Meine erste Stunde im Schulgarten

Staunend betrete ich den Schulgarten und nehme als erstes sämtliche Gerüche von Blumen und Kräutern wahr. An den bunten Blüten und den dadurch angezogenen Schmetterlinge und Insekten kann ich mich kaum sattsehen. Am Ende der Führung freue ich mich schon sehr darauf, meine eigene kleine Pflanze aus einem Samen zu ziehen.

Meine erste Flugstunde

Die erste Flugstunde macht mich nervös – schließlich war ich früher beim „normalen“ Sport schon nicht wirklich gut. Trotzdem fasziniert mich der Gedanke, wie ein Vogel durch die Lüfte gleiten zu können. Der Besen, den Professorin Majoané mir gibt, hat seine besten Tage schon hinter sich, einige Borsten fehlen ganz offensichtlich und der Besenstiel ist auch schon stark abgetragen.

Unsicher nehme ich ihn in die Hand und betrachte ihn. ‚Wir schaffen das schon‘, flüstere ich ihm zu und muss über die Unsinnigkeit meines Monologes schmunzeln. Ich spüre ein Ruckeln in meiner Hand – war das etwa der Besen? Nein, sicher zittere ich nur. Die Professorin gibt die Anweisung, uns den Besen zwischen die Beine zu klemmen und uns nur ganz leicht vom Boden abzustoßen.

Ich schließe meine Augen, atme tief ein und aus und tue, wie mir geheißen. Als ich meine Augen wieder öffne, schwebe ich in der Luft. Mir entfährt ein kleines ‚Oh!‘, bevor mich der Besen sanft wieder zurück auf den Boden geleitet. Wir wiederholen die Übung ein paar Mal und jedes Mal gleite ich höher in die Luft. In meinem Magen bilden sich Schmetterlinge und ich fange an zu lachen.

Nach der Stunde bedanke ich mich leise bei dem Besen und spüre erneut eine Vibration in meiner Hand – vermutlich habe ich mir seine Antwort wohl doch nicht nur eingebildet.