnittenen Zutaten zusätzlich in das Wasser. Da beginnt es wild zu blubbern und zu glucksen. Gerade die Pilze verleihen der zuvor recht dünnen Flüssigkeit eine nun klebrige, schwere Konsistenz. Ich brauche wesentlich mehr Kraft um mein Tempo beim Rühren zu halten. Doch es wird wieder leichter. Die Färbung verändert sich leicht, wird etwas Cyan lastiger, und auch der aufsteigende Duft wird frisch und zitroniger. Ich versuche mich nicht irritieren zu lassen, wobei ich doch genau weiß, dass keine einzige Citrusfrucht diesen Kessel bisher gesehen hat. Schließlich scheinen die Pilze sich so gut in dem Gebräu eingebunden zu haben, dass es sich wieder ziemlich leicht umrühren lässt. Ich gehe in meinem Kopf jeden einzelnen Schritt noch einmal durch. Dann greife ich zu dem Glas mit dem rosa Pulver und streue dieses bedächtig und gleichmäßig unter ständigem Rühren in den Kessel hinein. Der Duft verändert sich. Wird süßlich. Schwerer. Lieblich? Ich vertraue meiner Nase nicht mehr. Als der gesamte Inhalt in den Kessel gewandert ist lege ich das leere Glas beiseite und rühre noch mit geschlossenen Augen hundertmal nach links und hundertmal nach rechts. Dann lege ich die Kelle zur Seite und mach einen Schritt zurück. Ich zücke meinen Zauberstab und befehle dem Feuer unter dem Kessel sich langsam und gleichbleibend zu verhalten. Es scheint ein liebes Feuer zu sein, denn ich spüre nicht diesen Widerstand wie ich ihn sonst beim Umgang mit Feuer schnell verspüre. Daher lege ich noch zwei Holzscheite zu den Flammen und verlasse mich dann darauf, dass ich morgen den Zaubertrank abfüllen kann.

Noch kein Kommentar, Füge deine Stimme unten hinzu!


Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.