Mufun Nr. 1

Ich entdecke das kleine Mufun nur dadurch, weil es ein leises niesen von sich gibt. Ich nutze den Moment in dem es sich noch benebelt umschaut und Wirbel es mittels Magie sanft in die Luft. Das kleine Wesen reagiert darauf extrem überfordert, lässt sich aus dem Luftstrom aber nicht mehr entreißen. Ich beschließe die Mufuns in kleinen Luftströmen einzufangen und so für die Hexenprüfung aufzubewahren. So habe ich einen guten Überblick, ob sie auch noch in ein paar Stunden noch in einer guten Verfassung sind (was tatsächlich meine größte Sorge ist). Der Zauber benötigt wenig Kraft, weswegen ich mich vorerst für ihn entscheide…

Mufun Nr. 2

Kurz nachdem ich den ersten Muffun gefangen habe, höre ich ein leises knurren. Ich drehe mich um und sehe vorerst nichts. Da der erste sehr verwirrt in seiner „Luftblase“ herumhängt, kann ich davon ausgehen, dass das knurren nicht von ihm kommt. Aber von woher dann … ? Ich konzentriere mich, schließe die Augen und versuche mich auf die Richtung aus der das knurren kommt zu konzentrieren. Und irgendwie … ich öffne wieder die Augen, bin mit dem Blick auf den roten Teppich fokussiert der recht zentral im Eingangsbereich der Bibliothek ausliegt. Ich blinzel und erkenn mit einem Mal einen kleinen braunen Flaum, der direkt neben den roten Flusen bedrohlich auf und ab schwenkt, die kleinen Knopfaugen direkt auf mich gerichtet. Anscheinend hat der kleine beobachtet, wie ich seinen Artgenossen eingefangen habe. Ich zögere nicht lang, und schwenk meinen Zauberstab leicht hin und her. Der kleine Flaum erkennt was ich vorhabe, und holt aus, möchte mich anscheinend angreifen. Zum Glück wiegen die kleinen Muffuns so gut wie nichts, und somit lässt sich schnell die Luftenergie um ihn herum bündeln. Noch ehe der Kleine zum Sprung ansetzen konnte habe ich auch ihn in einer Luftblase gefangen. Ein wenig stolz arrangiere ich die beiden Luftkugeln nebeneinander, auch wenn der zweite Fang wild am knurren und fauchen ist. Also gut. Nur noch einer übrig!

Mufun Nr. 3

Ich gehe langsam und aufmerksam die Gänge der Bibliothek ab. Meine Augen sind dabei sehr auf den Boden fokussiert. Diese kleinen Wesen sind soooo unauffällig, ich bin mir sicher, dass ich einen weiteren höchsten finde, weil ihm irgendein Missgeschick passiert, aber nicht, weil ich gut genug suche. Dafür bin ich irgendwie zu angespannt. Zumal es auch schon echt spät ist und ich befürchte bei längerem Umhergewandere von irgendeiner Aufsichtsperson aus der Bibliothek geworfen zu werden (was natürlich Blödsinn ist. Es gibt keine Öffnungszeiten! … Und dennoch habe ich irgendwie Respekt davor). Nach einiger Zeit fühle ich mich erschöpft und beschließe ein wenig mich zu erholen, und mich in der Leseecke hinzusetzen. Ich rubbel mir erst einmal kräftig die Augen und wuschel mir auch gleich darauf einmal durch die Haare, denn durch das angestrengte auf den Boden gucken juckt mir einfach alles gerade. Langsam hebe ich den Blick wieder. Die bereits gefangenen Muffuns sitzen grummelnd in ihren schwebenden Luftblasen, schauen finster zu mir und dann wieder irgendwo Richtung Regale. Ich seufze. … Dann fällt mir ein – warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen – mittels Magie nach einem weiteren Muffun zu suchen.

Schließlich sollten die kleinen Wesen, ähnlich wie Arya in der letzten Verteidigungs-Stunde, durch Druckveränderung im Luftstrom zu erspüren sein. Und außer mir befindet sich aktuell (hoffentlich) niemand an Mitschülern in der Bibliothek. Ich konzentriere mich also wieder, schließe die Augen und nutze meinen Zauberstab ähnlich wie eine Antenne um den Fluss der Luft in diesem geschlossenen Raum wahrzunehmen. Da meine beschworenen Luftblasen die Luft in meiner Nähe leicht vibrieren lässt ist es nicht allzu leicht die Grundspannung zu ertasten. Doch dann bemerke ich eine ungewöhnliche Schwingung, gar nicht allzu weit entfernt von mir. Ich zögere noch einen kleinen Augenblick um die Intensität der Schwingung abzuschätzen und erst als ich mir sicher bin, dass es etwas Lebendiges, aber sehr sanftes handeln muss, beginne ich die Luftblase in der Richtung des unbekannten Phänomens zu wirken.

Erst als ich mir sicher bin, dass ich dieses „Ding“ in der Blase umschlossen habe, öffne ich die Augen und suche das, was ich rein nach Gefühl gerade verzaubert habe. Und tatsächlich: keinen Meter von mir entfernt, direkt unter einem der Tische, schwebt meine herbei gezauberte Luftblase hervor – mit einem kleinen braunem Flaum in sich ruhend.

Der Muffun schaut erschrocken auf, wirkt jedoch irgendwo erleichtert, wo er seine Artgenossen erblickt, die bereits in meiner Sammlung vorzufinden sind. Ich hole nun aus meiner Tasche einen kleinen Beutel, den uns Majorun für diese Aufgabe übergeben hatte. Die Luftblasen lasse ich in diesen hineingleiten. Der Stoff, aus dem der Beutel angefertigt wurde, ist Luftdurchlässig, aber dicht genug gewoben, damit die kleinen Wesen ihn nicht beschädigen können. Erst als ich den Beutel gut verknotet habe, löse ich die Luftblasen wieder auf. Gleich darauf beginnt der Beutel sich wild zu bewegen – aber für ein kurzes Weilchen müssen die kleinen das aushalten, ehe ich sie im Elsterwald aussetzen kann.

Noch kein Kommentar, Füge deine Stimme unten hinzu!


Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.