Hexensprache und Freizeit

Heute war wieder die Hexensprache an der Reihe.
Wir mussten heute einige Wörter entwirren, es hat mich etwas Zeit gekostet, allerdings nach etwas überlegen habe ich es doch geschafft alle Wörter korrekt zu entwirren, bei einem war ich mir nicht ganz sicher aber es stimmte dennoch.
Ich kann es kaum erwarten die nächsten Stunden zu absolvieren.
Nach dem Unterricht ging ich wieder in die Eishalle, ich muss aber noch viel mehr üben, bevor ich mich im Eislaufclub einschreibe.
Später habe ich noch mit Aura gespielt, sie erzählte mir auch wie es in ihrer Elfentrickstunde lief.
Alles in allem ein gelungener Tag.

Wahrsagerei – 5. Stunde

In einem leicht rosanen Nebel offenbart meine Kugel mir, wie der morgige Tag einer kleinen Sumpfohreule so aussehen wird. Die recht helle, kompakte kleine Eule zeichnet sich als erstes in meiner Kugel ab und ein warmes kribbeln erfüllt mich bei ihrem Anblick. Das ist das Zeichen, dass ich weiß, ich sehe es jetzt aus der Perspektive dieser kleinen Gestalt.

Ich setze mich bequem vor meine Kugel, konzentriere mich auf die wilden Rauchschwaden und versuche mir alle auf mich eindringenden Bilder gut zu merken und anschließend auf einem Blatt zu notieren.

Die kleine Eule lebt wohl schon seit langer Zeit bei der Hexenpost. Aufgrund ihres Naturells ist sie zu Beginn der Dämmerung aktiv. Sie sitzt in einem kleinen Nest, das sie in einem künstlichen Geäst, welches die Hexen in einer Turmspitze angelegt haben; mehrere – womöglich sogar alle – Eulen der Hexenpost nisten hier und haben somit keinen langen Weg um zu ihrer Arbeit zu kommen.

Sie hüpft, aus dem Nest, auf den Ast und beginnt sich ausgiebig zu putzen. Dabei schaut sie sich aufmerksam immer wieder um. Die Umgebungsgeräusche werden immer lauter, denn auch andere Eulen erwachen und machen sich bereit für den heutigen Tag. Andere Eulen, nämlich die, die mehr nachtaktiv sind, flattern angestrengt in ihre Nester zurück, blicken finster umher als würden sie ihre Umgebung dazu ermahnen wollen leiser zu sein. Doch es bleibt insgesamt friedlich zwischen den Tieren.

Zuerst reinigt sie ihre Flügel, dann ihr Bauchgefieder, und irgendwie ganz komische verbogen schafft sie es auch sich am Rücken zu putzen. Dies ist ein recht langwieriger Prozess und es ist schon fast ein bisschen langweilig sie dabei zu beobachten.

Zufrieden schaut sie sich schließlich um, plustert sich auf und blinzelt nach unten. Da ich Höhenangst habe macht mir der Anblick in den Abgrund schon ein bisschen Angst. Das sind bestimmt fünfunddreißig Meter bis zum Boden – so viel Platz trennt die Eule von dem geschehen am Boden. Es ist allerdings beeindruckend wie gut das Tier sehen kann. Trotz des Abstandes, kann ich die acht Hexen am Boden umherflitzen sehen. Verschlafen und mit müden Schritten schieben sie sich von A nach B. Die eine bringt einen riesigen Haufen neuer Briefe in die Mitte des Raumes, während die andere den riesigen Haufen in sechs verschiedene kleinere Häufchen einsortiert. Die nächsten drei Stempeln jeweils von einem Haufen die Briefe noch einmal extra ab. Eine scheint einfach nur immer wieder den Raum zu verlassen und nach einigen Augenblicken komplett verwirrt wieder zurückzukommen. Und die letzten beiden … die bereiten kleine Säckchen vor. Und diese Säckchen scheinen der Eule besonders zu gefallen. Ich spüre richtig, wie sie mit einem Mal ihre Schwingen spreizt und ab in den Abgrund schießt. Geschickt schnappt sie sich eines der Beutelchen aus der Hand einer der Hexen und fliegt wieder zurück zu ihrem Nest.

Der Inhalt des Beutels scheint ein seltsamer Fleischmus zu sein. Wahrscheinlich eine Art Frühstückspaket für die Eulen. Ich schmecke eine leicht breiige Konsistenz auf meiner Zunge, doch im Gegenteil zu mir, scheint es der Eule sehr zu schmecken. Nachdem ihr Frühstück verspeist wurde schüttelt sie sich kräftig, und stößt erneut in den Abgrund vor. Bevor sie sich dieses Mal was schnappt kreist sie ausgiebig über die Köpfe der Hexen und es gesellen sich auch noch zwei weitere dazu. Es fühlt sich vertraut an. Ob das so … „die Clique“ … also … die Freunde der Eule sind? Es fühlt sich auf jeden Fall angenehm an, als wäre das ein alltägliches, ja, Begrüßungsritual unter Kollegen; und schließlich setzt sich die Eule neben den einen Stapel mit den abgestempelten Briefen. Die Hexe wendet sich der Eule zu und sagt etwas. Auch wenn ich die Worte höre, ihr Inhalt kommt in dem Moment überhaupt nicht bei mir an. Als würde jemand in einer fremden Sprache mit mir reden. Obwohl ich doch genau weiß, was es für Worte sind, die verwendet werden. Verrückt.
Doch dann höre ich tatsächlich ein Wort heraus, das ich verstehe: „Typ“ „Zwischen“ „Falkenpass“ und „Helvik“. Das ist eine recht große Strecke, doch der Eule scheint das genug Info zu sein. Sie schnappt nach dem obersten Brief. „Wichtig!“, sagt die Hexe mit erhobenem Finger noch einmal nachdrücklich und mir fällt auf, dass dieses Wort häufiger gefallen sein muss, doch die Eule scheint ihn erst jetzt auch als solches anzunehmen. Schließlich schwingt sie sich wieder in die Lüfte und aus einem der großen, offenen Fenster, fliegt sie hinaus.

Ich sehe noch die Weite der Landschaft und wie behäbig sich die kleine stämmige Eule gegen den pfeifenden Wind wehrt – doch dann verblasst das Bild zunehmend.

Schließlich gebe ich es auf. Der Nebel wird immer dichter und es tut mir in den Augen nur noch weh weiter auf die Kugel zu starren.

Für die Aufzeichnung was an einem Morgen bei einer Eule so passiert, muss das wohl reichen.

Verwandlung – 5. Stunde

Der Frosch schaut mich misstrauisch an, während ich die vor mir liegende Liste genauer Studiere. Ich spüre seinen Blick einfach. Wobei ich sein Misstrauen auch gut nachvollziehen kann. Immerhin … habe ich ihn gefangen und nun in das Klassenzimmer verschleppt. Da wäre ich auch nicht gut auf die betroffene Person zu sprechen. Verständnisvoll wandert mein Blick also zu ihm, und ich nicke ihm zustimmend zu, während seine finster glimmenden Augen mich anvisieren.

„Du kommst später wieder zurück in deinen Teich.“, säusel ich leise vor mich hin, während ich meinen Zauberstab zücke, „Aber für diese kleine Übung brauch ich dich jetzt. Kriegst dafür auch noch was Feines. Versprochen.“

Der Frosch gibt einen leisen Laut von sich der wie ein unterdrücktes Quaken klingt. Vielleicht ist er es auch schon gewohnt in unregelmäßigen Abständen von den Schülern dieser Akademie gefangen zu werden um als Verwandlungsobjekt herzuhalten. Das würde zumindest seine genervte, aber erstaunlich ruhige Haltung erklären. Nichtsdestotrotz richte ich nun meinen Zauberstab auf ihn.

„Fliri Flari Floriflu – Verwandel dich in einen Hasen!“

Ich sehe wie die Luft um den Frosch zu flimmern beginnt. Dieser scheint mit einem Mal skeptisch, schaut sich unsicher umher.

Da es sich um ein lebendiges Wesen dieses Mal handelt bin ich sehr vorsichtig. Ich spüre alle vier Elemente an meinem Zauberstab hin und her zerren, mein Arm wird mit einem Mal sehr weich, wechselt regelmäßig zwischen heiß und kalt, zittert unheimlich wild hin und her. Ich umfasse den Zauberstab daher vorsichtshalber zusätzlich mit meiner linken Hand um mehr Sicherheit zu haben.

Die Luft flimmert immer wilder und die Konturen des Froschs beginnen stark zu verschwimmen. Wie ein Laken das gelüftet wird verschwimmt sein Bild und ich merke wie sich die Gestalt des Frosches in meinem Bewusstsein einbrennt. Ich press die Augen zusammen und versuche den Gedanken an die vor mir sitzende Amphibie mit dem eines Hasen zu ersetzen.
Ich hätte mich wirklich eher für die Eidechse entscheiden sollen – verdammt!
Aber sowohl Hase wie auch Frosch haben doch diese kräftigen hinteren Gliedmaßen. Und … ich mag lange Ohren. Lange, weiche Ohren. Vielleicht in … weiß? Ein wenig mehr Form im Kopf, eine weiche, rosa Nase … Und ganz viel Fell. Mit einem kleinen, plüschigen Schwänzchen. Umso mehr ich drüber nachdenke … Wo war noch einmal der Frosch? Da saß doch schon immer ein weißer Hase vor mir auf den Tisch – oder? … Kann und darf es denn so einfach sein?
Ich schüttle den Kopf.
Wer redet denn hier von einfach? Ich habe das Gefühl das mein Arm heftig nach links und rechts ausschlägt, so wild brennt die elementare Energie gerade auf meinen Zauberstab ein! Es wäre schön, wenn der Gedanke an den Hasen ausreichen würde um dieses Szenario zu beenden! Wobei der Druck tatsächlich weniger zu werden scheint, seitdem ich mir das Bild von dem Säugetier so klar vorstellen kann.
Zaghaft öffne ich die Augen.

Die Luft flimmert immer noch, aber lange nicht mehr so wild wie eben. Dort wo eben der Frosch noch saß, sitzt nun ein weißer, mies dreinblickender Hase. Seine großen, gelben Augen blicken irgendwo gelangweilt und genervt zu mir rüber, als würde er sich fragen, warum ich immer noch so zittrig den Zauberstab in seine Richtung halten würde.

Erleichtert senke ich diesen. Greife in meine Tasche und leg dem Hasen eine Kirsche vor die Pfoten.
„Danke.“, flüstere ich leise.
Das Tier schnüffelt skeptisch an der Frucht. Ist bestimmt seltsam für einen Frosch eine Kirsche zu essen. Aber als Hase kann er sie wohl akzeptieren. Während er sie nun mümmelt, warte ich auf die Bewertung der Lehrerin.

Schulclubs & mehr!

Hallo liebe Hexen!

 

Ich möchte euch heute mal wieder über ein paar Updates informieren und einen kleinen Überblick geben.

Updates:
  • Das aktuell größte Update ist die Überarbeitung aller Schulclubs. Ihr könnt nun für jeden Club einen eigenen Raum besuchen, welcher euch zu 3 fixen Quests und den Aktivitäten bringt. Hier könnt ihr je nach Rang die Quests für exklusive Belohnungen erledigen.
  • Ein kleineres grafisches Update ist das überarbeitete Quidditch Outfit, dieses könnt ihr euch bei „Rapunzel’s“ ansehen.
  • Im Menü „Übersicht“ gibt es nun eine kleine Liste aller Starthilfen und einen zusätzlichen Link zu den Schulclubs für mehr Übersichtlichkeit.
  • Es sind auch 3 neue Items bei Dela verfügbar – für Gartenarbeiten ^^
  • Mit 02.11. hat auch die Eislaufbahn und damit auch der Schulclub wieder eröffnet!

 

Die nächsten Erweiterungen der Seite werden sein:
  • Eine komplette Überarbeitung der Spezialisierungen, ähnlich wie bei den Schulclubs
  • Kleinere Änderungen auf Basis eures Feedbacks der Umfrage
  • Ein Umbau des Backsystems sowie eine Einführung neuer solcher Aktivitäten. Hier bin ich noch beim Konzept, dies kommt also erst etwas später.
  • Das Freundschaftssystem war auch ein Punkt an dem einige von euch sich mehr Inhalte gewünscht haben. Ich muss abwägen wie gut ich das umsetzten kann, schließlich muss ich auch mit dem Eintragen nachkommen
  • Mehr Orden zum sammeln

 

Ein anderes Feedback möchte ich auch noch kurz ansprechen:

Es gibt auf der Webseite viel zu tun und da nichts automatisch abläuft, kann man halt nur begrenzt an einem Tag spielen. Wenn man dann natürlich gerade mitten in einem Unterricht ist und nun warten muss, kann man leicht etwas den Faden verlieren. Mir ist aufgefallen, das einigen dieser „Faden oder Plan“ fehlt. Bei einer traditionellen Hexenschule hat man nacheinander Prüfungen und da auch immer nur eine Variante, hier hingegen gibt es vieles was gleichzeitig zu erledigen ist. Ich habe dazu noch keine gute Lösung, evtl. hat hier jemand von euch eine gute Idee? Möglich wäre vielleicht eine Art Logbuch, was zuletzt passiert ist, das ist halt recht viel Aufwand einzutragen. Ich mache dazu mal eine kleine Umfrage im Discord.

 

Was ist sonst noch so los? Nun ich bin endlich aus der stressigen Projektzeit raus und kann mich wieder mehr um die Seite kümmern, meine Ideen für Pixelgrafiken sprühen auch wieder auf ^^ War die letzten Monate leider echt etwas anstrengend darum freu ich mich umso mehr das ich jetzt wieder mehr Zeit für euch und die Seite hab

In wenigen Wochen ist ja auch schon Zeit für den Adventskalender, da muss ich noch neue Items pixeln, ich denke heuer kommt auch ein Shop zum Event, wo ihr Belohnungen von den Vorjahren einkaufen könnt. Auch ein paar kleine Winter Aufgaben sind geplant.

 

 

Zu guter Letzt wollte ich mich noch bedanken das ihr so brav bei der Umfrage mitgemacht habt und auch für eure Teilnahme am Samhain Event. Aktuell sind gesamt gesehen nicht viele Schülerinnen online, aber die, die es sind, sind umso aktiver Danke dafür

Falls ihr Wünsche, Fragen oder Feedback habt, könnt ihr mich immer gern im Discord oder per Hexenpost anschreiben.

Emily

Zweite Stunde Zaubertränke und Freizeit

Ich wollte mich endlich an einen richtigen Zaubertrank probieren und ging in die zweite Unterrichtsstunde der Zaubertränke. Dort hat Majohana uns ein kleines Rezept für einen Trank namens „Zaubertee“ gegeben. Wir brauchten 1 x Sternenwasser
1 x Zukerlyss Kraut
1 x Blaues Pulver
und 2 Kristalltropfen. Das Blaue Pulver konnte ich einfach bei Dela im Shop kaufen, das Sternenwasser konnte ich im Hexenkessel auffüllen. Nur das Zukerlyss Kraut hat mir etwas Schwierigkeiten bereitet ich habe alles durchsucht, die Wälder, den Park, die Läden aber nirgends habe ich das Kraut gefunden. Mir fiel dann aber irgendwann ein das wir ja noch ein Gartenhäuschen für die Gartenpraxis haben, dort wurde ich auch fündig, ich fragte Majoflora ob ich mir etwas Zukerlyss Kraut nehmen kann, da wir ja den Trank brauen mussten. Sie nickte und übergab mir etwas davon.
Das zusammenbrauen war recht einfach, Sternenwasser zum Kochen bringen, das Kraut hinein bis es sich gelblich färbt, zum Schluss das blaue Pulver, so lange weiterkochen lassen bis sich der Trank grün färbt, abkühlen lassen und abfüllen.

Der Trank war sehr süß mit einer kleinen säuerlichen Note.

Als die Stunde vorbei war, brauchte ich etwas Abkühlung und habe auch gesehen das es neue Schulclubaktivitäten gab. Ich wollte unbedingt in den Eislaufclub, allerdings hatte ich noch keinerlei Erfahrung, ich wollte erst noch etwas alleine Üben bevor ich anfrage ob ich beitreten darf.

Zaubertränke 5. Stunde

Ein Raunen geht bereits durch den Raum als die ersten drei Zutaten auf der Tafel aufgeschrieben werden. Ich notiere mir Majohanas Schriften sorgfältig, merke aber auch wie mir zunehmend mulmig wird.

Sternenwasser, Suloki Fisch in blau, Marsikenpilz, vier Funkelhütchen Pilze, zwei rote Äpfel und einmal rosa Pulver.

Von einigen dieser Zutaten habe ich noch nie gehört und bin daher wirklich verunsichert, was deren Besorgung angeht.

Majohana klopft ihre Hände von der Kreide wieder frei und schaut fordernd in die Runde der Prüflinge. „Eure Prüfung ist in drei Tagen zu erledigen!“, jagt sie uns einen zusätzlichen Schauer über den Rücken, „Das ist wirklich ausreichend Zeit um alle Zutaten zu besorgen. Es werden zwar keine schriftlichen Vermerke angefertigt wer früher und wer erst im letzten Moment seinen Trank abgibt aber …“, ihr Zeigefinger wandert mahnend in die Höhe, „… ich merk mir wen ich faul rumlümmeln sehe und wer wirklich auf der Suche ist. Lasst euch das schonmal gesagt sein. Die Prüfung wird einige eurer bereits erworbenen magischen Fähigkeiten von euch abverlangen … Allein bei der Besorgung, aber auch beim brauen des Trankes.“

Sie erklärt wie wir die verschiedenen Zutaten schließlich zusammenfügen, verreiben und kleinschneiden sollen; ziemlich genau 24 Stunden muss der Trank dann vor sich hin köcheln. Schließlich werden wir mittels Melodienzauber die Intensität seiner Grundessenz verstärken und damit zu einem perfekten „Melodis Vantris“ brauen.

Auffordernd schaut sie uns schließlich an. „Worauf wartet ihr denn noch? Los jetzt! In spätestens drei Tagen drückt ihr mir euer fertiges Fläschchen in die Hand!“
Augenblicklich springen die ersten auf und rennen aus dem Raum. Ich schaue ihnen erst noch nach, widme mich dann aber erneut meinen Notizen. Sobald der Trank köchelt habe ich einen Tag Zeit um alles andere zu erledigen. Ich sollte also mich wirklich die nächsten Stunden nur darauf konzentrieren meine Zutaten zu besorgen.

Sternenwasser kriege ich in der Stadt, genauso wie rosa Pulver. Den Suloki Fisch werde ich im Schlossgarten beim Fischteich angeln können. Dort werde ich auch nach Äpfeln Ausschau halten müssen. Den Marsiken Pilz habe ich so noch nie gehört. Und Funkelhütchen Pilze … ?

Ein leises summen dringt an ein mein Ohr und als ich mich zu dem Geräusch umdrehe, sehe ich in Flöflös blaue Augen.
„Flööööööö“, fiept die kleine und posiert Selbstbewusst.
Sie muss aus ihrer Elfenkugel das geschehen beobachtet haben. Bestimmt hat sie mitbekommen was ich gerade plane.
„Meinst du, du kannst mir dabei helfen?“, frage ich sie vorsichtig. Schließlich war unsere letzte Gegenstandsuche etwas … spannend für sie?
Doch Flöflö wirkt komplett unbeeindruckt. Selbstsicher nickt sie mir langsam zu.
Aufgrund ihrer Erfahrung aus der Elfenschule in Naturkunde wird sie mir mit Sicherheit bei der Suche nach den Funkelhütchen helfen können. Ich wiederhole ihr meine Gedankengänge noch einmal laut und betone schließlich noch einmal, „bei den Funkelhütchen, weißt du wo man diese finden könnte?“
Flöflö überlegt kurz demonstrativ, schaut mir dann aber gleich mit so einer Entschlossenheit in die Augen, dass ich sicher sein kann, dass ihr von vornherein klar war, wo sie diesbezüglich suchen müsste. Erleichtert tätschle ich ihr ihr kleines Köpfchen.
„Danke, Flöflö! Das nimmt mir eine unheimliche Last ab. Meinst du wir können uns dann am Fischteich treffen?“
Flöflö stimmt quietschend zu und fliegt sogleich motiviert aus einem der geöffneten Fenster. Ich vertraue ihr, dass sie sich nicht erneut in Gefahr begibt.

Motiviert mache auch ich mich auf den Weg. Ein leeres Fläschchen habe ich bereits bei mir, also schwing ich mich außerhalb der Akademie sofort auf meinen Besen und düse Richtung Manaquelle, denn ich muss zum Hexenkessel. Dieser liegt etwas abseits des Hexenschlosses, weswegen mein Flug recht schnell erledigt ist. Doch anders als bei meinem letzten Besuch im Rahmen einer Prüfung ist heute hier ziemlich viel los. Viele Hexen versammeln sich an diesem Ort um gemeinschaftlich die entspannende Atmosphäre nutzen zu können. Doch das ist kein Problem für mich. Ich warte einen kleinen Moment, bis die junge Hexendame im Eingangsbereich mich freudig begrüßt und fragt, wie sie mir weiterhelfen kann.
„Ich brauche etwas Sternenwasser.“, erläutere ich mein Begehr und ziehe eine leere Phiole aus meiner Tasche, „Das kann ich mir doch hier bei euch abfüllen lassen, oder?“
Die junge Hexendame nickt eifrig und nimmt meine Phiole entgegen.
„Aber sicher.“, lächelt sie höflich, „Ich füll dir dein Fläschchen eben auf. Du bist heute auch nicht die erste die etwas davon haben möchte.“
Ich lächle verlegen, auch wenn sie mir in dem Moment bereits den Rücken zuwendet und sich in ein Hinterzimmer begibt. … Natürlich bin ich nicht die Einzige die ihr Sternenwasser hier abholt. Soweit ich weiß ist der Hexenkessel die einzige Quelle in der man dieses spezielle, funkelnde Wasser erhalten kann. Vielleicht kennt auch manch einer meiner Mitschüler einen anderen Zugang, aber die meisten werden diese Zutat wohl hier abholen.
Nach nur wenigen Augenblicken kommt die junge Hexe wieder und hält mir mein Fläschchen mit einer leicht glitzrig glänzenden Flüssigkeit entgegen.
„Dieser Service ist für jede Hexe kostenlos.“, lächelt sie erneut professionell, „Passen sie nur auf das, dass Wasser nicht verschüttet wird und schützen sie es vor direkter Sonneneinstrahlung.“
Ich nicke und bedanke mich, nehme die Flasche wieder an mich und verschließe sie sofort wieder. Behutsam lege ich das Fläschchen in das innere meiner Tasche, gut und weich eingebettet.
Dann verabschiede ich mich und fliege sofort weiter nach Helvik. Mein nächstes Ziel ist Delas Geschäft.

In Delas Ladens ist es gerade relativ still. Die Hexe sitzt recht gelangweilt am Tresen und ihr Gesicht hellt sich sofort auf, als sie mich – als potentiellen Kunden – den Laden betreten sieht.
„WILLKOMMEN!“, begrüßt sie mich lautstark und wie ein aufgeregter Hund scheint sie im nächsten Moment mir entgegenspringen zu wollen; mental zumindest. Professionell wie sie nun einmal ist, bleibt sie natürlich hinter dem Tresen und nur durch ihre leuchtenden Augen wird mir offenbart, wie extravertiert ihr Wesen eigentlich sein muss. Doch dann schließen sich die Augen und lächelt freundlich zu mir, „Kann ich dir irgendwie helfen?“
Ich nicke eifrig und verrate ihr, dass ich rosanes Pulver brauche.
„Aaaaha! Von der Akademie? Wusste ich es doch!“, sie wirbelt augenblicklich herum und schnappt sich ein Glas mit rosanem Pulver, dass sie sofort auf dem Tresen vor mir platziert. „Kann ich dir sonst noch was Gutes tun? Eine Angel? Wie wäre es damit?“
Ich schüttle den Kopf, und lehne dankend ab. Doch es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich bereits eine Angel genau in diesem Geschäft gekauft. Doch Dela scheint mir genau der richtige Ansprechpartner zu sein, um mich wegen des Marsikenpilzes schlau zu machen.
„Ich brauche sonst nichts direkt aus dem Laden, aber danke. Eine andere Frage … Ehm, ja, ich bin von der Hexenakademie. Und aktuell habe ich meine Zaubertrankprüfung.“
Aufmerksam hört mir Dela zu, und strahlt breit, als ich von meiner aktuellen Situation erkläre. „Ja, das dachte ich mir. Läuft es denn gut?“
„Ich … denke schon? Die Prüfung hat erst vor einer Stunde angefangen. Ich muss noch alle Zutaten besorgen und da gehörten bestimmte Pilze auch dazu. Vier Funkelhütchen und ein Marsiken oder so …“, während ich die Zutaten aufzähle greife ich verwirrt in meine Tasche. Ich möchte die Namen jetzt nicht durcheinanderbringen, in Anbetracht der angespannten Situation wäre es mir aber durchaus zuzutrauen.
Dela nickt eifrig. „Funkelhütchen Pilze sind schwer zu entdecken, wenn man sie nicht kennt. Aber da sollte deine Elfe dir gut helfen können. Elfen und Funkelhütchen verbindet irgendetwas weißt du. Die finden einander immer.“
„Achso?“
Jetzt wundert mich Flöflös reaktion vorhin überhaupt nicht mehr.
„Ja, die verströmen einen Duft den Elfen wohl sehr gut wahrnehmen. Trag deiner Elfe auf welche zu suchen und sie wird mit Sicherheit welche finden.“
„Das habe ich bereits gemacht. Aber gut, dann kann ich mich da definitiv auf die kleine verlassen. Danke! Und dieser Marsikenpilz? Kannst du mir da auch einen kleinen Tipp geben?“
Dela legt nachdenklich die Stirn in Kraus.
„Mmh, ja, Moment. Ich meine wie wuchsen beim Wald. Aber nicht im inneren. Sie mögen Licht, sammeln dieses und in der Nacht leuchten sie dann. Nicht komplett! Nur die punkte! Die leuchten richtig schön. Gemeinsam mit den Irrlichtern. Doch der Marsikenpilz der warnt, anders als das Irrlicht – ja genau! So war das!“
Eine interessante Brücke. Ich nicke dankbar und schlussfolgere ihr gesagtes: „Oh, danke! Das heißt … Am besten heute Abend oder nachts zum Wald fliegen und schauen wo es auf dem Boden dann … leuchtet?“
„Das kannst du so machen. Alternativ kannst du auch tagsüber schon nach kleinen, Fliegenpilzähnlichen Pilzen Ausschau halten. Wenn mehrere zusammen stehen nimm ruhig das ganze Bündel mit, die teilen sich eine Wurzel und verteilen auch ihre Substanz über diese; du wirst den gesamten Pilz für deinen Trank bestimmt brauchen. Mit einem Zauber wirst du Prüfen können ob er leuchtet oder nicht. Schau am besten am Waldrand. Bestimmt findest du auch am Tage schon was.“
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Dela, bezahle mein Pulver und mache mich dann auf den Weg zum Hexenschloss.

Als ich so über die Landschaft hinweg fliege entdecke ich schließlich einen recht hoch gewachsenen Apfelbaum. Ich fliege näher heran und entdecke auch tatsächlich ein paar reif wirkende rote Äpfel. Zwei besonders schöne pflücke ich mir und packe sie in meine Tasche.

Motiviert geht es weiter zum Hexenschloss. Ich gehe an den Fischteich und werfe meine Angel aus, in der Hoffnung einen schönen blauen Saluki Fisch fangen zu können. Nebenbei bereite ich meinen Fischeimer mit etwas Wasser vor.
Und mit einem Mal wurde mir wieder bewusst warum ich so selten angeln gehe. Bestimmt könnte ich den Prozess über Magie beschleunigen, da es sich hier aber um das Leben eines Fischs geht (ich brauch zwar nur ein paar seiner Schuppen, ich weiß aber letztendlich nicht wie stressig das für den kleinen Fisch sein könnte) möchte ich dafür lieber keine Hexerei anwenden.
Irgendwann dringt ein leises quietschen an mein Ohr. Flöflö hat den Fischteich aufgesucht und mit sich trägt sie vier wirklich sehr kleine, aber hellstrahlende gelbe Pilzchen. Wie und wo sie diese auch immer gefunden hat, ich bin ihr unheimlich dankbar. Und natürlich bin ich erleichtert zu sehen, dass es ihr gut geht!
Während ich die Pilze in meiner Tasche verstaue betrachtet die kleine Elfe die Situation am Teich genau. Anscheinend gefällt ihr gar nicht wie langsam hier alles von statten geht. Kurzerhand springt sie im hohen Bogen, verwandelt sich dabei in einen Fisch, und verschwindet im Wasser. Ich reagiere zu langsam um irgendwie zu realisieren was sie da genau gerade getan hat. Ein paar Minuten passiert nichts – und dann ganz viel. Die Schnur meiner Angel beginnt zu spannen und ich beginne sofort an ihr zu ziehen und die Kordel zu drehen um zu schauen, was mir da an den Haken gesprungen ist. Direkt neben mir springt Flöflö wieder aus dem Wasser und feuert mich mit kleinen piepsigen Geräuschen an. Und es hilft wirklich! Mit einem Mal ziehe ich einen wunderschön blau schimmernden Fisch aus dem Wasser. Was auch immer Flöflö im Wasser getan hat, es scheint den Fisch in die Nähe des Hakens getrieben zu haben. Ich setze ihn bedächtig in den Wassereimer und befreie ihn wieder von dem Haken.
Glücklich wirkt der Fisch leider nicht. Daher beschließe ich mir gleich ein paar seiner Schuppen zu besorgen um ihn gleich wieder in den Teich entlassen zu können. Dafür zücke ich meinen Zauberstab, stelle eine Verbindung zu dem Wasser im Eimer her und verwandle einzelne kleine Wasserströme in eine Art Raspel. Diese schabt vorsichtig an dem Fisch. Ich brauche etwas einen Teelöffel voll seiner Schuppen, das sollte doch zu machen sein.
Dem Fisch gefällt das überhaupt nicht. Es wirbelt wild in dem Eimer umher – was den Prozess wunderbar beschleunigt. Flöflö lugt neugierig über den Rand des Eimers und beobachtet wie viele von den glitzernden blauen Schuppen bereits im Wasser treiben. Natürlich möchte ich den Fisch weiterleben lassen, von daher sollte es nicht zu viel werden. Nach einigen Augenblicke fiept Flöflö laut auf und ich löse den Zauber sofort. Ein paar Mal höre ich den Fisch noch aufgebracht durch das Wasser sausen, doch dann scheint auch er zu bemerken, dass das Wasser ihn nicht weiter bedrängt, und ruht für einen Augenblick. Erneut nutze ich meinen Zauberstab, versuche mit ihm die feinen abgeriebenen Schuppen in eine Luftblase zu sammeln und an die Oberfläche des Eimers zu transportieren. Wie eine riesige Seifenblase schweben die gewünschten Schuppen aus dem Eimer, mir entgegen.
Mit einem harten „Bleib“-Befehl verharrt die Seifenblase schließlich. Nun beschwöre ich zusätzlich eine kleine Dose in der ich die Schuppen unbeschadet transportieren kann. Ich halte die Dose unter meine Seifenblase, richte meinen Zauberstab wieder auf diese und durch einfaches antippen löst sich der Seifenblasenzauber sofort und die blauen Schuppen landen sicher in der kleinen Dose. Ich verschließe diese, packe sie sofort zusätzlich in meine Tasche und kann auch gleich darauf den Fisch wieder in den Teich entlassen. Dieser springt sofort in das angebotene größere Wasser und verschwindet in dem tiefen blau.

„Jetzt fehlt nur noch eine Zutat!“, berichte ich Flöflö. „Von Dela habe ich erfahren das wir die Marsikenpilze am Hexenwald finden können. Dort sollen die am Rande des Waldes wachsen. Magst du mir auch da beim Suchen helfen?“
Natürlich ist Flöflö motiviert und wie machen uns gemeinsam auf den Weg Richtung Hexenwald.

Inzwischen ist es schon wesentlich später, und die Dämmerung erweist sich bei der Suche nach den leuchtenden Pilzen durchaus als praktisch. Ich nutze die Erdmagie um eine ungefähre Ortung von Pilzstrukturen auszumachen, und dann heißt es nur noch mit zusammengekniffenen Augen den Waldrand abfliegen. Wir finden sehr schnell eine kleine Ansammlung blass leuchtender, Fliegenpilzähnlicher Pilze. Ich frage Flöflö ob auch sie diese Pilze als Marsiken Pilze bezeichnen würde. Bei Pilzen sollte man immer vorsichtig sein! Da sie mir ohne zu zögern zustimmt pflücken wir das kleine Bündel welches anscheinend zusammengehört und verstauen es zusätzlich in der Tasche. Mit all den Zutaten im Gepäck machen wir uns auf den Rückweg zum Schloss. Die Prüfung ist noch lange nicht abgeschlossen.

Wieder im Schloss angekommen bereite ich alles auf meinem kleinen Arbeitstischchen im Zaubertranklehrzimmer vor. Mit mir sind bereits zwei weitere Mitschülerinnen beim Brauen.

In meinen Kessel schütte ich das Sternenwasser und befestige den Kessel an seiner Halterung über der kleinen Feuerstelle. Diese entzünde ich darauf.

Die gesammelten Pilze und Äpfel werden gemeinsam klein geschnitten und schon einmal beiseitegelegt. Sobald ich aus dem Kessel leichten Dampf aufsteigen sehe werden zunächst diese Fischschuppen (etwa ein Teelöffel voll) in das Sternenwasser gekippt, welches sogleich eine strahlendblaue Farbe übernimmt (zumindest so gut wie ich das bei der spärlichen Belichtung gerade erspähen kann). Ich rühre immer mal wieder in dem Wasser, damit es sich wirklich gleichmäßig erhitzt und nicht zu viel Sternenwasser verdampft. Als die ersten blasen beginnen aufzusteigen schütte ich die kleingeschnittenen Zutaten zusätzlich in das Wasser. Da beginnt es wild zu blubbern und zu glucksen. Gerade die Pilze verleihen der zuvor recht dünnen Flüssigkeit eine nun klebrige, schwere Konsistenz. Ich brauche wesentlich mehr Kraft um mein Tempo beim Rühren zu halten. Doch es wird wieder leichter. Die Färbung verändert sich leicht, wird etwas Cyan lastiger, und auch der aufsteigende Duft wird frisch und zitroniger. Ich versuche mich nicht irritieren zu lassen, wobei ich doch genau weiß, dass keine einzige Citrusfrucht diesen Kessel bisher gesehen hat. Schließlich scheinen die Pilze sich so gut in dem Gebräu eingebunden zu haben, dass es sich wieder ziemlich leicht umrühren lässt. Ich gehe in meinem Kopf jeden einzelnen Schritt noch einmal durch. Dann greife ich zu dem Glas mit dem rosa Pulver und streue dieses bedächtig und gleichmäßig unter ständigem Rühren in den Kessel hinein. Der Duft verändert sich. Wird süßlich. Schwerer. Lieblich? Ich vertraue meiner Nase nicht mehr. Als der gesamte Inhalt in den Kessel gewandert ist lege ich das leere Glas beiseite und rühre noch mit geschlossenen Augen hundertmal nach links und hundertmal nach rechts. Dann lege ich die Kelle zur Seite und mach einen Schritt zurück. Ich zücke meinen Zauberstab und befehle dem Feuer unter dem Kessel sich langsam und gleichbleibend zu verhalten. Es scheint ein liebes Feuer zu sein, denn ich spüre nicht diesen Widerstand wie ich ihn sonst beim Umgang mit Feuer schnell verspüre. Daher lege ich noch zwei Holzscheite zu den Flammen und verlasse mich dann darauf, dass ich morgen den Zaubertrank abfüllen kann.

Samhein

Rere und ich sind schon richtig aufgeregt! Endlich ist die schaurigste Jahreszeit wieder da! Überall ist für Halloween dekoriert, und die Samhein Festlichkeiten werden vorbereitet.
Rere hat ein ausmalbild gefunden, während ich am Puzzle lösen bin. Sie gibt sich richtig mühe, da merkt man wie kreativ die kleine ist.
Luni treffe ich bei den vorbereitungen der Feierlichkeiten an, zusammen helfen wir Frankenstein seine Freundin zu suchen. Am nächmittag helfe ich mit Arya einigen Monstern dabei genug Süssigkeiten zu sammeln.
Wir haben ganz viel Spass, und staunen Bauklötze, als wir vor dem Kostümshop stehen. Doch Rere fliegt gleich noch ein Stück weiter. Sie hat den Eventstand „Süsses oder Saures“ gefunden. Sie fragt mich, ob ich ihr die süsse, schwarze Katze kaufe. Gerne kaufe ich sie ihr, und mir gleich auch noch etwas süsses!
Wir freuen uns immernoch auf Samhein selsbt, aber die Tage bis dahin sind auch schon supertoll!

Runenalphabet

In unserer ersten Stunde Hexensprache haben wir damit begonnen das Runenalphabet zu lernen und die Bedeutung von verschiedenen Symbolen zu erforschen. In diesem Unterricht werden wir vermutlich viele Bücher wälzen und etliche Stunden in der Bibliothek verbringen, aber darauf freue ich mich auch schon ein bisschen.

4. Stunde – Musikunterricht

Ein Raunen geht zunächst durch die Schülerreihen, nachdem Majolana uns die heutige Aufgabe verkündet hat.

„Melodien lassen sich ganz leicht herbeizaubern. Werdet einfach Kreativ!“, zwinkert sie uns motivierend zu.

Doch anstelle von motivierter Schaffenskraft in meinem inneren, höre ich mich selber nur angestrengt seufzen. Und bin darauf von mir selber dezent enttäuscht. Kopfschüttelnd zücke ich zögerlich meinen Stab. Unauffällig wandert mein Blick hin und her um zu erhaschen wie meine Mitschülerinnen an diese Aufgabe herangehen.

Meine gute Freundin Yoko wählt nicht ihren Zauberstab, sondern ihr Instrument. Das sich dabei mit Melodien arbeiten lässt ist offensichtlich. Da sie jedoch eine Melodien-Spezialisierung hat ist es nicht verwunderlich, dass mit einem Mal ein leichter Lichtschleier sich um sie legt, nachdem sie eine Melodie auf ihrer Mundharmonika angestimmt hat. Wirklich sehr beeindruckend. Und mit einem Mal – zack – verschwindet sie, und ich höre die angestimmte Melodie auf einmal von der anderen Seite des Schulgartens.

Wahnsinn!

Okay. Ich bin zwar nicht schlecht mit meiner Geige zugange, aber aufgrund der unterschiedlichen Spezialisierungen möchte ich es nicht unbedingt ausprobieren und am Ende einfach nur peinlich in der Gruppe auffallen. Ich bleibe also bei meinem Zauberstab.

Mit Melodien zu zaubern bedeutet streng genommen mit Tönen zu arbeiten – Töne weiten sich über Schallwellen aus, die über die Luft übertragen werden. Also sollte ich wahrscheinlich, wenn ich mit Luft arbeite, an ein ähnliches Ergebnis anknüpfen können, wie es zum Beispiel Yoko vorgemacht hat.

Ich atme tief ein und schließe die Augen. Ganz leicht nur vibriert mein Handgelenk, welches den Zauberstab hält. Inzwischen habe ich das Gefühl doch schon recht gut verinnerlicht um mit den verschiedenen Elementen arbeiten zu können. Von daher habe ich recht schnell das Selbstbewusste Gefühl die Luftströme um mich herum angezapft zu haben. Ganz leicht, wie ein Dirigent, beginne ich meinen Zauberstab zu schwingen. Dabei halte ich ihn steifer als sonst, damit die Luftströme leicht angeschnitten werden und ein „pfeifen“ ähnlich wie ein Ton aufkommen kann; hoffentlich zumindest, denn bevor ich die Energie des Elements nutzen möchte, sollte ich mich entscheiden, was ich genau damit anstellen möchte. Also öffne ich langsam die Augen.

Mein Blick schweift verloren durch das Gartengelände – und mit einem Mal fällt mir auf wie trocken einige der nahelegenden Kräuterbeete auf mich wirken. Das sieht doch ganz praktisch aus.

Ich richte mich auf das nahegelegene Beet mit dem Pepril-Kraut. Sehr kontrolliert richte ich die Spitze meines Zauberstabs aus und beginne dann mit der schneidenden Bewegung die Luftenergie in die gewollte Schwingung zu versetzen. Ein Pfeifen ertönt und ich sehe die Kräuter einmal heftig gegen eine Windböe ankämpfen.

Stimmt, ich sollte mich eventuell für diese Art von Zauber ein zusätzliches Element verwenden: Wasser. Erneut schließe ich die Augen um mich besser konzentrieren zu können.
„Wasser“, denke ich mir laut, „Wasser und Luft muss ich trennen – wie ein Ei beim Backen. Die Luft lenkt und das Wasser verteilt sich nur.“

Mein Zauberstab beginnt sich etwas kühler anzufühlen, als ich mit ihm versuche das Wasser aus den mich umgebenden Quellen herauszufiltern. Die Luftfeuchtigkeit ist heute nicht sonderlich hoch. Und der Boden ist durch die letzten warmen Tage auch eher ausgedörrt. Meine Fühler müssen größer werden, schließlich möchte ich das Wasser nicht von den anderen mich umgebenden Pflanzen nehmen. Mit einem Mal fällt mir ein, dass der Brunnen am Eingang des Schulgartens doch eine passende Quelle sein müsste! Dieser liegt recht weit weg, aber vielleicht hilft mir ja die Melodie um die erforderliche Energie passend einzusetzen. Da muss doch ein solcher Nutzen hinter stecken!

Ich weiß wo der Brunnen liegt, von daher male ich mir vor meinem Inneren Auge den Weg zu diesem aus und schicke meinen Zauber mit einer ausholenden Bewegung und einer Melodie einfach in die gewünschte Richtung. Ein wildes klimpern, als würde jemand verwirrt auf einem Klavier spielen wollen, ertönt. Ich gebe mir Mühe nicht zu zusammenzuzucken. Erst als ich ein leichtes vibrieren in meinem Zauberstab verspüre ziehe ich den Zauberstab wieder zu mir zurück. Aus der Richtung wo der Brunnen liegen müsste schwebt ein wabernder leichter streifen einer unsichtbaren Flüssigkeit – ja, womöglich Wasser – auf uns Hexenschülerinnen zu. Ich konzentriere mich zwar auf dieses „etwas“, doch mir entgeht nicht wie einige meiner Mitschülerinnen misstrauisch ein paar Schritte zur Seite machen oder gar in Deckung gehen. Sicherlich, es sieht schon sehr seltsam aus. Und … es … macht Geräusche? Eine recht ungeschickte Melodie, eben wie ein ungeübtes Klavierspiel, begleitet die wabernde Masse. Und ganz leicht spielt sie auch noch, als der Wasserstreifen über dem Pepril-Kraut-Beet anhält.
Ich löse mit einer raschen Bewegung die Luft, die das Wasser zurückgehalten hat. Eine lautes, für mich undefinierbares Geräusch, ertönt und lässt das gesammelte Nass mit einem Mal auf die Pflanzen hinabsausen. Wie eine kalte Dusche.

Ich löse meine angespannte Haltung und schaue zu Majolana hinüber. Sicherlich, elegant sah es nicht aus, aber ich sollte mit meiner kleinen Übung den Anforderungen der heutigen Prüfung entsprochen haben.

Dritter Besenflug

Luni und Felo gingen gemeinsam in die dritte Unterrichtsstunde des Besenfluges, nachdem die Stunde vorbei war hat Luni das erste mal eine kleine Plakette an der Wand bemerkt mit der Aufschrift. „Rioja Maytch Platz 2 der Hüter im Quidditch – 2001“ Sie drehte sich zu Felo um und sagte: „ Hey sag mal der Name Rioja Maytch kommt mir ziemlich bekannt vor ich habe den schon irgendwo mal gehört.“
Felo antwortete: „Ich bin ganz ehrlich – als Quidditchspielerin war Rioja mir nie aufgefallen. Tatsächlich wurde ich erst durch ihre großartige Aktion mit dem Dauerflug auf sie aufmerksam. Seitdem bin ich viel aufmerksamer geworden, wenn es um den richtigen Umgang mit Pflanzen und Geschöpfen geht. Sie hat mir mit der Aktion die Augen geöffnet. Ich finde sie klasse!“

„Ohhh stimmt“ antwortete Luni laut. „Ich hab über sie in dem Buch über fast aussterbende Tierarten und Blumen gelesen, dort wurde sie erwähnt. Ich muss dir da zustimmen sie ist echt klasse, sie hat so viel für diese arten getan und wir können einige davon schon wieder in voller Pracht sehen.“

So gingen Luni und Felo zusammen noch ein Eis schlemmen und gingen zu Ehren von Rioja in den Garten um diese seltenen Pflanzen genauer zu begutachten.