Evaluna begab sich auf das Sommerfest. Links und rechts standen Verkaufsmärkte für Essen und Allerlei. Viele Schüler standen gedrängt an den Ständen um sich Anhänger, Fächer und Blumenkränze zu kaufen. Ein Duft von Blumen und süßen Backwaren durchströmte die Luft. An einem der Stände gab es kleine Glückwunschkarten. Evaluna beschloss eine für Taka zu kaufen, als Dank für die Hilfe im Gartenkurs. Als sie ein Stück weiterging konnte sie hören wie eine Gruppe von Schülerinnen darüber tuschelten, dass es wohl Glück bringen sollte in den Morgenstunden Tautropfen zu sammeln. 

Evaluna lauschte interessiert und beschloss am nächsten Tag zum Tautröpfchen zu gehen und sich nach passenden Behältern zu informieren.
Am nächsten Morgen begab sie sich auf direkten Weg dorthin. Im Tautröpfchen angekommen stellte sie fest, dass es sich um ein Cafe handelte und keine, wie sie annahm, magische Stube. Dennoch fragte sie bei der leitenden Elfe nach: „Entschuldigen sie, aber kennen sie sich eventuell mit Tautropfen aus?“, fragte sie vorsichtig. Die Elfe guckte sie erst verwirrt an und fing dann an zu kichern: „Ach du meinst wegen dem Namen? Kindchen, da muss ich dich leider enttäuschen. Aber vielleicht erkundigst du dich im Hexenkessel. Dort füllen sie auf jeden Fall auch Sternenwasser ab.“ Die Elfe kramte in einer ihrer Schubladen: „Hier, ich habe zufällig noch ein Fläschchen Tautropfen übrig. Ich benötige es nicht mehr und du kannst es gern behalten.“ Evaluna nahm es entgegen und packte es in ihren Satchel. 

Beim Hexenkessel angekommen erfuhr sie alles über das Einfangen von Tautropfen, jedoch musste man ihr auch mitteilen, dass man dafür besondere Gefäße benötigt. „Majohana hat letztens ein Dutzend Phiolen und Behälter bestellt. Vielleicht kann sie die weiterhelfen.“, ließ man sie wissen und drückte ihr auch hier eine Phiole mit Tautropfen in die Hand. Evaluna machte sich auf zur Schule um die Lehrerin auszufragen. Dort angekommen war Majohana gerade damit beschäftigt einige Tränke zu beschriften: „Tautropfen? Die lassen sich am besten mit einem einfachen Zauberspruch in die Phiole füllen. Aqua Lagenam!“ Evaluna sah zu wie die Lehrerin einen Tropfen umfüllte. Als diese sich wieder zu Evaluna wand hielt sie einige kleine Fläschchen in der Hand: „Diese sind am Besten geeignet, fülle sie einfach darin ab. Bedenke aber, dass die Tautropfen verschwinden sobald sie zu lange dem Sonnenlicht ausgeliefert sind.“ Evaluna nickte und nahm die Phiolen entgegen und den Tropfen entgegen. 

Sie überlegte, wo würde man wohl Tautropfen finden? Auf dem Weg nach draußen grübelte sie und als sie aufblickte sah sie etwas Glitzern, direkt am Eingang des Schulgartens, versteckt im Rosenbusch. „Agua Lagenam.“, sprach Evaluna und hielt die Phiole auf. Wie durch Zauberhand wanderte der Tropfen hinein. „Der Wald“, schoss es aus Evaluna. Natürlich im Wald gab es jede Menge Morgentau, bestimmt fand sie auch dort einen weiteren Tropfen.
Der Hexenwald duftete herrlich am frühen Morgen. Waldholz, frisch erwachte Blumen und nasse Erde stelle Evaluna fest. Als sie durch das vordere Dickicht des Walden stampfte wurde sie auch schon fündig. Mit einem schnellen Zauberspruch fing sie auch diesen Tropfen ein. Auf den Weg nach draußen wurde sie jedoch etwas über eifrig und stolperte eine Baumwurzeln. Sie rappelte sich wieder auf und trich das Laub von ihrem Kleid. „Oh nein“, stellte sie entsetzt fest und betrachtete ihren Zauberstab. Ein kleiner Riss an der oberen Spitze lächelte sie an„Ich Dummkopf…Lignum sana.“, nichts passierte. Der Riss musste bis in den Zauberstabkern gehen, wenn der Spruch nicht wirkte. Etwas geknickt machte sie sich auf zur Werkstatt. Hoffentlich war die Reparatur nicht allzu problematisch. Majojuna runzelte die Stirn, als Evaluna ihr den Zauberstab zeigte. 

„Ach her je welch Missgeschick!“, Majojuna tropfte eine gelbliche Flüssigkeit auf die Bruchstelle. „Lignum sana!“ Evaluna machte große Augen, als ihr der Stab zurück gegeben wurde, fast so als wäre nichts geschehen. „Nichts zu danken, der Bruch war minimal, du hast Glück gehabt.“, lächelte die Dame sie an. Freudig hüpfte Evaluna aus den Laden. Fast schon vergaß sie, warum sie auf Abenteuerkurs war, als ihr ein Glitzern im Augenwinkel auffiel. Ein weiterer Tropfen! Phy beobachtete sie schon die ganze Zeit und urplötzlich wurde die kleine ganz nervös und aufgeregt. „Was ist denn los?“, fragte sie Evaluna besorgt. Bevor diese eine Antwort bekam flog Phy, etwas tapsig aber willensstark, los. 


Evaluna hatte alle Mühe ihr zu folgen. Als sie Phy endlich eingeholt hatte, fand sie sich vor der Elfenadoption wieder: „Das wolltest du mir zeigen?“ Phy zog an ihrem Finger und schüttelte den Kopf. Im hinteren Bereich des kleinen Gartens am Haus wurde Evaluna dann fündig. Der 7. Tropfen! Phy tanzte und klatschte. „Ich wusste gar nicht, dass du Tautropfen aufspüren kannst.“, stellte sie fest. Phy sah sie erfreut an und nickte. „Dann los Detektiv Phy! Zusammen finden wir alle.“ Phy schaute umher und zeigte zum anderen Ende der Straße. Dort musste sich ein weiterer Tropfen befinden. Und tatsächlich, am Eingang des Kindergartens wurde Evaluna fündig. Phy und Evaluna spazieren durch einige Straßen , doch weder sie noch die kleine Elfe wurden fündig. Erschöpft suchte Evaluna nach einem Platz zum Ausruhen. Als sie sich auf eine der Bänke setzte fiel ihr Blick direkt auf das Hexenschloss. „Ganz schön groß“, dachte sie sich und bewunderte die Turmspitzen. 

„Phyy phhhyyy phyyyyy!“ Sie blickte verträumt auf und hatte wohl nicht mitbekommen, dass ihre Elfe ohne sie losflog. Sie sprang auf und rennte zu ihrer Kleinen. Dort angekommen stelle sie fest, dass die Elfe sich im Efeu verfangen hatte und ganz verdattert dreinblickte. „Phy was machst du denn?“ Vorsichtig befreite Evaluna die Flügelchen und Ärmchen. Phy saß auf ihrer Hand und begutachtete sich. Wie von dem Blitz getroffen schoss die Elfe wieder zurück zum Efeu. Hatte sie Phy zuviel für heute zugemutet? „Phy! Phyyyy!“ rief die kleine ihr zu. Als Evaluna im Efeu nach der Elfe suchte, fand sie Phy auf einem der Zweige sitzend und aufgeregt mit einer Hand auf eines der Blätter zeigend: „Ein weiterer Tropfen!“ Evaluna fing diesen sofort ein und knuddelte Phy. „Du bist klasse!“ lobte sie die Elfe, die daraufhin zurück in Evaluna’s Brusttasche krabbelte und erschöpft einschlief. 


Was für ein aufregender Morgen, dachte Evaluna bei sich. Als sie den 9. Tropfen in ihre Tasche steckte fiel ihr die Grußkarte für Taka auf und beschloss diese abzuschicken. Beim Einstecken dieser bemerkte sie im Gras vor der Poststelle ein leuchten. „ Aqua Lagenam.“ Damit füllte sich die letzte Phiole und Evaluna begab sich stolz nach Hause.

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