Ich bin ziemlich motiviert für die heutige Prüfung und erscheine so ziemlich Selbstbewusst am Sternenfall auf meinem Besen. Ich fliege zuerst knapp über die Wasseroberfläche um schon einmal einen Blick in das kühle Nass werfen zu können. Vereinzelt sehe ich die Schemen verschiedener Fischer Unterwasser hin und her huschen; bestimmt sind auch einige der Maloa Guppys dabei – ohne sie spontan genau erkennen zu können.

Ich lande am Ufer und zücke meinen Zauberstab. Da ich wirklich keinerlei Ahnung habe, wie die magischen Schuppen der Guppys aussehen könnten, erscheint es mir am geschicktesten das Wasser als Element für mich zu nutzen; damit sollte es mir auf jeden fall gelingen! Aus meiner Tasche wühle ich eine kleine Dose hervor. In dieser möchte ich die Schuppen transportieren. Also öffne ich diese, und leg sie neben mir in das unregelmäßige Gras.

Dann positioniere ich mich Zauberbereit. Der Zauberstab wird vor mir gehalten, und ich schließe die Augen. Ich höre das Rauschen des Waldes, das Plätschern des „Sternenfalls“, tausende, unregelmäßige Tropfen an die immer selben Stellen, konzentriert, machtvoll, einheitlich, monoton – dumpf. Die frische Luft des Wassers nehme ich bewusst wahr. Absolut nicht modrig oder verbraucht. Frisch, kühl und eindeutig nass. Die Quelle kann nicht so weit entfernt liegen. Ein warmes Gefühl taucht in mir auf und ich bemerke, dass ich mit dem bewegenden Wasser anfange über den Stab zu kommunizieren. Ich spüre wie sich tausende kleine Organismen in dem Becken vor mir bewegen, kleine Strudel die Temperatur im Wasser organisieren und die Ströme weiter außerhalb meiner Reichweite fließen. Genau dorthin wollte ich. Ich hebe den Zauberstab ganz sanft an; die Spannung der Oberfläche wird durch ein leichtes vibrieren in meinem Zauberstab greifbarer. Und nun fühle ich sie: die kleinen Wasserläufer, Mückenlarven, andere Insekten, die an der Oberfläche kurz zu verschnaufen versuchen, doch von dem andauernd in Bewegung gebrachten Wasser keine Ruhe finden. Wie ein unruhiges Jucken. Doch neben diesem nervösen Gefühl ist da noch etwas. Tote Objekte, nicht schwer, aber in sich Kompakt treiben sie vereinzelt an der Oberfläche. Und umso mehr ich mich auf diese Objekte konzentriere, desto so deutlicher bemerke ich, wie ein leichtes summen von ihnen ausgeht.

Das müssen die Schuppen sein!

Der Griff um meinen Zauberstab wird stärker, und mit einem Mal schwing ich einen kleinen Halbkreis:

„Fliri Flari Floriflu – sammle die magischen Schuppen!“

Die Spitze deutet genau auf die Stelle, wo ich das Surren erspüren konnte. Das Wasser bäumt sich um diesen Punkt herum auf, bis sich schließlich eine kleine Blase aus diesem hervorkämpft: in ihr schwebend sehe ich es glitzern und bin mir sicher, dass es sich dabei um die Schuppen handeln muss. Behutsam lasse ich sie vor mir, bis in die zuvor geöffnete Dose hineinschweben. Mit einer raschen Bewegung löse ich den Zauber und die Blase zerplatzt, wobei die Schuppen wohlbehütet in der Dose landen. Stolz hebe ich diese an, begutachte meinen Fang. Tatsächlich sind es sehr feine, bunt schimmernde Schuppen. Wirklich unscheinbar! Zufrieden schließe ich die Dose, verstaue sie gut, und mache mich zurück auf den Weg zu Majohana.

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